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Wohnen im Alter – seniorengerecht bauen und umbauen

Seniorengerecht bauen Statistisch gesehen werden wir Menschen immer älter. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate. Die Altergruppe der über 60-jährigen wird in der Zukunft den größten Anteil ausmachen. Dem Wohnen im Alter kommt demnach eine große Bedeutung zu. Da ist es gut, bereits in jüngeren Jahren zu planen, wie das Leben im Alter gestaltet werden soll. Ganz früher lebten Jung und Alt gemeinsam unter einem Dach und die Alten wurden von ihren Kindern und Enkeln bis zum Tode betreut und, falls nötig, natürlich auch gepflegt. Später waren es dann Alters- und Pflegeheime, die diese Aufgabe übernahmen und die zu einem eigenen Wirtschaftsfaktor geworden sind. Inzwischen hat sich aber eine andere Denkweise durchgesetzt: Die Senioren sollen und wollen auch bei eintretender Pflegebedürftigkeit im eigenen Wohnumfeld bleiben, so lange es möglich ist. Unhabhängigkeit ist das oberste Gebote und mit baulichen Veränderungen kann eine Lebens- und Wohnqualität erzielt werden, die kein Altersheim zu bieten hat.

Seniorengerechte Umbauten im eigenen Haus

Seniorengerechte Umbauten Ein Bungalow lässt sich natürlich am leichtesten seniorengerecht umbauen, weil hier keine Treppen zu bewältigen sind. Doch auch das klassische eineinhalbgeschossige Einfamilienhaus lässt sich in einen "Altersruhesitz" umwandeln. Das Dachgeschoss wird dann, falls möglich, aufgestockt oder es werden breite und hohe Gauben eingebaut, so dass im Obergeschoss eine vollwertige Wohnung entsteht, die vermietet wird. Die Abtrennung einer zweiten Wohnung fällt besonders leicht, wenn gleich aus dem Windfang-Bereich hinter der Haustür eine Treppe nach oben führt. Aber auch eine angebaute Außentreppe ist denkbar, wie auf dem Foto hier zu sehen. Unten wohnen nun die Eltern, oben eine Mietpartei oder die eigenen, inzwischen auch schon 40 Jahre alt gewordenen Kinder. Solche Umbauten erfordern meistens die gestaltende Hand eines Architekten, zumal ein seniorengerechtes Bad eingebaut werden muss. In dieser Beziehung gibt es pfiffige Ideen und aus einer angebauten Garage oder einem Wintergarten kann, sofern diese wärmeisoliert und sogar mit einer Fußbodenheizung ausgestattet werden, ein regelrechter Badetempel werden.

Sicherheit und Bequemlichkeit haben einen hohen Stellenwert

Generell ist die eigene Wohnung selten alterstauglich. Das fängt bei unpraktischen Möbeln an, die die Wohnung zustellen und die alten und die nicht mehr so beweglichen Menschen in ihrer Mobilität einschränken. Es gilt dann nicht zu zögern und sich von manchem Möbelstück zu trennen, anstatt mit der Gehhilfe, dem Rollator oder dem Rollstuhl ständig an eine Kommode anzustoßen. Der Entschluss fällt umso leichter, wenn die Senioren bedenken, dass sie ihre Möbel und ihren Hausrat kaum oder nur sehr eingeschränkt in ein Altersheim mitnehmen könnten. In der Küche sorgt ein Sitzplatz für Erleichterung, da das Stehen mit zunehmendem Alter doch immer schwerer fällt. Dazu sollten Hängeschränke in Sicht- und Griffhöhe angebracht werden, um Beinfreiheit und Platz für einen Arbeitsstuhl zu schaffen. Alles, was zum täglichen Bedarf benötigt wird, ist griffbereit aufzubewahren. Die Höhe der Arbeitsplatte sollte so gewählt werden, dass bequemes Arbeiten im Sitzen möglich ist. Meistens ist eine Verkleinerung der Küche sinnvoll – zumal dann, wenn die warme Mahlzeit "auf Rädern" kommt. Praktisch sind auch in der Küche Einhandmischbatterien mit eingebautem Thermostat, die ein Verbrühen verhindern. Es geht eben darum, es dem älteren Menschen so sicher wie möglich zu machen. Deshalb ist der Einbau einer einbruchhemmenden Haustür oder Wohnungseingangstür mit Gegensprechanlage sinnvoll. Sowohl der Sicherheit als auch der Bequemlichkeit dienen Fernsteuerungen für Rollläden und Sensorsysteme, die dann reagieren, wenn Glasscheiben eingeschlagen werden. Notrufanlagen sind besonders wichtig, wenn der ältere Mensch alleinstehend ist. Die Systeme sind ausgereift und per Knopfdruck kann die Seniorin oder der Senior mit der Notrufzentrale sprechen und Hilfe herbei holen.

Rutschgefahr mindern, barrierefreies Bad einbauen

barrierefreies Bad Rutschige Fliesen sind eine häufige Unfallursache und umso gefährlicher, je unsicherer man auf den Beinen ist. Im Badezimmer sollten trittsichere Fliesen des Typs R9, Bewertungsgruppe B verlegt werden. Rutschfesten Badematten aus Textilgewebe ist nur bedingt zu trauen! Rutschfeste Kunststoffmatten mit Saugnoppen sind unabdingbar, falls die Wannen nicht Antirutsch-beschichtet sind. Duschwannen waren früher generell recht hoch, so dass es im Alter immer schwerer fällt, in die Duschkabine einzusteigen. Wobei hier wieder zusätzliches Unfallpotenzial steckt. Eine ebenerdige Dusche ist daher kein Luxus. Ein rutschfester Duschhocker, den es mit oder ohne Rückenstütze gibt, sorgt für unangestrengtes Duschen. Bei Badewannen, wo ein Einsteigen unvermeidlich ist, sollten Haltegriffe an der Wanne und an der Wand vorhanden sein. Was es sonst noch bei einem alterstauglichen Badezimmer zu beachten gibt, erfahren Sie in dem Fachbeitrag "Ein barrierefreies Badezimmer planen".

Stolperfallen unschädlich machen, seniorengerecht bauen

Stolperfallen unschädlich machen Von Unfällen im Badezimmer haben wir bereits gesprochen, doch auch in der übrigen Wohnung lauern zahlreiche Stolperfallen, die bei älteren Menschen mit Osteoporose, künstlichen Hüften oder anderen Beschwerden erhebliche Verletzungen hervorrufen können. Wo früher Niveauunterschiede beim Fußboden kein Problem waren, sind sie heute gefährliche Stolperfallen, die nivelliert werden müssen. Das gleiche gilt auch beim Übergang von Wohnung zu Terrasse oder Balkon. Der Fachhandel bietet hier spezielle barrierefreie Übergänge an, die auch mit Rollator oder Rollstuhl problemlos benutzt werden können. Auch wellige Teppiche oder schadhafte Stellen im Fußboden können zur Stolperfalle werden und am lieb gewordenen "Perser" hat sich schon so mancher verfangen und ist zu Boden gegangen. Treppen stellen im Alter ein besonderes Problem dar. Wohnen auf einer Ebene wäre das Optimum, das aber häufig nicht erreicht werden kann. Handläufe an beiden Seiten der Treppe bieten hier Sicherheit und wenn es gar nicht mehr anders geht, ist der Treppenlift eine sinnvolle Investition. Erleichterung im täglichen Leben versprechen auch breitere Türen, die vor allem für Rollstuhlfahrer unbedingt notwendig sind. Was es sonst noch zu beachten gibt, erfahren Sie in der Fachinformation "Barrierefreies Bauen".

Staatliche Fördermittel für das Wohnen im Alter

Die Umrüstung in eine barrierefreie Wohnung kostet natürlich Geld. Durch Zuschüsse, Fördergelder und zinsgünstige Darlehen kann die Finanzierung jedoch erleichtert werden. Die Pflegeversicherung gewährt z.B. finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes. Für notwendige Umbaumaßnahmen gibt es einen Zuschuss von maximal 2.557 Euro. Die Kasse zahlt aber grundsätzlich nur für eine Maßnahme und auch nur dann, wenn die Maßnahme zuvor genehmigt worden ist. Werden mehrere Umbauten z.B. in Küche und Bad fällig, sollten diese in zeitlichem Abstand vorgenommen werden. Ein erneuter Zuschuss wird nämlich erst gewährt, wenn sich der Gesundheitszustand des Antragstellers verschlechtert hat. Generell richtet sich der Zuschuss nach der Höhe der Umbaukosten und nach dem Einkommen des Pflegebedürftigen. Auch von verschiedenen Bundesländern ist Hilfe zu erwarten, die aber von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen kann. Mehr zu diesem Thema unter "Behindertengerecht wohnen – Fördermittel bei Neubau und Umbau".

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