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Trinkwasseraufbereitung in Privathaushalten ist seit langem ein viel und kontrovers diskutiertes Thema. Viele Firmen bieten entsprechende Geräte an, die die Qualität des Trinkwassers auf die eine oder andere Weise verbessern sollen. Doch in welchen Fällen ist der Einsatz solcher Aufbereitungsanlagen sinnvoll und überhaupt nötig? In erster Linie filtern Trinkwasseraufbereitungsanlagen Kalk aus dem Wasser. Die Hersteller der Anlagen versprechen, daß dadurch das Wasser "weicher" wird und so die Verkalkung von Elektrogeräten und Rohren verhindert werden kann.
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Wie kommt der Kalk ins Trinkwasser? Wie gelangt der Kalk überhaupt ins Trinkwasser? In der Atmosphäre reichert sich das anfallende Regenwasser mit Kohlensäure an. Wenn der Regen die Erde erreicht, löst die Kohlensäure den im Boden befindlichen Kalk. Der gelöste Kalk wird dann durch das Wasser weitertransportiert und gelangt ins Wasserwerk. Von dort aus wird es in die Haushalte gepumpt. Heutzutage wird das Wasser aus wirtschaftlichen Gründen üblicherweise von den Wasserwerken entweder "enthärtet" oder mit weicherem, weniger kalkhaltigem Wasser verschnitten - alleine schon, um Kalkablagerungen in den Rohrnetzen der öffentlichen Versorger vorzubeugen. Da die Wasserwerke nur im Gleichgewicht befindliches Wasser von stets gleich bleibender Qualität liefern, kommt es heute normalerweise nicht mehr zu Kalkablagerungen. Zu einem Problem wird der Kalk erst dann, wenn das Trinkwasser erwärmt wird. Dabei verändert sich das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht. Als Folge flockt der Kalk aus dem Wasser aus und lagert sich an den Rohren und in den Haushaltsgeräten ab.
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Einige Probleme lassen sich eigenhändig lösen Unser Trinkwasser ist bakterienfrei, zweimal wöchentlich wird es von den Wasserwerken dahingehend überprüft. Da sich Bakterien im Wohlfühlkima zwischen 20 und 40 Grad gut entwickeln, reicht es aus, wenn das "Warm"wasser im Warmwasserbehälter der Heizung nicht wesentlich über 50° erhitzt wird. Wer duscht schon bei 50° - niemand! Die Meinung jedenfalls, das Wasser müsse ständig auf über 60° gehalten werden, um die Bakterien "abzukochen", ist irrig. Denn genau ab 60° beginnt der in jedem Wasser (also auch im "weichen" Wasser enthaltene) Kalk auszuflocken. Die Wasserwirtschafler nennen das "der Kalk fällt aus". Man kann also schon eigenhändig etwas dagegen tun, daß Rohre und Kessel nicht verkalken - nämlich die Temperatur herunterfahren.
In bestimmten Fällen - beispielsweise wenn ein komplettes Mehrfamilienhaus durch eine zentrale Anlage mit warmen Wasser versorgt wird - sollten Sie wegen der Legionellen-Problematik doch eine höhere Wassertemperatur vorwählen. Weitere Infos finden Sie hier.
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Härtebereiche und Härtegrade von Trinkwasser Nach dem Waschmittelgesetz (das gibt es wirklich!) wird unser Trinkwasser in vier Härtebereiche unterteilt. Diese wiederum werden in "°d" aufgeschlüsselt, darunter sind "Deutsche Härtegrade" zu verstehen, eine Skala, mit der die Wasserwerke übrigens "nur noch am Rande" arbeiten. Der Härtebereich 1 reicht von 0 bis 7 °d, das Wasser hat nur einen geringen Kalkanteil, es wird daher als "weiches Wasser" bezeichnet. Zum Härtebereich 2 (7 bis 14 °d), zählt das mittelharte Wasser. Hartes Wasser wird dem Härtebereich 3 (14 bis 21 °d) zugerechnet. Der Härtebereich 4 (mehr als 21 °d) beschreibt sehr hartes Wasser.
Mit welcher Wasserqualität Sie beliefert werden, können Sie leicht selbst herausfinden: Ist Ihre Kaffeemaschine dauernd verkalkt oder bilden sich nach dem Duschen oder Baden häßliche Kalkflecken an der Wand, werden Sie aller Wahrscheinlicheit nach mit Wasser des Härtebereichs 3 oder (nur noch ganz selten) 4 beliefert. Genaue Auskunft erhalten Sie durch einen Anruf bei Ihrem Wasserwerk.
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Was tun bei hartem Wasser? Härteres Wasser hat also durchaus Nachteile: Sie müssen Naßbereiche und Haushaltsgeräte häufiger mit säurehaltigen Mitteln reinigen. Bei Kalkflecken an Wänden und Armaturen ist Zitronensäure ein einfaches und zuverlässiges Mittel. Kaffeemaschinen oder Wasserkocher lassen sich mit Essig problemlos entkalken. Ansonsten gibt es auf dem Markt eine Reihe wirkungsvoller Mittel, die bei Bedarf angewendet werden können. Bei Wasch- und Spülmaschinen löst sich das Problem praktisch "von selbst", da in fast allen Reinigungsmitteln Entkalker enthalten sind. Daher ist es bei diesen Maschinen so wichtig, das Reinigungsmittel korrekt zu dosieren. Bei sehr hartem Wasser hat das Verfahren aber einen Nachteil: Das Waschmittel muß sehr hoch dosiert werden - das geht ins Geld und belastet das Abwasser. Härteres Trinkwasser hat aber nicht nur Nachteile: Es ist wesentlich bekömmlicher als weiches Wasser.
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Chemische Aufbereitungsverfahren Die Wasserwerke empfehlen eine Wasseraufbereitung - wenn überhaupt - ab Härtebereich 4. Gebräuchlich ist die chemische Wasseraufbereitung mittels großer "Salztabletten", aus chemischer Sicht geht es um den Entzug der härtebildenden Ionen Calcium und Magnesium aus dem Wasser. Diese werden dafür durch Natrium ersetzt. Indem dem Leitungswasser ein Teil des Calciums und Magnesiums entzogen wird, kommt es zu weniger Kalkbildung. Dafür erhöht sich der Natriumgehalt des Trinkwassers, was dann, wenn eine natriumarme Diät (z.B. wegen Bluthochdrucks) erforderlich ist, zu Bedenken Anlass geben könnte. Der Käufer einer solchen Wasserenthärtungsanlage muss also wählen zwischen weichem Wasser und Natriumbelastung oder hartem Wasser und Kalk. Ein anderes chemisches Verfahren ist die Phosphatdosierung. Dem Trinkwasser wird einfach als "Weichmacher" Phosphat zugegeben, so daß es nicht mehr zu Kalkablagerungen kommt. Diese Methode ist kostengünstig in der Anwendung, aber auch sie belastet durch die Phosphateinleitung ins Abwasser die Umweltbilanz.
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Physikalische Aufbereitungsverfahren Physikalische Verfahren lassen sich in enthärtende und nicht enthärtende Systeme unterteilen. Zu den Methoden mit "Enthärtung" gehören die Umkehrosmose und die Nanofiltration, bei denen unter extrem hohem Druck härtebildende Ionen aus dem Wasser entfernt werden. Die Erzeugung dieses hohen Drucks erfordert einen sehr hohen Energieaufwand. Physikalische Entkalkungsverfahren ohne Enthärtung arbeiten im Gegensatz dazu meist nicht im Sinne einer echten "Wasserenthärtung". Sie beschränken sich vielmehr darauf, durch Veränderungen der Kalkstruktur den Kalkausfall zu verhindern. Zwar fällt die Umweltbilanz dieser Verfahren günstiger aus, jedoch ist die Wirksamkeit auch unter Experten umstritten. In unabhängigen Testergebnissen wird zwar bestätigt, daß die Laborversuche erfolgreich waren. Wie es in der Praxis aussieht, ist eine andere Sache, obwohlin der Werbung dieser Unternehmen immer wieder aufgeschnittene Rohre gezeigt werden, die "vorher" eine starke Verkalkungen aufwiesen und "hinterher" fast kalkfrei waren. Ebenfalls höchst umstritten ist die Magnetbehandlung des Wassers. Schließlich ist noch die Elektrolyse als physikochemisches Verfahren zu nennen. Dabei wird die Ausfällung von Kalk durch eine Verschiebung des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts erzwungen. "Nebenwirkungen" sind jedoch beispielsweise Korrosionsgefahr und die Entstehung gesundheitsbedenklicher Nitrite.
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Wer braucht eine Wasseraufbereitungsanlage? Wasseraufbereitungsanlagen machen daher im Normalfall nur bei großtechnischen Anlagen in Krankenhäusern und in Wäschereien Sinn. Sollten Sie sich doch für eine Wasseraufbereitungsanlage in Ihrem Haushalt entscheiden, so achten Sie darauf, daß das Gerät ein Prüfzeichen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW) trägt. Der DVGW prüft die auf dem Markt befindlichen Geräte auf ihre Wirksamkeit. Auf jeden Fall sollten Sie nach der Installation einer Aufbereitungsanlage einen regelmäßigen Wartungsservice mit der Installationsfirma vereinbaren, um das Funktionieren der Anlage zu gewährleisten.
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