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Meilenstein oder Flop? Seit der Neuregelung des Energiewirtschaftsgesetzes im April 1998 kann jeder Verbraucher seinen Strom da kaufen, wo er am preiswertesten ist - theoretisch jedenfalls. Denn die privatwirtschaftliche Regelung zur Stromdurchleitung, von der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW) als "Meilenstein für den Strommarkt in Deutschland" bezeichnet, bringt dem Privatmann angesichts geringen Verbrauchs bei gleichzeitig hohen Durchleitungstarifen der Stromversorger leider in aller Regel nichts.
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Schwierigkeiten und Probleme Wer versucht, woanders als bei "seinem" Versorgungsunternehmen Strom zu kaufen, stößt auf zahlreiche Schwierigkeiten und Probleme: Bezieht man beispielsweise seine Elektrizität von den Stadtwerken, hat man schon einmal schlechte Karten. Der Grund: Die Stadtwerke bleiben "Letztversorger" des Kunden, da es politischer Wunsch ist, die Position der kommunalen Versorgungsunternehmen nicht zu schwächen.
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Es lohnt sich nicht immer Wer dagegen direkt von einem privaten Energieunternehmen beliefert wird, der kann prinzipiell problemlos zu einem anderen Anbieter wechseln, "aber es lohnt sich längst nicht in jedem Fall", weiß Erik Walner, Pressereferent bei der RWE Energie in Essen. Grund dafür ist unter anderem, daß immer noch das Ursprungsunternehmen den Strom des billigeren Konkurrenten bis ins Haus liefert und daran natürlich - vergleichbar mit der Telekom bei Telefonanschlüssen - auch verdient.
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Wann benötige ich wieviel Strom? Schwierig ist es zudem, einen geeigneten, wirklich preiswerten Anbieter zu ermitteln, denn im Gegensatz zu den Industrieunternehmen weiß der normale Endverbraucher in aller Regel nicht, wieviel Strom er wann benötigt. Doch ebenso wie Vieltelefonierer heute danach schauen, welcher Anbieter zu welcher Uhrzeit am günstigsten ist, suchen sich große Unternehmen auch ihre Stromlieferanten aus. "Natürlich ist es theoretisch denkbar, auch für Privatanschlüsse entsprechend aufwendige und genaue Stromzähler zu installieren, aber das ist teuer", so Walner weiter.
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Profile erleichtern bald die Auswahl Doch die Elektrizitätsunternehmen arbeiten daran, das Verfahren zu vereinfachen: "Noch in 1999 wird man mit sogenannten Lastprofilen seinen Verbrauch in etwa einschätzen können, was die Berechnung von Vergleichsangeboten stark erleichtern wird", kündigt der RWE-Pressereferent an. Dann ist aber immer noch der niedrige Jahresverbrauch beispielsweise eines typischen Vier-Personen-Haushalts ein Problem, denn je geringer der Verbrauch, desto niedriger ist auch die Summe, die pro Jahr eingespart werden kann.
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Von Schweden nach Bayern Grundsätzlich ist es übrigens egal, wo der neue Lieferant sitzt: Theoretisch ist es problemlos machbar, in Bayern zu wohnen, den Strom aber beispielsweise aus Schweden zu beziehen. Ob das sinnvoll ist, steht freilich auf einem anderen Blatt.
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Ökologisch, aber teuer Dementsprechend gibt es bislang auch nur Wenige, die von der neuen Regelung Gebrauch machen. Die Anfragen kommen dabei übrigens nicht nur aus der Gruppe besonders preisbewußter Kunden: "Vor kurzem wollte sogar jemand den Strom seiner Windkraftanlage in der Eifel zu seinem Haus in Bonn leiten lassen", erinnert sich Erik Walner. Auch wenn sich solch eine Lösung aus ökologischen Erwägungen lohnt, finanziell attraktiv ist der umweltgerecht erzeugte "Privatstrom" so leider noch nicht.
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Nichts für Einzelkämpfer Dennoch sollte man die neuen Möglichkeiten, die die Liberalisierung des Strommarktes mit sich bringen, im Auge behalten: "Wenn in einem großen Mehrfamilienhaus alle Bewohner an einem Strang ziehen, kann es sich auch jetzt schon lohnen, das Energieunternehmen zu wechseln", hat Walner kalkuliert, "und auch für Wohnungsbaugesellschaften kann es sich rechnen." Im Zweifelsfall sollte man sich von seinem Versorgungsunternehmen beraten lassen.
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