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Die Satire des Monats Dezember 2008 in unserem Online-Baumarkt

Eine Werkzeugtasche ging verloren. Das passiert weltweit tausendmal und mehr am Tag. Aber nur eine dieser Taschen machte Karriere - die von der Raumfähre "Endeavour", die im Dezember dieses Jahres täglich zwischen 18 und 20 Uhr am Himmel zu sehen ist. Unser Autor widmet dem Vorgang einige nachdenkenswerte Zeilen.

Kann man Frauen eine Werkzeugtasche anvertrauen?

Der Vorname ist treudeutsch: Heidemarie. Aber gottlob ist die Dame eine Amerikanerin: Heidemarie Stefanyshyn-Piper. Ich verkneife es mir, diesen Doppelnamen zu bespötteln. Die arme Heidemarie hat schon Spott genug zu ertragen. Sie ist Astronautin und hat bei der Reparatur am Sonnensegel der Raumfähre "Endeavour" die Werkzeugtasche verloren. Diese schwebt nun durch das All und wenn die Panne einer Deutschen passiert wäre, würde es gleich heißen: Auf die Deutschen ist auch kein Verlass mehr.

Uns Heimwerker macht die Sache fast sprachlos. Hätte die Dame mal einen Werkzeuggürtel aus dem Baumarkt getragen, wäre ihr vielleicht ein Schraubendreher flöten gegangen, aber doch nicht gleich das ganze Werkzeug.

Allerdings hat Werkzeug generell die Eigenschaft, flöten zu gehen. Heute liegt es noch in der Kfz-Werkstatt, am nächsten Tag befindet es sich im Hobbyraum eines Kfz-Mechanikers. Der hat es dann natürlich nicht "mitgenommen" und schon gar nicht gestohlen - nein, es ist auf geheimnisvolle Weise in die Garage des Mechanikers gesegelt.

Auch der schwere Bohrhammer des mir gut bekannten Bauunternehmers Herbert Pollenstrecker ist flöten gegangen. Ebenfalls eine elektrische Heckenschere des Gartenbaubetriebs Runkelgrün. Beide Geräte fanden sich ganz von allein bei Ebay ein.

Und nun geschehen selbst im Weltraum solch mysteriöse Dinge. Und ausgerechnet eine Frau ist daran schuld. Da haben alle Machos aber gut lachen. Einer von denen, ein gewisser Willibald Schmürgeler aus Hohenems, hat der NASA angeboten, kostenlos eine neue Werkzeugtasche samt Inhalt zu stiften, wenn man seine Frau mit in den Weltraum fliegen lasse.

"Stell´n Dir mal vor, lieber Jupp", hat er seinem Freund ins Ohr geflüstert, als die beiden gerade einen Carport montierten. "Stell Dir mal vor, es geschieht genau umgekehrt: Meine Frau geht flöten, aber die Werkzeugtasche bleibt an Bord. Da könnte ich meine Alte jeden Abend zwischen 18 und 20 Uhr am Himmel rumsausen sehen."

Was der gute Herr Schmürgeler nicht bedacht hatte, war die Hellhörigkeit seiner Gattin. Die kam gerade mit einer Kanne Kaffee um die Hausecke, um die beiden Heimwerker mit frischem Kaffee aufzumuntern. Die Kaffeekanne landete nicht im Weltraum, sondern auf dem Kopf des Ehemannes Willibald. Der liegt mit einer schweren Gehirnerschütterung im Krankenhaus. Derzeit ist er etwas verwirrt und brabbelt vor sich hin "Lasst mich raus, ich muss mein Werkzeug aus dem Weltraum holen!"

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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