In der weiten Welt der A-, B- oder C-Sternchen wird getrickst, geschummelt, verstärkt, aufgepumpt und auch manchmal (nicht) verdeckt, wenn es darum geht, sich und seinen Körper bestens für die allzeit bereitstehende Paparazzimeute in Positur zu bringen. Unser Herr Dübbel hat da scheinbar eine Marktlücke entdeckt, von der er nicht nur profitiert, sondern diesmal auch berichtet.
"Baustelle Body" oder wie Meister Dübbel den Busen hebt
Die Moderatorin und Schauspielerin Sonya Kraus hat öffentlich im Fernsehen und auch in ihrem Buch "Baustelle Body" anschaulich dargelegt, wie sie ihre Brüste anhebt und fixiert, damit sie im Abendkleid nicht zu sehr schwanken und vor allen Dingen nicht aus dem Dekolleté heraus rutschen. Na, da verrät sie mir aber keine Neuigkeiten, denn ich bin aufgrund meines geschickten Umgangs mit Klebebändern für Dachfolien und den doppelseitig klebenden Bändern für Teppich-Auslegware seit vielen Jahren Busenhebe-Spezialist mit einem dankbaren Kreis von Kundinnen, die mit tiefen Ausschnitten die Männer betören wollen.
Bevorzugt verwende ich Gewebebänder zwischen 30 und 100 mm Breite, letztere für die schweren Fälle. Die Bänder werden von mir kreuzförmig unter die Brüste geklebt, die dadurch deutlich angehoben werden; es entsteht dadurch ein Corset-Effekt. Je nach Beschaffenheit des Ausschnitts wende ich auch eine halbkreisförmige Klebetechnik an, wobei ich mich dieser Arbeit generell mit großem Ernst widme.
Die von mir eingesetzten Bänder müssen resistent sein gegen Flüssigkeiten wie Alkohol und auch mechanischen Beschädigungen trotzen, ganz wie am Bau. Meistens verklebe ich transparente oder hautfarbene Bänder. Die Teppich-Klebebänder sind sowieso transparent und werden von mir immer dann eingesetzt, wenn der Ausschnitt sehr gewagt ist und die Gefahr des Heraushüpfens der Brüste besteht. Ich drücke dann einfach das Oberteil des Kleides oder der Bluse gegen das doppelseitig klebende Band und es kann nichts mehr passieren.
Gibt es keine kritischen Augenblicke? Leider ja! Dann nämlich, wenn ich die Klebebänder wieder abziehen muss, was schmerzhaft ist und nicht ohne Gestöhne bei den Damen abgeht. Anfangs hatte ich angeboten, die gereizte Haut mit einer milden Lotion einzureiben. Mehrere Damen hatten nichts dagegen, gerieten aber noch mehr ins Stöhnen und ich in eine gewisse Hitze.
Meine Frau beginnt meine segensreiche Arbeit in letzter Zeit zu hintertreiben. Als ich vorige Woche bei der Schauspielerin S. erschien, deren Busen ich für einen Wohltätigkeitsball wohlgefällig anheben sollte, befanden sich in meinem Werkzeugkoffer nur gelb-schwarze selbstklebende Warnbänder.
Wolfram Dübbel |