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Die Satire des Monats März 2009 in unserem Online-Baumarkt

In Berlin gibt es tatsächlich noch einen Bauernhof. Hier wurde von einem bisher unbekannten Täter ein Kupferrohr auf dem Misthaufen abgelegt. Der Fall hat in Berlin ein erhebliches Aufsehen erregt. Unser Autor hat sich umgehört:

Warum liegt das Kupferrohr auf dem Misthaufen?

Ministerpräsident Seehofer (CSU): Es handelt sich dabei um eine Entscheidung unseres neuen Bundeswirtschaftsministers Herrn zu Guttenberg, der damit ein für allemal klarmachen will, dass er für die Rohrproduktion ebenso wie für die Gasgewinnung aus vergärendem Mist die politische Verantwortung trägt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): Die Angelegenheit ist keine innerdeutsche, sondern eine europäische, da das Kupferrohr in Frankreich hergestellt worden ist und die Kühe, die den Mist verursacht haben, aus England eingeführt worden sind, während die Schubkarre, mit der der Mist weggeschafft wird, in Polen produziert wurde. Immerhin kommt das Gummirad der Schubkarre von CONTI in Hannover, was dazu beiträgt, die Milliardenschulden des Konzerns abzubauen. Insgesamt sind wir auf einem guten Weg, das Problem auf europäischer Ebene zu lösen.

Guido Westerwelle (FDP): Das Rohr habe ich aus symbolischen Gründen auf dem Misthaufen abgelegt. Die SPD in Hessen macht nur Mist und die hessische CDU guckt in die Röhre, weil viele ihrer Stammwähler zur FDP abgewandert sind.

Renate Kühnast (Die Grünen): Nach unseren Recherchen lag das Kupferrohr auf dem Hof herum und jemand hat den Misthaufen einfach untergeschoben. Wir verurteilen beides! Kupfer ist wertvoll und kann recycelt werden. Dem unschuldigen Metallrohr aber Mist unterzuschieben, ist der Gipfel. Insofern ist uns und allen Wählern der Herr Umweltminister eine Erklärung schuldig.

Umweltminister Gabriel (SPD): Ich kann mich jetzt nicht mit der Sache beschäftigen, da ich drei Fototermine mit der Presse habe.

Klaus Zumwinkel (Steuersünder): Ich bin an der ganzen Sache unschuldig. Ich habe mein Geld weder in Kupferaktien investiert noch unter einem Misthaufen versteckt, wie man ja leider herausgefunden hat.

Sonja Zietlow (RTL): Es handelt sich um die Vorbereitung einer neuen Ekelshow, bei der Kandidaten durch ein Kupferrohr die Ausdünstungen des Misthaufens schnüffeln müssen. Wer es am längsten aushält, wird Mistkönig und bekommt eine Personality-Show.

Gregor Gysi (Die Linke): Das Rohr wurde in der ehemaligen DDR hergestellt und keineswegs, wie die verehrte Bundeskanzlerin behauptet, in Frankreich. Der Misthaufen liegt aber auf dem Gebiet der alten Bundesländer. Ich will nicht ausschließen, dass die ganze Aktion unter stiller Duldung des Herrn Müntefering eingefädelt worden ist, um uns, die einzig wahren Linken, in Verruf zu bringen.

Schorsch Reinicke (Heizungsbauer): Ick weeß jar nich, watt die janze Uffrejung soll. Ick habe uff dem Hof ne Reparatur jemacht und hab det Reststück von dem Rohr eenfach aus dem Fensta jeworfen. Dat da een Misthaufen ist, ha'ick nich jewusst. Un wenn ick et jewusst hätte, wär' et mir ooch scheißejal jewesen.

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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