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Die Satire des Monats August 2008 in unserem Online-Baumarkt

In eine bekannte Düsseldorfer Suchtklinik musste Herr Norbert W. eingeliefert werden, weil er an dem Problem verzweifelt ist, Unkraut zwischen den Fugen einer Terrasse aus Naturpflastersteinen zu entfernen. Unser Autor schildert diesen tragischen Fall.

Und neues Unkraut wächst aus allen Fugen

Dies ist die beklagenswerte Geschichte des Norbert W., der sich eine Terrasse aus Natursteinpflaster angelegt hatte. Schön tief ausgekoffert, den Schotter kräftig verdichtet, schön dick Sand verteilt, schön die kantigen und eckigen Natursteine verlegt, alles schön abgerüttelt, dann die Fugen mit feinem Splitt zugekehrt. Ganz so, wie es im Lehrbuch für Landschaftsgärtner steht.

Und dann kam es, wie es kommen musste:

Durch die Fugen spross das Unkraut. Und Norbert versuchte, dieses mit einem spitzen Fugenkratzer aus den Fugen zu puhlen. Da naturbelassene Basaltsteine viele Ecken haben, verharkte sich der Fugenkratzer dauernd oder verklemmte sich, wenn spitze Steinecke an spitze Steinecke stieß. Also stellte Norbert das Verfahren ein.

Nun rückte er mit einem Gasbrenner dem Unkraut zu Leibe. Vier Gaskartuschen gingen drauf. Und die Nachbarn beschwerten sich ob des Gestanks. Aber die Terrasse war unkrautfrei, jedenfalls oberflächlich. Nach 14 Tagen war das Unkraut wieder da - üppiger denn je, weil die Asche den Wurzeln als Dünger diente, wie bei einer Brandrodung.

Nun goss Norbert einen Unkrautvernichter aus - biologisch abbaubar. Seine 19-jährige Tochter, gerade auf einem Öko-Tripp, schrie Zeter und Mordio ob des umweltfrevlerischen Tuns. Aber die Terrasse war unkrautfrei - diesmal sogar drei Wochen lang. Dann kam es wieder, das Unkraut.

Da kam der rettende Hinweis. Er müsse das Unkraut verätzen, riet ihm sein Freund Ernst mit allem Ernst - und zwar mit dem eigenen Urin. Er müsse nur ständig auf das Pflaster pinkeln, dann würde das Unkraut mit allen Wurzeln verätzt.

Also schlich sich Norbert nach Dunkelheit (wegen der Nachbarn) auf seine Terrasse und pinkelte. Mal hier hin, mal dahin. Weil weder seine Frau noch seine Tochter die Röcke heben und ihn in der Unkrautbekämpfung unterstützen wollten, griff Norbert vermehrt zum Altbier, das eine positive Wirkung auf schnelle Blasenentleerung hat.

Wenn Norbert etwas tut, dann aber richtig. Also goss er sich abends erst sechs, dann acht, dann zwölf Flaschen Altbier hinter die Binde, um anschließend Unkraut zu verätzen. Inzwischen ist Norbert dem Alkohol verfallen, seine leidgeprüfte Familie musste ihn in eine Suchtklinik einliefern.

Und das Unkraut? Es wächst und gedeiht.

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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