Der Strom im Haushalt ist vielen Menschen ein Rätsel, an das man besser nicht rührt. Die oft bittere Folge: Ein Stromschlag oder durch poröse Leitungen, zum Beispiel am Bügeleisen, verursachte Brände. Tipps zum Umgang mit der unsichtbaren Gefahr gibt das Faltblatt "Sicherer Umgang mit Strom", das die Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH) zusammen mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) herausgegeben hat. Wir haben die wichtigsten Punkte aus dem Faltblatt für Sie zusammengefasst.
Stromschlag
Menschen können elektrische Spannung nicht wahrnehmen. Fassen Sie an ein spannungsführendes Teil, spüren Sie einen schmerzhaften Stromschlag. Eventuell können Sie das Teil nicht mehr loslassen, da sich Hand- und Armmuskulatur unter Strombelastung verkrampfen können. Das kann tödlich ausgehen!
Brandgefahr durch Stand-by-Betrieb
Technische Defekte, Kurzschlüsse oder Elektrogeräte, die nicht rechtzeitig abgeschaltet worden sind, gehören zu den häufigsten Brandursachen in Privathaushalten. Erhöht wird die Brandgefahr durch Stand-by. Im Stand-by-Betrieb ist die Gefahr größer, dass Elektrogeräte zu schmoren anfangen und einen Brand verursachen, weil sie lange Zeit unbeaufsichtigt sind. Schalten Sie deshalb zumindest nachts Fernseher, PCs und andere Elektrogeräte aus. Ist der Schalter schlecht zugänglich oder müssen Sie mehrere Geräte ausschalten, ist eine Steckdose mit einem "Aus"-Schalter hilfreich.
Sicherheit schon beim Gerätekauf
Achten Sie beim Kauf von Geräten und Leuchten auf das GS-Zeichen. Es steht für "geprüfte Sicherheit". Lesen Sie die Betriebsanleitung aufmerksam durch und verwenden Sie Geräte nur bestimmungsgemäß.
Kabel und Stecker regelmäßig überprüfen
- Lassen Sie defekte Stecker und alte oder beschädigte Kabel sofort durch eine Elektrofachkraft ersetzen und flicken Sie nicht mit Isolierband
- Achten Sie darauf, dass Steckdosen, Verlängerungskabel, Schalter und Ähnliches in einem tadellosen Zustand sind.
- Ziehen Sie Elektrokabel immer am Stecker, nicht am Kabel aus der Steckdose und vermeiden Sie festes Aufwickeln und Knickstellen.
Defekte Geräte immer zuerst vom Stromnetz trennen
- Überprüfen Sie elektrische Geräte regelmäßig. Benutzen Sie das Gerät nicht bei Beschädigungen an Gehäuse oder Isolierung, bei defekten Schaltern oder einem Wackelkontakt, sondern lassen Sie es von einer Elektrofachkraft überprüfen und reparieren.
- Trennen Sie das Gerät bei Schmorgeruch sofort vom Stromnetz. Lassen Sie es überprüfen - auch wenn es noch funktioniert.
- Vor dem Glühlampenwechsel Leuchten immer vom Stromkreis trennen. Bei vielen Leuchten ist der Schutzleiter nicht vorhanden oder nicht angeschlossen.
- Durchgescheuerte Kabel könnten ein Metallgehäuse oder ein Metallrohr unter Strom setzen.
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Eine tödliche Kombination: Strom und Wasser
Bevor Sie Elektrogeräte in Wassernähe bringen, ziehen Sie um Ihrer Sicherheit willen den Netzstecker. Häufige Ursache von Stromunfällen sind vom Badewannenrand ins Wasser gerutschte Elektrogeräte wie Telefonapparate, Radiorecorder, Haartrockner oder Rasierer. Verwenden Sie elektrische Geräte deshalb nie in der Nähe der befüllten Badewanne.
Geräte, die heiß werden, nur unter Aufsicht verwenden Nicht nur Wärmegeräte wie Bügeleisen oder Heizstrahler werden heiß. Auch Leuchten, Fernseher oder Monitore geben unter Umständen viel Wärme ab. Achten Sie deshalb darauf, dass sich in der Nähe erhitzter Geräte keine brennbaren Gegenstände befinden, die sich entzünden können. Stellen Sie Geräte stets frei auf und achten Sie auf ausreichende Belüftung sowie auf freie Lüftungsschlitze.
Sicherungen nicht manipulieren
Sicherungen verhindern, dass das Stromnetz oder elektrische Geräte überlastet werden. Das wiederum schützt vor Bränden. Vermeiden Sie deshalb Veränderungen an Sicherungen. Sie können fatale Folgen haben! Überbrücken oder reparieren Sie Sicherungen auf keinen Fall!
Fehlerstrom-Schutzschalter retten Leben Übliche Haushaltssicherungen allein reichen nicht aus, um Menschenleben zu schützen. Fehlerstrom-Schutzschalter (auch als FI-Schutzschalter oder RCD bekannt) dagegen lösen sehr schnell und bereits bei kleinen Fehlerströmen aus und schalten den überwachten Stromkreis sofort ab. Sie sollten daher wo immer möglich installiert werden, gegebenenfalls auch nachträglich. Es gibt auch die Möglichkeit, einzelne Steckdosen mit mobilen oder fest installierten Fehlerstrom-Schutzsschaltern zu sichern.
Fehlerstrom-Schutzschalter sind besonders zu empfehlen und teilweise vorgeschrieben:
- wenn Strom mit Wasser in Kontakt kommen kann, zum Beispiel im Bad und in anderen Feuchträumen, bei Pumpen von Aquarien oder Gartenteichen,
- wenn ein hohes Risiko besteht, dass Stromleitungen beschädigt werden, etwa bei Rasenmähern, Kettensägen oder Heckenscheren,
- wenn der Benutzer die Gefahren des Stroms nicht einschätzen kann, zum Beispiel im Kinderzimmer
Strom und Kinder
- Sichern Sie, wenn Sie Kinder im Haus haben, Steckdosen und Steckerleisten mit Einsätzen oder lassen Sie so genannte Kinderschutzsteckdosen installieren. Ein Stromschlag, zum Beispiel ausgelöst durch eine in die Steckdose gesteckte Stricknadel, ist tödlich! Kinder sind am besten über einen Fehlerstrom-Schutzschalter in der Elektroinstallation geschützt.
- Elektrogeräte müssen für kleine Kinder unerreichbar sein. Dies gilt besonders im Bad.
- Verbannen Sie Spielzeug mit 230 Volt Netzspannung aus dem Kinderzimmer. Verwenden Sie Batterien, Akkus oder Spielzeugtransformatoren, bei denen die Spannung auf maximal 24 Volt reduziert ist.
- Erklären Sie Ihren Kindern, dass der Umgang mit Strom gefährlich ist.
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