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Die Satire des Monats September 2009 in unserem Online-Baumarkt

Energieeinsparung ist in aller Munde. Der Deutsche dämmt, dichtet ab, baut neue Fenster ein und packt auf die Fassade eine dicke Dämmlage. Und Heizkraft erzeugt er über Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach, durch Nutzbarmachung der Erdwärme oder des Grundwassers, dem Wärme entzogen wird - und so weiter...und so fort. Die Energieeinsparung kann jedoch das eheliche Beisammensein schwerwiegend stören.

Energieeinsparung an der falschen Stelle

Zu berichten ist über das Schicksal des Elektrotechnikers und Energieberaters Pavel Lotterbeck, der aus der ehemaligen Tschechoslowakei stammt und den im Tschechischen häufig anzutreffenden Familiennamen "Kukacka" trug, was soviel wie Kuckuck heißt. Diesen im Deutschen ziemlich anrüchig klingenden Familiennamen hat er gegen den Namen seiner deutschen Ehefrau eingetauscht in Unkenntnis dessen, dass "Lotterbeck" sehr leicht mit "Lotterbett" verwechselt werden und dann ebenfalls zu allerlei Spott führen kann.

Und gerade diesem Spott wollte der wackere Pavel Kukacka doch entfliehen, wurde er doch nach dem Grenzübertritt von jedem zweiten Deutschen mit Sprüchen bedacht wie "Bist Du heute schon in deinen eigenen Namen getreten?"

Nun sind aber Tschechen mit einer guten Portion hintergründigen Humors ausgestattet und je mehr man Pavel mit dem "Lotterbett" aufzog, je energischer widmete er sich seinem beruflichen Aufstieg.

Pavel arbeitete eifrig tagsüber auf dem Bau und bildete sich nebenher zum Energieberater fort. Er belegte Abendkurse und schaffte ohne Mühe eine Zertifizierung, die ihn berechtigt, Energieausweise auszustellen. Wo immer ein Luftzug durch undichte Ritzen drang, wo immer sich Kältebrücken bei der Infrarot-Messung abzeichneten - Pavel nahm seinen Beruf ernst und war zur Stelle, um den Hausbesitzern zu erklären, wie und wo sie Energie einsparen könnten. Und da Hausbesitzer tagsüber arbeiten und dann nur abends anzutreffen sind, war Pavel vielfach in den Abendstunden unterwegs.

Das zehrte an seinen Kräften. Erst der Abendkurs, der dem ehelichen Zusammensein mit Frau Miriam Lotterbeck nicht gut getan hatte. Dann der neue Job als Energieberater - Ehefrau Miriam litt zusehends an Entzugserscheinungen. Da half weder neue Reizwäsche, noch Herzkissen auf dem "Lotterbett". Man kann es in einem Satz zusammen fassen: Es wurde Energie an der falschen Stelle eingespart.

Frau Lotterbeck lebt inzwischen auf Gran Canaria, wo es auch im Winter schön warm ist und der Beruf des Energieberaters wenig Perspektiven bietet. Ihr neuer Lebensgefährte ist Yoga-Lehrer, steht minutenlang auf dem Kopf, um Energien zu tanken und hüpft dann ins Bett zu seiner Freundin. Die hat ihm schon einen Energieausweis ausgestellt hat, nämlich der Extraklasse.

Wolfram Dübbel

Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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