Larry Hagmann, der TV-Fiesling aus der US-Serie "Dallas", ist nun auch schon in die Jahre gekommen. Da wird eine Villa mit neun Schlafzimmern und 14 Bädern doch etwas zu groß für einen älteren Herrn, der nun sein Anwesen verkaufen will. Unser Mitarbeiter Wolfram Dübbel bietet hier seine Dienste an.
Die 14 Badezimmer des Larry Hagman
Lieber Herr Hagman,
Sie wollen Ihre Villa in Ojai 100 km nördlich von Los Angeles verkaufen. Ich habe mir Ihr Anwesen im Internet angesehen. Es gefällt mir. Ich will es nicht kaufen, da meine Gattin momentan meine Kontenbewegungen überwacht und mir ständig in den Ohren liegt, dass ich zu leichtsinnig mit dem Geld umgehe. Deshalb will ich mich auch auf und davon machen - und zwar zu Ihnen nach Kalifornien.
Denn Ihr Haus mit seinen neun Schlafzimmern und vierzehn Bädern ist quasi unverkäuflich, wenn Sie den Hausmeister nicht direkt mit verkaufen, nämlich mich! Ich spreche gut Englisch und wäre dann in Ihrer Villa der "Jack of all trades", also das Mädchen für alles. Und solch einen Jack brauchen Sie, denn bei 14 Badezimmern tropft immer irgendwo ein Wasserhahn, ist immer ein Duschkopf verkalkt oder ein Abfluss im Waschbecken verstopft, weil die langhaarigen Damen, die bei Ihnen zu Besuch sind, natürlich ihre ausgekämmten Haare im Waschbecken entsorgen.
Ihre Villa hat Kollektoren, die Strom für den Pool und die Gästehäuser erzeugen. Und was, wenn ein amerikanischer Seeadler über Ihrem Haus kreist und auf Ihre Kollektoren scheißt? Dann brauchen Sie mich, Ihren Jack!
Wenn dann die Kaufinteressenten eintreffen, können Sie mich als guten Geist der Villa vorstellen, der nachts auch herum spukt, wenn es gewünscht wird. So eine Villa mit Hausmeister, das ist ein echtes Verkaufsargument - zumal dann, wenn die Interessenten erfahren, dass ich ein deutsches Arbeitstier und mir für keine Arbeit zu schade bin. Ich löse auch Büstenhalter, wenn sie sich verhakt haben oder öle Damen am Pool ein, wenn es sie nach einer kräftigen Hand gelüstet.
Wenn ich dann bei Ihnen oder dem neuen Besitzer angestellt bin, werde ich sicherlich erfahren, warum man bei neun Schlafzimmern vierzehn Bäder braucht. Selbst das umgekehrte Verhältnis erscheint mir als zu üppig und ist im deutschen sozialen Wohnungsbau auch ziemlich unüblich.
Wolfram Dübbel |