Es begann in den 90-er Jahren, dass die Architekten und vor allem die Fertighaushersteller neue
Baustile in einem Land einführten, in dem Häuser mit Satteldach, Steildach oder Walmdach die Landschaft prägen.
Häuser mit Pultdach und mit versetzten Pultdächern, Einfamilienhäuser mit integrierten Wintergärten, Eigenheime mit
Zwerchgiebeln, Häuser mit überdachten Balkonen, Villen im mediterranen Stil und Architektenhäuser in individuellem
Design kamen auf. Wer heute durch ein Neubaugebiet geht, bei dem die Baubehörden eine freie Bebauung zulassen, wird
verblüfft feststellen, dass es nie eine größere Stil- und Farbenvielfalt gab als heute. Grund genug, die einzelnen
Bauvarianten und Trends in der Architektur näher vorzustellen:
Das Eigenheim mit Pultdach ist ein Raumgewinner
Anders als beim typischen deutschen Eigenheim mit seiner 1 ½-geschossigen Bauweise muß der
Bewohner des Obergeschosses in einem Pultdachhaus seine Möbel nicht der Dachschräge anpassen und seinen Kopf braucht
er auch nicht einzuziehen. Diese Bauweise ohne Dachschräge bringt erheblichen Raumgewinn und das Pultdach bietet
sich als ideale Installationsfläche für Photovoltaikelemente, also als Energiegewinndach an. Unser Foto links zeigt
den Haustyp "Öko-Style 100" des Herstellers Sturm Holzhaus, in der Mitte den Haustyp "Flat 176" des
Fertighaushersteller Dan-Wood und rechts den Haustyp "Sonnenblume P-073" des Herstellers FischerHaus. Viele dieser
Haustypen verfügen über bodentiefe Fenster
Architektonisch reizvoll: Häuser mit versetzten Pultdächern
Wohnhäuser mit versetzten Pultdächern sind architektonisch besonders reizvoll.. Alles, was
für Pultdachhäuser gilt, gilt im Prinzip auch für diesen Haustyp. Was die Energiegewinnung mittels Kollektoren
betrifft, haben die in unterschiedliche Himmelsrichtungen geneigten Dachflächen sogar Vorteile - eines der beiden
Solardächer fängt immer die Sonne ein. Häufig mit versetzten Ebenen ausgestattet, bieten sie auch ein Mehr an
innenarchitektonischen Gestaltungsmöglichkeiten. Das Foto links zeigt das Haus "P 90.20" des Fertighaushersteller
Fingerhut, in der Mitte den Haustyp "Vita 3-142" von Hebel Haus und rechts das Passivhaus "Karlsruhe" des
Fertighausanbieters Europassivhaus.
Häuser mit integrierten Wintergärten = alles unter einem Dach
Der Wintergarten als Anbauvariante ist die eine Möglichkeit, den Winter im Grünen
(und Warmem) zu überstehen. Die bessere Variante ist fraglos, sofern man neu baut, den Wintergarten mit in den
Baukörper zu integrieren nach dem Motto "Alles unter einem Dach.", wobei sich ein Schleppdach in seiner reinsten
Variante vom Dach bis zum Erdboden "schleppt". Links ist zu sehen der Haustyp "Saphir 118" von DIG-Haus, in der
Mitte das Haus "Casanelli" von Weiss Fertighaus und rechts der Haustyp "Igling" von Roßkopf Holzhaus.
Interessante Perspektive durch das Haus mit Zwerchgiebel
Die drei Fotos oben erklären demjenigen, der nun kein Baufachmann ist, was unter einem
Zwerchdach oder Zwerchgiebel zu verstehen ist. Das Zwerchdach ist eine Dachform mit quer zum Hauptdach
verlaufenden Giebel, wodurch der Baukörper aufgelockert wird und intereressante Perspektiven entstehen. Beim
Haustyp "Traviata" von Schwabenhaus (links) überwölbt das Zwerchdach einen Erker, beim Haus "Da Capo" (ebenfalls
Schwabenhaus, Mitte) schließt an das Zwerchdach ein Balkon an, unter dem sich ein Erker befindet, während der
Zwerchgiebel des Haustyps "VarioAkzent 181" von VarioSelf-Haus (rechts) den Hauseingangsbereich eines
landschaftstypischen norddeutschen Hauses bildet.
Häuser mit überdachten Balkonen liegen absolut im Trend
Eine Mietwohnung ohne Balkon ist in Deutschland generell weniger beliebt als eine
mit Balkon. Wer aus der Etagenwohnung ins Eigenheim umgezogen ist, braucht eigentlich keinen Balkon und könnte mit
einer Terrasse vor dem Haus oder im Garten auskommen. Aber Balkone sind nun einmal beliebt - und die überdachten
ganz besonders, denn sie sind regensicher. Weit überkragende Dächer (bei welcher Dachform auch immer) sind die
Voraussetzung dafür. Bei Fertighaushersteller Nordiska bildet der Balkon des Haustyps "Angermannsland" (links)
gleich auch noch die Überdachung der Terrasse, ebenso beim Haustyp "Helsinki" von Danhaus (Mitte) und beim
"Musterhaus Fellbach" von Lehner Haus (rechts).
Die "casa mediterraneo" belebt Deutschlands Siedlungen
Die Sommer werden werden auch in Deutschland immer heißer, der Schnee hat
Seltensheitswert und im Winter wird es naß und stürmisch. Mit diesem Klima weiß man im Mittelmeerraum umzugehen,
aber der eigentliche Grund dafür, dass die Deutschen das mediterrane Haus entdecken, liegt in dessen Charme und
der pastelligen Farbigkeit der Fassaden. Überdachte Terrassen, die das Haus bei greller Sonnenbestrahlung kühl
halten und Zeltdächer (oder Walmdächer) mit geringer Neigung, die dem Wind wenig Angriffsfläche bieten, sind
typische Merkmale dieses mediterranen Baustils. Hinzu kommt (in Deutschland) die Fußbodenheizung unter dem
Marmorboden, die im Mittelmeerraum selbst sehr selten eingebaut wird. Natürlich sind "deutsche Mittelmeerhäuser"
nach allen Anforderungen der ENeV gedämmt wie die "Edition 179" von Wolf-Haus (links), der Haustyp "Blues 146"
von Luxhaus (Mitte) oder der Hautyp "Lausanne" von Fertighausspezialist Libella.
Das Architektenhaus mit der Designerhandschrift
Ein Haus ist eigentlich grundsätzlich ein Architektenhaus, denn keine Bauplanung ohne
Architekt. Dennoch wird unter einem Architektenhaus etwas ganz Besonderes verstanden - nämlich ein Haus mit
Designerhandschrift. Über die Frage, was Design ist und was nicht, mögen sich die Geister streiten. Im Bereich
der Architektur wird als Designerhaus jedenfalls ein Haus mit einem klar ("glatt") strukturiertem Baukörper
verstanden, wie etwa am Haustyp "Modern Living FM 62 - 134" des Fertighausanbieters Okal" (links) deutlich zu
erkennen ist. Auch die Stadtvilla des Herstellers Haacke Haus (Mitte) beweist Designerqualitäten. Vorbild für
viele Designerhäuser ist der Bauhaus-Baustil der späten 20-er Jahre des vorigen Jahrhunderts, wie es etwa
Hersteller 81FÜNF Haus mit diesem im kubistischen Bauhaus-Stil (rechts) entworfenen Haustyp "Janning" beweist.
Und wer baut die Häuser in diesen verschiedenen Stilrichtungen?
Als Anschauungsmaterial für diesen Beitrag haben wir Fotos von Häusern bekannter
Fertighaushersteller verwendet. Mit einem Klick auf www.fertighaus.de kommen Sie auf die Websites dieser Firmen.
Natürlich finden Sie auch Hersteller von massiven Systemhäusern ebenfalls im angegebenen Portal. Wenig bekannt
ist, dass auch der Architekt vor Ort ein Haus entwerfen kann, dass "trocken" in einem Fertighauswerk gebaut und
in wenigen Tagen aufgestellt wird. Wer lieber "nass" und Stein auf Stein bauen will, für den findet der
beauftragte Architekt schon den richtigen Bauunternehmer.