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Baum fällen im eigenen Garten – darf man das?

Baum fällen im eigenen Garten Im eigenen Garten darf man bekanntermaßen nicht alles. Man darf Gartenhäuser nicht in jeder beliebigen Größe aufstellen. Man darf dem Nachbarn nicht eine Hecke oder einen Komposthaufen direkt an den Zaun setzen. Und was ist mit den Bäumen? Irgendwann hat die Süßkirsche eine Höhe von acht Metern erreicht und den Nutzen haben nur die Tauben, die sich in der Erntezeit in der Baumkrone niederlassen und sich den Kropf füllen. Also will man den Stamm, der einen beträchtlichen Umfang erlangt hat, fällen oder fällen lassen. Darf man das nun oder darf man es nicht? Wir haben uns über die Gesetzeslage zum Thema Bäume fällen einmal genauer informiert und hier bei baumarkt.de auch einen Beitrag über Risikofällungen von Bäumen online gestellt.

Wie so oft in unserem von zahllosen Gesetzen und Verordnungen geregelten Leben heißt die Antwort: Jein. Die Gemeinden dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz und in Anlehnung an ähnliche Gesetze der Bundesländer eine Baumschutzsatzung erlassen. Viele Gemeinden haben eine, andere nicht. Der Grund für das Aufstellen einer solchen Satzung ist an sich klar und durchaus positiv zu sehen. Das Bildder Gemeinde bzw. der Stadt und deren "Durchgrünung" sollen erhalten bleiben - auch im Sinne des Klimaschutzes. Ist eine solche Satzung vorhanden, ist bei der Gemeinde eine Erlaubnis einzuholen. Wenn diese erteilt wird, muss der Gartenbesitzer "Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen" leisten, es sei denn, es liegt ein Befreiungsgrund vor.
Und solche Befreiungsgründe sind in den Satzungen einerseits genau, andererseits auch wieder schwammig definiert. Wenn der Baum krank ist oder wenn von dem Gehölz Gefahren für Leben oder Sachwerte ausgehen, wenn also z.B. der Baum auf das Nachbarhaus fallen könnte, liegt ein Befreiungsgrund vor. Ein Befreiungsgrund, der Grundstücksverkäufer besonders interessiert, liegt auch dann vor, wenn ein Grundstück in einem Baugebiet liegt, aber nur dann bebaut werden kann, wenn ein Baum oder mehrere Bäume nicht mehr im Wege stehen. Der Gartenbesitzer sollte aber wissen, dass der Gerbauch einer Kettensäge immer mit Risiken behaftet ist, weshalb wir eigens eine Checkliste für den sicheren Umgang mit der Motorkettensäge veröffentlicht haben.
Baum fällen im eigenen Garten Was hier auf dem Foto zu sehen ist, das ist eine 30-jährige Esche, deren Krone die Häuser überragt und deren Äste in des Nachbarn Garten reichen. Darf dieser einfach unter Berufung auf das Nachbarschaftsrecht die Äste kappen, denn der Baum steht im hinteren Teil eines Gartens und beeinträchtigt damit auch nicht die "Lichteinwirkung auf Fenster". Denn genau dieses ist eine der meisten Erklärungen, mit denen eine Genehmigung zum Fällen begründet wird. Beeinträchtigt nämlich ein Baum die Lichteinwirkung auf ein Fenster "unzumutbar", weil aufgrund der Belaubung oder der Nadeln Wohnräume auch tagsüber nur durch Einschalten von künstlichem Licht benutzt werden können, dann ist der Baum bald ein Opfer der Kettensäge. Dieses Foto zeigt den "Casus Knacktus" recht deutlich. Im Winter trägt der Baum natürlich kein Laub, im Sommer wird es aber arg schattig. In solchen Fällen wird die Gemeinde eine Fällung zulassen.
Pech hat ein Grundstücksbesitzer immer dann, wenn eine 400 Jahre alte Buche oder eine 300 Jahre alte Eibe auf seinem Grundstück zum Naturdenkmal erklärt worden ist. Dann greift der Denkmalschutz und nicht die örtliche Baumschutzsatzung. Gefällt werden darf der Baum dann auf gar keinen Fall.
Auch wo eine Baumschutzsatzung vorhanden ist, wird deren Umsetzung meistens nur lasch gehandhabt. Mancher Gartenbesitzer will die "Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen" durch Neuanpflanzung und erst recht die Ausgleichszahlungen sparen, die dann verlangt werden können, wenn andere Ausgleichsmaßnahmen nicht möglich sind. Also greift er selbst zur Kettensäge, was gefährlich ist und tödlich enden kann, oder er beauftragt eine Firma für Baumfällungen. Denn wo kein Kläger, da kein Richter.

Kommt man dem Baumfäller jedoch auf die Schliche, kann ihm je nach Ortssatzung eine Geldbuße bis 50.000 € auferlegt werden. Der Redaktion ist bisher eine Strafe in dieser Höhe allerdings noch nicht bekannt geworden, aber auch 3.000 oder 5.000 € können weh tun. Besser also, sich erst einmal zu erkundigen, ob die Gemeinde eine Baumschutzsatzung hat und wenn ja, sich dann um eine Erlaubnis zum Fällen zu bemühen.

Fotos: www.fotoatelier-schumacher.de
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