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Die Satire des Monats Juli 2009 in unserem Online-Baumarkt

Unser ständiger Mitarbeiter Wolfram Dübbel will eine Heimwerker-Partei gründen. Weil bei der Europawahl im Juni 2009 rund 30 Parteien kandidiert haben, sieht er nicht ein, warum sich nicht die Heimwerker mehr politisches Gehör in Brüssel verschaffen sollten. Wer mitmachen will, kann Herrn Dübbel an dieser Stelle schon einmal eine Sympathiebekundung zuschicken.

Wir Heimwerker brauchen eine eigene Partei

Haben Sie an der Europawahl teilgenommen? Der Stimmzettel war über eine Meter lang und zur Wahl standen über 30 Parteien. Die Partei "Die Frauen" hatte es mir zunächst angetan, denn ich bin ein notorischer Frauenversteher, obwohl meine eigene Ehefrau eine konträre Meinung und diese frecherweise auch schon öffentlich geäußert hat.

Dann fielen mir "Die Violetten" ins Auge, die Partei für eine spirituelle Politik, was immer das sein mag. Der 1. Vorsitzende der Violetten gibt als Beruf Theatermacher an; möglicherweise ist die ganze Partei nur Theater. Da ich violett hasse und mit dieser Farbe die Kondompackungen meiner frühen Jahre verbinde, konnte ich mich dann doch nicht für den oder die Theatermacher entscheiden.

Die "Piraten", die sich für mehr Transparenz im Internet einsetzen, hätten fast meine Stimme bekommen, wenn mir nicht die "PBC" ins Auge gefallen wäre, die mit dem aus dem Bauwesen nicht fortzusetzenden Kunststoff PVC weder verwandt noch verschwägert, sondern die Partei bibeltreuer Christen ist. Ich zögerte und zauderte und hätte fast den Bibeltreuen mein Kreuz geschenkt, wenn nicht die Partei der Einbrecher meine grauen Zellen in Erregung versetzt hätte.

Wenn die Ganoven schon eine Partei namens "Aufbruch" gründen, warum dann nicht wir, die redlichen, arbeitsplatzschaffenden und staatstragenden Heimwerker? Ohne uns kein OBI und kein Hornbach!

Ich werde also die PLH gründen, die "Partei leidenschaftlicher Heimwerker". Wir werden auf Anhieb über 0,5 der Wählerstimmen bekommen und dadurch 0,85 € pro Wählerstimme vom Staat kassieren. Wir rechnen mit 2 Mio. Wählerstimmen = 1,7 Mio. Einnahmen. Und wenn Sie uns etwas spenden wollen - bitte sehr: Für jeden gespendeten Euro erhalten wir vom Staat dann noch einmal 0,38 € als Zugabe.

Ich selbst werde natürlich Vorsitzender der Partei und erhalte eine bescheidene jährliche Aufwandsentschädigung von 200.000 €. Das Parteiprogramm besteht aus einem einzigen Satz: "Schluss mit dem Gequatsche - wir machen Nägel mit Köpfen!"

Wolfram Dübbel

Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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