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Allergikerhäuser - Bauen nach individuellen Bedürfnissen

Tränende Augen, tropfende Nase oder Atembeschwerden - immer mehr Menschen leiden unter Allergien. Wenn man wissenschaftlichen Untersuchungen glauben kann, ist jeder vierte Erwachsene und jedes dritte Kind von einer Allergie betroffen. Viele wissen wahrscheinlich nicht einmal, dass sie auf einen bestimmten Stoff besonders reagieren. Es ist auch mitunter schwer zu begreifen, gegen was man alles allergisch sein kann. Pollen, Hausstaub, Schimmel, Tierhaare oder Chemikalien - diese Auslöser einer Allergie kennt jeder. Dass aber auch eine Türschwelle aus dem falschen Holz oder eine Möbelpolitur mit natürlichen Inhaltsstoffen Grund für eine tropfende Nase oder mehr sein können, dürfte nicht jeder wissen. So vielfältig wie die Ursachen sind die Auswirkungen auf die Menschen. Was dem Einen nichts ausmacht, ist für den Anderen der blanke Horror und umgekehrt. Im Freien kann man sich vor "reizenden" Stoffen nur sehr schwer schützen. Mehr Zeit verbringt man aber eh innerhalb der eigenen vier Wände. Deshalb sollte man dafür sorgen, dass man sich zumindest dort einigermaßen beschwerdefrei aufhalten kann.

Dabei kann man nicht von d e m Haus für Allergiker sprechen. Jedes Haus muss individuell auf seine Bewohner abgestimmt werden. Viele Allergiker besitzen einen Allergiker-Pass, in dem alle Stoffe aufgeführt sind, auf die sie reagieren. Anhand dieses Passes ist es möglich, das Gebäude den individuellen Bedürfnissen anzupassen. Neben dem gesundheitlichen Aspekt spielen beim Bau eines Hauses natürlich auch noch andere Dinge eine Rolle. So sollten beim Bau beispielsweise umweltfreundliche Produkte verwendet und die Energieeinsparverordnung eingehalten, besser noch, deutlich unterboten werden. Wichtig ist auch die Machbarkeit, es reicht nicht, wenn es theoretisch geht, aber praktisch nicht umsetzbar ist. Zu teuer sollte es auch nicht werden, damit sich auch ein Normalverdiener das Haus leisten kann. Für solch ein ganzheitliches Konzept steht ALLÖKH - Allergiker-gerechtes Öko-Haus. Entwickelt wurde es vom Institut für Umwelt und Gesundheit (IUG) in Fulda. Realisiert wurde das ALLÖKH-Konzept erstmals in Kooperation mit dem Fertighaus-Hersteller WeberHaus. Ebenfalls mit dem ALLÖKH-Qualitätssiegel ausgezeichnet wurde mittlerweile das Vollwert-Haus "100+5 Cabrio" von Baufritz.

Ein Haus, das den ALLÖKH-Kriterien entspricht, ist ein Niedrigenergie- oder Passivhaus. Mehr über Niedrigenergiehäuser erfahren sie hier, Informationen zu Passivhäusern haben wir hier zusammengetragen. Merkmal solcher Bauweisen ist die kontrollierte Wohnraumlüftung. Auch darüber haben wir an anderer Stelle bereits ausführlich berichtet. Be- und Entlüftungsanlagen sorgen nicht nur für frische Luft, sondern sind auch sehr gut bei einer Pollenallergie geeignet. Während bei Fensterlüftung die Pollen ungehindert ins Haus gelangen, wird dies bei Lüftungsanlagen durch spezielle Filter verhindert. Weiterhin wird die Weiterverbreitung von Pollen und Staub durch einen abgeschlossenen Windfang erheblich verringert. Bei einer schweren Pollenallergie kann beim Eingang eine Schleuse mit Pollendusche eingebaut werden. Dort wird die Kleidung getauscht und ein weiterer Polleneintrag verhindert.

Weit verbreitet ist auch die Hausstauballergie. Verursacher sind die Exkremente der Hausstaub-Milben, die beim Austrocknen in kleine Teilchen zerfallen. Die Milben ernähren sich von menschlichen Haut- und Haar-Schuppen und kommen in jeder Wohnung vor. Eine optimale Vermehrung findet bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 70 Prozent und einer Temperatur von etwa 25 Grad statt. Besonders wohl fühlen sich Milben in Matratzen, Polstermöbeln, Teppichen und Teppichböden. Allergiker sollten daher möglichst auf Teppichböden verzichten und Holz- oder Laminatböden vorziehen. Wer dennoch einen Teppichboden haben möchte, sollte ihn regelmäßig mit Anti-Milben-Mitteln reinigen und darauf achten, dass er mit dem TÜV-Prüfzeichen "Für Allergiker geeignet" ausgezeichnet ist. Für weniger Staubaufwirbelungen sorgt eine Staubsaug-Zentraleinheit. Heizkörper sollten leicht zu reinigen, das heißt beispielsweise, kippbar sein.

Auch Schimmelpilze können Auslöser von Allergien oder Krankheiten sein. Schimmelpilze benötigen Feuchtigkeit und organisches Material. Zuviel Feuchtigkeit wird beispielsweise durch die mechanische Wohnraumlüftung verhindert. Wer keine automatische Lüftungsanlage besitzt, muß regelmäßig Lüften. Dauerhaft beseitigen lassen sich Schimmelpilze nur, wenn die befallenen Bauteile ausgetauscht werden. Mehr über die Beseitigung von Schimmelpilzen, erfahren Sie hier. Weshalb das Schimmelpilzproblem immer größer wird, können Sie hier nachlesen. Ebenfalls ein Problem unserer Zeit ist der Elektrosmog. Immer mehr Menschen klagen über Probleme, die durch den Handywahn und andere elektrische Neuerungen entstehen. Jeder möchte ein Handy haben und überall erreichbar sein. Doch wehe, es wird dazu ein Sendemast in der Nachbarschaft aufgestellt, dann ist das Geschrei groß. Mehr Informationen zu Elektrosmog und wie man sich schützen kann finden Sie hier.

Auch viele Naturprodukte enthalten Inhaltsstoffe, die Auslöser für allergische Erkrankungen sein können. Das Harz von frischem Nadelholz besitzt beispielsweise Inhaltsstoffe, denen teilweise eine starke sensibilisierende Wirkung zugeschrieben wird. Diese Stoffe findet man auch in Lösemitteln von Naturfarben und Terpentinölen. Auch in Laminat, Fertigparkett oder OSB-Platten können allergieauslösende Stoffe enthalten sein. Auch diese stammen aus den Harzen von Nadelbäumen. In Innenraumnähe sollten daher harzarme Hölzer zum Einsatz kommen. Laubbäume sind beispielsweise weniger harzhaltig als Nadelbäume. Im warmen Süden wachsen harzhaltigere Bäume als im kühlen Norden. Auch der Zeitpunkt des Holzschlags und die Länge der Lagerung haben einen Einfluß auf den Harzgehalt des Holzes. Auch Mittel zur Oberflächenbehandlung von Holz können natürliche Inhaltsstoffe wie beispielsweise Zitronenschalenöle oder Leinöle enthalten, die Ursache für eine allergische Reaktion sind. Auch wenn hier meist von natürlichen Stoffen die Rede war, sollte der Einsatz von chemisch behandelten Baumaterialien weitgehend vermieden werden. Bei Holz ist zum Beispiel oft gar kein Schutz notwendig, wenn spezielle bauliche Schutzmaßnahmen ergriffen wurden.

Schnelle Hilfe gegen Pollen ohne Lüftungsanlage


In sehr vielen Häusern und Wohnungen ist überhaupt keine mechanische Lüftungsanlage installiert und es wird in absehbarer Zeit auch keine Anlage geben. Das liegt beispielsweise daran, dass die Nachrüstung einfach zu teuer ist oder man in einer Mietwohnung lebt und darauf keinen Einfluss hat, ob und wann eine Lüftungsanlage eingebaut wird. Pollen machen vor solchen Wohnungen natürlich keinen Halt. Bei Heuschnupfen ist dann "Tag der geschlossenen Fenster" angesagt. Lüften ist nur möglich bei Regen, absoluter Windstille und dann höchstens wenige Minuten. Man kann sich auch dem Rhythmus der Pollen anpassen. Ab fünf Uhr morgens steigt die Pollenmenge kontinuierlich an und erreicht in der Tagesmitte ihren Höhepunkt. Alles ganz schön kompliziert und verwirrend, will man einigermaßen beschwerdefrei den Pollenflug überstehen.

Lüften bei jeder Tageszeit und bei jedem Wetter ist dagegen mit dem tesa Protect Pollenschutzgitter angesagt. Es läßt Allergiker wieder aufatmen. Die zum Patent angemeldete Textilstruktur verhindert das Eindringen selbst kleinster Pollen zu 87 Prozent. Bei größeren Pollen ist die Quote sogar noch höher. Das luft- und lichtdurchlässige Spezialmaterial lässt sich auf beliebige Größe zuschneiden und mit dem beigelegten tesa Klettband direkt am Fensterrahmen befestigen. Auch die Reinigung ist sehr einfach und kann am Fenster vorgenommen werden. Das Pollenschutzgitter ist wiederverwendbar und hält bei einer durchschnittlichen Nutzung von 12 Wochen pro Jahr während der Haupt-Pollenflugzeit etwa drei Jahre.
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