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Schäbigen Balkonverkleidungen einen neuen Anstrich verpassen

Aus diesen trostlosen Balkonverkleidungen lassen sich farblich ansprechende zaubern, die ein Gebäude aufwerten. baumarkt.de hat hier einmal in die Trickkiste gegriffen und farbige Alternativen aufgezeigt (Foto: fotoatelier-schumacher.de)

Eine Wohnung mit Balkon ist immer begehrter, als eine ohne. Und dementsprechend sind Wohnungen mit Balkon auch leichter zu vermieten – zu einer höheren Miete. Leider sind viele Balkonverkleidungen in einem schäbigen Zustand und die meisten Vermieter haben auch wenig Interesse, daran etwas zu ändern. Sollten Sie aber – denn eine Balkonverkleidung in frischen Farben wertet die ganze Immobilie auf. Und wer selbst ein Eigenheim mit Balkon besitzt, sollte erst recht darüber nachdenken, eine triste, graue Verkleidung aufzumöbeln. Denn dem Eigenheimbesitzer kann keiner Vorschriften machen, wie er seine Balkonverkleidung zu gestalten hat – es sei denn, er bewohnt ein denkmalgeschütztes Haus oder er ist in einer historischen Altstadt ansässig, wo die Gemeinde eine Gestaltungssatzung erlassen hat. Das ist aber die Ausnahme von der Regel.

Das Problem, weshalb viele Straßenzüge trostlos aussehen, liegt eindeutig bei den Besitzern von Miethäusern. Hier sollten sich die Mieter zusammen tun und dem Hausbesitzer klar machen, dass die Fassade renoviert werden sollte, zumindest aber die Balkone ein farbenfroheres Aussehen erhalten müssten. Nun gibt es – nicht mehr wie vor 30 Jahren – Balkonverkleidungen bereits in allen erdenklichen Farben und absolut wartungsfrei zu kaufen. Wenn die Balkonverkleidung noch völlig in Ordnung ist, reicht in der Regel ein neuer Anstrich aus und ein Austausch der Verkleidung würde wenig Sinn machen. Manche Mieter würden das sogar in Eigenleistung machen – geht aber nicht, weil die Mietverträge solche Eigenleistungen unterbinden, damit nicht acht oder zwölf Balkone an einem Haus "wild durcheinander" lackiert werden. Geplant werden muss das schon und wenn unterschiedliche Farben an den Balkonverkleidungen in einem harmonischen Miteinander stehen, dann kann das Haus sozusagen zu einem Lichtblick werden.

Welche Beschichtungen bei Balkonbrüstungen aus Beton?

Bevor man einer Balkonbrüstung aus Beton mit neuer Farbe kommt, ist diese zunächst einmal auf ihren Zustand zu überprüfen und zu reinigen. Schäden an der Brüstung lassen sich zum Beispiel mit einem Schnellreparaturmörtel beseitigen. Häufig sind Betonoberflächen auch veralgt oder vermoost. Algen können zum Beispiel mit einem alkalischen Grundreiniger entfernt werden. Kalilauge darf allerdings keine vorhanden sein. Man kann aber auch auf eines der zahlreichen Algen- und Moosmitteln greifen, die mittlerweile im Handel erhältlich sind. War der Beton zuvor bereits schon einmal gestrichen, muss der Altanstrich zumindest gründlich gesäubert werden. Ein leichtes Dampfstrahlen (auch unter Zusatz von Algen- und Moosentfernern) ist möglich. Abblätternde, nicht tragfähige Farbe muss auf jeden Fall entfernt werden. Das kann mit einem Schwingschleifer und grobem Schleifpapier geschehen, aber auch mit Heißluft oder einer Drahtbürste kommt man mitunter weiter. Zweikomponentige Altanstriche (sie sind daran zu erkennen, dass sie sich mit Universalverdünnung nach kurzem Reiben nicht anlösen lassen) müssen ganzflächig matt geschliffen werden. Bei einkomponentigen Altanstrichen ist die Oberfläche lediglich gründlich zu reinigen. Man sollte aber an einer unauffälligen Stelle einen Probeanstrich vornehmen, um sicher zu gehen, dass sich alte und neue Farbe miteinander vertragen.

Für die Gestaltung kommen betonverträgliche Farben und Lasuren in Frage. Diese werden auf Kunststoffbasis oder auf Silikatbasis angeboten. Bei den Lasuren bleibt die Oberflächenstruktur des Betons sichtbar, während deckende Anstriche die Betonstruktur nicht mehr durchscheinen lassen. Bei der Verarbeitung des Betonanstrichs muss einiges beachtet werden, wobei je nach Hersteller jedoch kleine Unterschiede bestehen können. In der Regel muss der Untergrund jedoch trocken, tragfähig und sauber sein. Stark saugende, sandende oder raue Untergründe sind zunächst mit Tiefengrund zu behandeln. Auch darf häufig nicht unter direkter Sonneneinstrahlung, bei Regen und unter einer bestimmten Temperatur und schon gar nicht bei Frost gearbeitet werden. Über die genaue Verarbeitung gibt das technische Arbeitsblatt des jeweiligen Betonanstrichs Auskunft. Hier wird auch verraten, ob der Anstrich in mehreren Arbeitsgängen aufgetragen werden muss. In der Regel sind zwei Anstriche notwendig, wobei der erste Anstrich mit einer verdünnten Farbe erfolgt.

Hier einige Links zu Herstellern von Betonanstrichen:

Sikkens StoCretec Dracholin

Welche Beschichtungen bei Balkonverkleidungen aus Kunststoff-Paneelen?

Früher waren Balkonverkleidungen aus Kunststoff meist aus einem Einheitsgrau. Das ist heute ganz anders, werden diese doch in allen gewünschten Farben angeboten. Doch auch grauen Kunststoffverkleidungen lässt sich neues Leben in Form von neuer Farbe einhauchen. Zum Streichen oder Lackieren sollten die Verkleidungen abgeschraubt werden, das erleichtert die Arbeit ungemein. Zunächst wird der Schmutz der Jahrzehnte entfernt. Das gelingt mit Spiritus oder einer Nitroverdünnung am besten. Danach muss die Verkleidung angeschliffen werden. Dabei sollte ein Schleifpapier feiner Körnung verwendet werden (Körnung 160 bis 240) und der Schleifstaub sorgfältig entfernt werden. Nach dem Schleifen folgt ein Grundanstrich mit einem Kunststoffprimer. Dieser dient als Haftgrundierung und sorgt zum einen dafür, dass der Lack haftet und zum anderen dafür, dass lösemittelhaltiger Lack den Kunststoff nicht angreift. Nach dem Aushärten des Primers muss wieder mit feiner Körnung geschliffen und wieder der Schleifstaub entfernt werden.

Die Auswahl des Beschichtungssystems richtet sich u.a. nach der Art des Kunststoffes. Bei Balkonverkleidungen können das z.B. Hart-PVC, PMMA (Acrylglas), Polystyrol oder PF-Pressholz sein. Letzteres ist ein mit Harzen (Phenol-Formaldehydharz) gebundener Holzwerkstoff, der ebenfalls den Kunststoffen zugeordnet wird. Bei der Auswahl des Farbstoffes ist zu beachten, dass dunkle Farben bei Sonneneinstrahlung stark aufheizen. Das kann dann sogar dazu führen, dass sich der Kunststoff verformt oder Spannungen auftreten. Auch sollten nur Lacke verwendet werden, die speziell für Kunststoffe geeignet sind (siehe Tabelle). Der Lackauftrag erfolgt in zwei Durchgängen, wobei nach dem Zwischenanstrich und dem Trocknen wieder sorgfältiges Schleifen und Säubern angesagt ist. Optimal ist es, den Lack mit einer Sprühpistole aufzutragen. Beim Auftragen mit Pinsel oder Rolle ist darauf zu achten, dass dies zügig geschieht.

Welche Beschichtung verträgt sich mit welchem Kunststoff

Bei der Wahl der Beschichtung kann folgende Tabelle helfen:

Beschichtungssysteme für Kunststoffe Alkydharzgrnd Alkydspezialgrund 2K-PUR 2K-Epoxidharz PVC-MP-Farbe Acryllack Dispersionsfarbe
Epoxidharze + + + + - 0 +
Hart-PVC 0 + + + 0 + +
Polystyrol 0 + - - + - +
PMMA + + + + 0 + +
Phenol-/Melaminharze - + + + - 0 +
+ = geeignet       0 = bedingt geeignet       - = nicht geeignet

Hier einige Links zu Herstellern von Kunststoffanstrichen:

Dulux Dinova Herbol

Welche Beschichtungen bei Balkonverkleidungen aus Metallplatten?

Mitunter sieht man Balkonverkleidungen aus Metallplatten. Auch diese lassen sich problemlos mit einer neuen Farbe versehen. Wenn die Verkleidung nicht gerade aus Aluminium oder Edelstahl ist, kann sie anfangen zu rosten. Dieser Rost muss vor dem Anstrich zunächst einmal mit der Drahtbürste und Schleifpapier gründlich entfernt werden. Vorhandene Öl- und Fettverschmutzungen mit Universalverdünnung entfernen. Für tieferen Lochfraß gibt es chemische Rostschutzumwandler, die auf die befallenen Stellen gestrichen werden. Für Eisen ist immer eine Grundierung mit Rostschutz nötig. NE-Metalle wie Zink, Aluminium, Messing, Kupfer oder feuerverzinkten Stahl sind immer mit Metallreiniger zu behandeln und anschließend mit einem speziellen Haftgrund zu streichen.

Lackierungen bei Metallen werden in der Regel in mehreren Schichten aufgetragen. Grundierung bzw. Primer dienen zum einen zur Haftvermittlung und zum anderen zum Korrosionsschutz. Zwischenlacke gleichen Unebenheiten und Schleifspuren auf und erzeugen einen einheitlichen Untergrund. Zudem sind sie für die Haftvermittlung zwischen Grundierung und Decklack zuständig. Die Decklacke sorgen schließlich für die Oberflächengestaltung und für den Schutz. Als Lacke für metallische Untergründe eignen sich Alkydharzlacke, Acrlyllacke oder Polyurethan- und Epoxidlacke. Die beiden letztgenannten erfüllen als Zweikomponentenlacke besonders hohe Ansprüche. Wasserverdünnbare Acryllacke eignen sich auf verzinktem Stahlblech oder Aluminium. Lösemittelverdünnbare Acryllacke können auf allen Metalluntergründen eingesetzt werden. Alkydharzlacke haben vielfältige Einsatzmöglichkeiten, u.a. als Grundierung, Korrosionsschutzlack, Zwischen- und Decklack, Hochglanz-, Seidenglanz- und Mattlack.

Hier einige Links zu Herstellern von Metallanstrichen:

Hammerite Brillux Feidal
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