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Konstruktions- und Planungshinweise für den Treppenbau


Eine komplexe Materie
Vokabeln pauken
Treppenqualitäten
Geländer nicht vergessen
Baunormen beachten
Sicherheitstipps zur Treppenplanung
Problemfall Spindeltreppe
Wie groß, wie breit?
Der Mensch als Maß aller Dinge
Kinder mit einkalkulieren
Treppen und der Brandschutz
Treppengrundrisse
Raumspartreppe
Foto: epr/Gebrüder Dolle

Treppen - eine komplexe Materie

Ob beim Neubau oder beim Umbau: Fast jeder Bauherr wird irgendwann mit der Frage konfrontiert, wie und wo eine Treppe die Stockwerke verbinden soll. Innerhalb einer Wohnung fällt dann in der Regel die Entscheidung für eine Holztreppe, auch wenn Beton- oder Treppen aus Metallkonstruktionen auch ihre Berechtigung haben. Die Qual der Wahl hat man in jedem Fall, denn das Thema Treppe ist relativ komplex. Für die Information vor dem Kauf sollte man sich also etwas Zeit nehmen.

Treppe

Fachvokabular Treppen

Wenn man sich mit Treppen beschäftigen will oder muss, dann kommt man um die Erlernung eines gewissen Fachvokabulars leider nicht herum: Wer weiß schon, was man als "Antrittpfosten" bezeichnet, was eine "Geländerfüllung" ist oder was man unter einer "zweiläufigen, gegenläufigen Treppe mit Zwischenpodest" zu verstehen hat. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, wie welche Teile einer Treppe korrekt bezeichnet werden.

Treppenqualitäten

Die Preise für Treppen unterscheiden sich stark. Das heißt aber nicht, dass eine solide Hartholztreppe ein Luxusobjekt sein muß. In den Kosten schlagen sich unter anderem die Qualität, das Design, die Sicherheit und die Lebensdauer nieder. Einfache Bausatztreppen aus Weichholz erfüllen auch ihren Zweck, wenngleich sie beispielsweise viel anfälliger für Kratzer und ähnliche Beschädigungen sind. Wird die Treppe häufig genutzt und haben sie vielleicht Kinder oder Haustiere, dann ist eine Treppe mit Stufen aus massivem Hartholz sehr zu empfehlen. Für selten genutzte Treppen sind dagegen Stufen aus Weichholz oder aus Spanplatten absolut unproblematisch. Was die Langlebigkeit angeht, ist natürlich mit Parkettlack versiegeltes Massivholz nicht zu schlagen. Wenn die Stufen dann später einmal unansehnlich geworden sind, kann man sie problemlos wieder auffrischen. Überhaupt sollte man vor dem Kauf genau in den Vertrag schauen, was der Treppenbauer denn als Oberfläche für die Treppe vorsieht. Oft werden Treppen nämlich nur "vorversiegelt" ausgeliefert - was nichts anderes heißt, als das zwar ein Grundanstrich aufgebracht worden ist, der aber mindestens zwei weitere, rutschhemmende Lackierungsschichten ergänzt werden sollte.

Geländer nicht vergessen

Ein weiterer Punkt, den Sie beachten sollten, ist das Geländer. Es ist nämlich keineswegs ungewöhnlich, wenn der Treppenbauer das extra berechnet. Ist im Vertrag die Lieferung eines Treppenlaufs eingetragen, gehört das Geländer tatsächlich nicht zur Lieferung. Achten Sie also darauf, tatsächlich eine "Treppenanlage" zu ordern. Zu der gehört dann ein stabiles Geländer und ein griffsicherer Handlauf.



Baunormen im Treppenbau beachten

Für Schwierigkeiten beim Treppenbau sorgen Fenster im Treppenlauf ebenso wie Gas-, Wasser- und Elektroinstallationen. Sowohl Fenster als auch Installationen erfordern eine genaue Treppenplanung, schließlich sollen Treppen entsprechend sicher an den Wänden befestigt werden können. Apropos Wände: Da praktisch jede Treppe statisch sicher am Mauerwerk befestigt werden muss, sind auch an die Mauer relativ hohe Anforderungen zu stellen. Die Baunormen verlangen in jedem Fall zur Verankerung der Treppe tragende Wände (mindestens 17,5 Zentimeter Dicke). Das hat gleich zwei Vorteile: Die Stabilität ist gewährleistet und auch die Schalldämmung ist besser. Das ist besonders bei Reihenhäusern ein ganz wichtiger Punkt, schließlich will man ja nicht immer mitbekommen, wenn des Nachbarns Drillinge wieder einmal die Treppe herunterpoltern.

Sicherheitstipps zur Treppenplanung

Sicherheit durch Stäbe an der Treppe Ausrutscher auf der Treppe gibt es leider immer wieder. Schuld daran ist neben Hast und Eile oder unzureichender Beleuchtung manchmal auch die Treppenbauart selbst. Vor allem dann, wenn wesentliche Grundmaßregeln nicht eingehalten werden, so dass zu steile und unbequem zu begehende Treppen entstehen.

Die Anforderungen an Treppenanlagen in Bezug auf ihre sichere Begehbarkeit sind in der DIN 18065 festgelegt. Wer sich bei der Planung an diese Regeln hält, wird eine gute und sicher zu begehende Treppe erhalten. Zum Beispiel muss eine Treppe mindestens 80 cm Laufbreite aufweisen, sollte aber 90 cm oder besser 100 cm breit sein, da dann auch mal sperrige Gegenstände leichter transportiert werden können. Als emfpehlenswertes Maß für die Stufenhöhe und -breite gelten 18/27 cm. Bei einer normalen Geschoßhöhe von 260 bis 285 cm würde eine solche Treppe 14 bis 16 (meist 15) Steigungen haben.

Besonders wichtig ist, dass die Stufen alle den gleichen Abstand aufweisen. Am Beginn und Ende der Treppe muss zum Beispiel bei Neubauten der Fußbodenaufbau (Estrich, Fußbodenbelag, eventuelle Fußbodenheizung etc.) entsprechend berücksichtigt werden.

Geländer haben ebenfalls eine bedeutende Sicherheitsfunktion, vor allem, wenn Kinder im Haus sind. Der Kindersicherheit im Treppenbau widmen sich im übrigen Gesetze und Vorschriften. Die Mindesthöhe ist auf 90 cm festgelegt, der Abstand zwischen den Stäben sollte nicht mehr als 12 cm betragen. Das Geländer muss selbstverständlich stabil sein und sollte in seiner Konstruktion die Kleinen nicht zur Kletterpartie einladen (also z.B. auf vertikalen Verstrebungen verzichten). Bei älteren Menschen ist ein griffgerechter Handlauf wichtig.

Wichtig bei gewendelten Treppen ist die gleichmäßige Verziehung der Stufen. Und jede Treppe sollte natürlich entsprechend beleuchtet sein, Lichtschalter müssen leicht erreichbar sein (Wechselschaltung am Anfang und Ende einer Treppe).

Ausführliches über alle sicherheitsrelevanten Themen rund um die Treppe und praktische Planungshinweise enthält der Ratgeber "Treppen-ABC", der kostenlos angefordert werden kann über die Treppenmeister Partnergemeinschaft Abteilung 7114, Emminger Str. 38, 71131 Jettingen.



Problemfall Spindeltreppe, volkstümlich Wendeltreppe genannt

Spindeltreppe Wer kennt sie nicht, die "Wendeltreppe", die sich scheinbar unendlich in einem Kirchturm "hochwendelt" und auf der man bei Gegenverkehr erheblich ins Gedränge kommt. Der fachmännische Name ist Spindeltreppe und Spindeltreppen werden auch heute in allen Materialien hergestellt und oft in Maisonette-Wohnungen eingebaut, um einen platzsparenden Aufgang zwischen den beiden Geschossen zu ermöglichen. Doch das Platzsparen - man braucht ja nur ein kreisrundes "Loch" in der Decke - hat auch Nachteile. Wie will man Möbelstücke, die größer als ein Stuhl sind, hochbefördern? Da muß im Zweifelsfall das Klavier eben durch's Fenster gehoben werden. Die zweiläufige Spindeltreppe ist zwar die geniale Erfindung eines grüblerischen Schreinermeisters vom Niederrhein, eignet sich jedoch wegen ihres großen Platzbedarfs fast nur für den gewerblichen Bereich. Diese zweiläufige Treppe hat allerdings etwas Verblüffendes an sich: Die eine Person kann aufsteigen, die andere hinuntergehen - und doch berühren sie sich nicht.

Die typische und richtige Verwendung von Spindeltreppen ist dort gegeben, wo diese interessante Bauart konstruktiv zur Wirkung kommt. Frei im Raum stehend, zum nächsten Stockwerk, auf Galerien oder durch große Deckenöffnungen führend.

Wie groß, wie breit sind Treppen?

Apropos Platzbedarf: Welche Maße hat die ideale Treppe? Fangen wir mit der Breite an: in Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen bzw. Maisonetten-Wohnungen in größeren Gebäuden müssen nach DIN die baurechtlich vorgeschriebenen Treppen mindestens 80 Zentimeter breit sein. In allen übrigen Gebäuden ist sogar eine Mindestbreite von einem Meter vorgeschrieben. Etwas Spielraum hat der Treppenbauer bei den übrigen Größen, der Steigung (oder Stufenhöhe), dem Auftritt (der Stufentiefe) und der Anzahl der Stufen. Dabei gilt die Grundregel: Je flacher die Treppe, desto bequemer wirkt sie.

Der Mensch als Maß aller Dinge

Maß aller Dinge ist der Mensch - oder zumindest der "Durchschnittsmensch" und seine mittlere Schrittmaßlänge. Die beträgt im Spazierschritt 63 Zentimeter und das ist dann auch der Wert, um den sich beim Treppenbau alles dreht. Diese Schrittlänge verkürzt sich natürlich, wenn man eine Treppe hinaufsteigt. Bei einer empfehlenswerten Steigung von 18 Zentimeter pro Stufe reduziert sich die Schrittlänge auf 27 Zentimeter. Und damit hat man dann schon die nächste Kerngröße: den sogenannten Auftritt nämlich. Das Verhältnis 18/27 beschreibt dabei eine bequeme Wohnungstreppe. Kellertreppen dürfen mit einem Verhältnis von 21/21 etwas steiler sein. Kombiniert man diese Zahlen mit der Höhe des Raumes, bekommt man die sinnvolle Stufenzahl heraus. Ist der Raum 270 Zentimeter hoch kommt man bei einer Steigung von 18 Zentimetern auf 15 Steigungen. An diesen Werten der Holztreppenspezialisten von Treppenmeister können Sie sich orientieren:

  1.
Minimum füreine baurecht-lich notwendige
Treppe
2.
platzsparende  Treppe
3.
üblich und gut begehbare Treppe
4.
großzügige Treppe in Ein- und Zwei-
familienhäusern
nutzbare Laufbreite 80 cm 85 cm 90 cm 100 cm
Anzahl der Steigungen /
Auftritt
14 / 23 cm 14 / 25 cm 15 / 26 cm 16 / 27 cm
Platzbedarf bei halbgewendelten Treppen
(Beispiele)
176 x 165 cm
301 x 102 cm
188,5 x 175 cm
313,5 x 112,5 cm
201 x 197 cm
326 x 135 cm
226 x 205 cm
326 x 155 cm


Kinder mit einkalkulieren

Und auch für das Geländer gibt es Normen, die man sinnvollerweise einhalten sollte. Ähnlich wie sich beim Steigen einer Treppe die Schrittlänge verringert, verändert sich auch die Haltung des Arms und der Hand, mit deren Hilfe man sich am Geländer festhält. Diese Höhe beträgt mindestens 90 Zentimeter (gemessen über der Stufenvorderkante). Der Handlauf muss mindestens vier Zentimeter Abstand zur Wand haben, damit man sich nicht die Finger klemmen kann. Speziell wenn Kinder im Haus sind sollte man auch darauf achten, dass der Abstand der Geländerteile auf keinen Fall größer als 12 Zentimeter ist. Auch sollte das Geländer für Kinder nicht leicht zu überklettern sein.

Treppen und der Brandschutz

Beim Thema Sicherheit nicht vergessen darf man den Brandschutz. Brandbeständigkeit ist vom Gesetzgeber ganz besonders für Hochhäuser vorgeschrieben. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern spielt der Aspekt eine untergeordnete Rolle, denn normale Konstruktionen halten bei einem Brand normalerweise lange genug. Bei Haustreppen in öffentlichen Gebäuden, Hochhäusern oder Penthaus-Wohnungen gelten vernünftigerweise andere Regeln. Vorausgesetzt, es ist keine sichere Fluchttreppe vorhanden, muss die Haupttreppe im Brandfall 30 (Brandschutzklasse F 30) oder sogar 60 Minuten (Brandschutzklasse F 60) verkehrssicher bleiben. Dabei spielt die Materialwahl eine wichtige Rolle. Während die meisten Beton- und Steintreppen den Anforderungen nach F 30 genügen, erreichen Metalltreppen diese Werte nur mit einer speziellen Flammschutzbeschichtung. Massivholztreppen erfüllen die Vorschriften der Brandschutzklasse F 30 in aller Regel - vorausgesetzt die Bauteile sind jeweils mindestens fünf Zentimeter dick.

Treppengrundrisse

Gerade Treppen Podesttreppen
gerade Treppen- die schlichteste Art,
eine Treppe zu bauen

Podesttreppen vergrößern optisch die Räume

Viertelgewendelte Treppen Halbgewendelte Treppen
Viertelgewendelte Treppen sind
besonders platzsparend
Halbgewendelte Treppen zeichnen sich
durch kleine Grundrisse aus

Welcher Grundriß sich nun für Ihre Wohnung am besten eignet, zeigt Ihnen ihr Treppenbauer. Er weiss auch, wie er die Treppe planen muss, damit sie wenig Platz einnimmt, aber dennoch sicher und bequem zu begehen ist.



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