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Die Satire des Monats Januar 2009 in unserem Online-Baumarkt

Harte Zeiten schreien geradezu nach neuen Geschäftsideen. Ein gewisser Herr Windick hat zwei Fachmärkte eröffnet: Einen für Einbrecher, einen für Hausbesitzer, die sich vor Einbrechern schützen wollen. Das Geschäftskonzept ist verblüffend, aber durchaus einleuchtend. Doch lesen Sie bitte selbst!

Eine Geschäftsidee, die in die Zeit passt

Um uns bricht die Welt fast zusammen. Banken wanken. Automobilkonzernen droht die Pleite. Wo man hinschaut, werden Arbeitsplätze "abgebaut". Nur bei Jens Windick raucht der Schornstein - er stellt sogar weitere Mitarbeiter ein.

Seine Geschäftsidee war einfach: Er richtete zwei Fachmärkte ein. Einen für Einbruchwerkzeug. Und einen für Alarmanlagen. Der eine am unteren Ende der Siegerallee, der andere am oberen Ende. Den Fachmarkt am unteren Ende hat er natürlich nicht "Fachmarkt für Einbruchwerkzeug" genannt, sondern "Iron Solution", was auf Deutsch soviel heißt wie "eiserne Lösung".

Zu kaufen gibt's hier alles vom Brecheisen über den Glasschneider bis zur Schwerlast-Transportkarre zum Wegschaffen von Geldschränken. "Man muss mit der Zeit gehen", gestand mir Jens, den ich einige Jahre aus den Augen verloren hatte, weil er sich eine Auszeit im Luftkurort Werl genommen hatte, und zwar in der dortigen renommierten Strafanstalt. "Die Leute haben immer weniger Geld. Und von wem werden sie bestohlen? Vom Staat! Also drängt es immer mehr Mitbürger, ein paar saubere Einbrüche zu machen, um mal wieder in Urlaub fahren zu können!"

Als ich ihn darauf hinwies, dass solche "Beschaffungsmaßnahmen" doch strafbar seinen, erwiderte er höhnisch: "Wenn eine arme Sau bei einem reichen Sack einbricht und eine Rolex klaut, dann ist das Umverteilung. Die Rolex bringt 22.000 €, davon kann er seine Familie ein halbes Jahr ernähren. Und außerdem ist der Bestohlene mitschuldig! Durch grob fahrlässiges Unterlassen hat er den Einbruch sozusagen provoziert!"

Als ich die Augen aufriss, klärte er mich auf: "Hätte der reiche Sack sein Haus durch Sicherheitszäune und -fenster, durch Überwachungskamera und Alarmanlage gesichert, wäre bei ihm auch nicht eingebrochen worden!" Und damit lud er mich ein, ihn doch mal in seinem anderen Fachmarkt zu besuchen, dem am oberen Ende der Siegerallee.

Der Fachmarkt nennt sich "Security Land". Hier verkauft er alles für die Sicherheit. Jens mit feinem Lächeln: "Da laufen manchmal verrückte Dinger ab. Da hat ein Einbrecher mit einem Elektro-Schocker aus dem einen Laden einen Villenbesitzer lahmlegen wollen. Der hat sich aber mit einem Elektro-Schocker aus meinem anderen Laden gewehrt. Die haben sich gegenseitig neutralisiert."

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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