Die Wahl der richtigen Baustoffe hat einen wesentlichen Einfluss auf das gesunde Klima und den
Wohlfühlfaktor in den eigenen vier Wänden. Wo immer es möglich ist, sollte man sie einsetzen – sich selbst und der Umwelt
zuliebe.
Die Modernisierung von Immobilien hat Hochkonjunktur. Allerdings werden bei der Sanierung oftmals nur die Energie-Aspekte
berücksichtigt – und die Baubiologie kommt zu kurz. So können vorhandene Probleme verstärkt werden, z. B. indem die
Schadstoffbelastung im Innenraum durch die Ausdünstungen moderner Baustoffe steigt. Dabei können Hausbesitzer durch
Einsatz natürlicher Materialien auf einen Streich Energie sparen, Belastungen minimieren und das Wohnklima verbessern!
Schlechtes Klima
Mit Beginn des Baubooms in den 50er-Jahren hielten in Häuser und Wohnungen synthetische Baustoffe Einzug, deren
Schädlichkeit erst 20 Jahre später in vollem Umfang bekannt wurde. Traurige Berühmtheit erlangten u.a. Asbest,
Formaldehyd und verschiedene Holzschutzmittel. Sie werden inzwischen als höchst gesundheitsschädlich eingestuft.
Rund 90 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1977 – also vor dem Inkrafttreten der ersten
Wärmeschutzverordnung – gebaut und sind sanierungsbedürftig. Der Verband der Baubiologen geht davon aus, dass sich in
circa 80 Prozent der deutschen Altbauten gesundheitlich äußerst bedenkliche Baustoffe finden lassen. Diese oft
hochgiftigen Altlasten in Tapeten, Lacken, Farben, Klebern und Kunststoffen können zu Unwohlsein, Kopfschmerzen,
Schleimhautentzündungen oder Atemwegserkrankungen führen.
Wert-Stoffe – Schadstoffe bei Baustoffen tabu
"Baustoffe sollten bei der Herstellung, Nutzung und späteren Beseitigung keine Schadstoffe an die Umgebung abgeben",
erklärt Iris Laduch für die BHW Bausparkasse. Grundsätzlich sollte auf Farben und Lacke verzichtet werden, die
allergieauslösende Kunstharze und chemische Lösungsmittel wie Xylol enthalten. Naturharz-Lacke ohne Lösungsmittel und
Naturfarben auf mineralischer Basis sind zwar etwas teurer, dafür kann man sie guten Gewissens selbst in sensiblen
Bereichen wie dem Kinderzimmer verwenden. Für den Bodenbelag gibt es eine Vielzahl von natürlichen Lösungen: Massivholz,
Linoleum, Kork oder Naturfaserteppich sind gesundheitlich unbedenklich und auch in vielen modernen Designs erhältlich.
Als Dämmstoff für die Außenwände und Dächer werden heute noch überwiegend Produkte aus Glas, Steinwolle oder Polystyrol
verwendet, deren Auswirkungen auf die Gesundheit umstritten sind. Auf baubiologisch sicherer Seite stehen
Hauseigentümer, die mit Hanf, Holzfasern oder Zellulose dämmen
und auf diese Weise auch die Umwelt schonen.
Ohne Risiko – Sanierung vom Fachmann planen lassen
"Am besten lässt man eine Sanierung von einem Fachmann planen, der Energieeinsparung und Baubiologie im Auge behält
– z. B. einem Energieberater mit Zusatzqualifikation", sagt Iris Laduch. Die Bezeichnung "Baubiologe" ist in Deutschland
nicht geschützt, deshalb sollte auf die Zugehörigkeit des Experten zu einem seriösen Berufsverband geachtet werden. Wer
eine schnelle, kompetente Beratung sucht, wird beim "Gesünder-Wohnen-Telefon" des Berufsverbands deutscher Baubiologen
e.V. fündig (Tel. 08 00/200 10 07, montags bis freitags, von 9.00 bis 17.00 Uhr). Hier wird auch der Kontakt zu einem
örtlichen Baubiologen vermittelt.