
Hohe Energieeffizienz, vielfältige Kombinationsmöglichkeiten mit regenerativen Energieträgern,
Versorgungssicherheit und Flexibilität bei der Bevorratung – flüssige Brennstoffe haben ihr Zukunftspotenzial unter
Beweis gestellt. Zum Beispiel als Basis-Energieträger in einer "Hybrid-Heizung". Das ist eine Kombination von
Öl-Brennwertgerät, solarthermischer Anlage und Holzkaminofen, der in die Wärmeversorgung des gesamten Gebäudes
eingebunden ist. Solche multivalenten Ölheizkonzepte wurden von mehreren Heizgeräteherstellern als praxiserprobte
Lösungen zum effizienten Einsatz flüssiger Brennstoffe in Kombination mit erneuerbaren Energien vorgestellt.
Wird ein derartiges Kombi-Heizsystem mit Bioheizöl betrieben, das in einigen Regionen der Bundesrepublik bereits
lieferbar ist, kommt eine dritte regenerative Komponente zur Einsparung fossiler Primärenergie hinzu.
Heizöl nur für Wärmebedarfslücken
Wesentliches Element einer "Hybrid-Heizung" ist ein großvolumiger, gut isolierter Pufferspeicher, in dem die Wärme aus den
unterschiedlichen Energiequellen bevorratet wird. In den Sommermonaten kann die für die Warmwasserbereitung benötigte
Energie fast ausschließlich solar erzeugt werden. In der Übergangszeit und im Winter leistet der Holzkaminofen seinen
Beitrag zur Beheizung des gesamten Gebäudes. Über einen Wärmetauscher wird ein Großteil der Wärme aus dem Kaminofen in
den zentralen Pufferspeicher eingespeist, anstatt ungenutzt über den Schornstein zu entweichen. Erst wenn Solaranlage
und Kaminofen den Wärmebedarf alleine nicht mehr abdecken können, schaltet sich automatisch das Öl-Brennwertgerät hinzu.
Vor allem in ländlichen Gebieten, in denen Scheitholz zumeist preisgünstig zur Verfügung steht, verzeichnen die Hersteller
ein beachtliches Interesse an einer "Hybrid-Heizung" auf Basis der Öl-Brennwerttechnik. Kombilösungen aus effizienter
Heiztechnik und regenerativen Energieträgern kommen offenbar auch dem Bedürfnis der Hauseigentümer entgegen, ihre
Wärmeversorgung auf mehrere Säulen zu verteilen. Sie bieten mehr Unabhängigkeit und Sicherheit bei der Energieversorgung
gegenüber konventionellen, auf einen Brennstoff ausgelegten Heizsystemen.
Öl-Brennwerttechnik, auch das bestätigte die Fachmesse ISH, ist mittlerweile bei der Ölheizung Standard. Im vergangenen
Jahr wurden erstmalig mehr Öl-Brennwertgeräte eingebaut als konventionelle Niedertemperaturkessel. 56 Prozent aller neu
installierten Ölheizungen entfielen auf Brennwerttechnik, oftmals in der Kombination mit einer Solaranlage zur
Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Insgesamt wurde mehr als ein Drittel aller neu installierten Heizungen
im Jahr 2008 mit einer thermischen Solaranlage kombiniert.
Der Trend zu sparsamer Öl-Brennwerttechnik mit Solar hat sich auch in diesem Jahr trotz – oder vielleicht auch gerade
wegen der Wirtschaftskrise fortgesetzt. Denn "die Anschaffung effizienter und umweltschonender Heiztechnik ist eine
Investition in reale Werte mit garantierter Energiesparrendite", erklärt Prof. Christian Küchen vom Institut für
wirtschaftliche Oelheizung (IWO). Bis zu 40 Prozent weniger Heizöl verbraucht eine Öl-Brennwertheizung mit Solar im
Vergleich zu einem veralteten Heizkessel.
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