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Die Satire des Monats Januar 2008 in unserem Online-Baumarkt

Unser Autor berichtet über eine heimwerkergerechte Problemlösung, die heiligen drei Könige betreffend. Dass er dabei (wieder einmal) mit seinem Schwiegersohn in die Wolle geriet, wird niemanden verwundern, der die an Niedertracht grenzenden Attitüden des Herrn Dübbel kennt.

Die heiligen drei Könige im Wüstensand

Zu Weihnachten 2007 habe ich meinem Enkelkind die historische Familienkrippe vermacht, die mir 1967 von meinem Großvater übergeben worden war, dem sie seinerseits von seinem Großvater um 1899 übereignet worden war. Die Krippe war noch gut erhalten, die Figuren auch - jedenfalls einigermaßen. Dem heiligen Josef mußte schon zweimal der Kopf, einem Ochsen ein Bein und dem Esel ein Ohr angeklebt werden, was man aber im schummerigen Licht einer weihnachtlichen Krippe so gut wie gar nicht sieht.

Da stand sie nun, die Familienkrippe - auf dem Klavier im Wohnzimmer meiner Tochter. Alles wunderbar - nur die heiligen drei Könige standen wie falsch Geld herum. Da sich die drei Weisen aus dem Morgenland erst am 6. Januar dem biblischen Stall nähern dürfen, wagte ich den Hinweis, sie abseits von der Krippe in einer Wüste zu platzieren. "Ihr müßt nur ein wenig Sand auf den Klavierdeckel kippen und alles sieht aus wie echt!", regte ich an.

Meinem Schwiegersohn schwoll daraufhin eine Ader zwischen Hals und rechtem Ohr: "Sand auf dem Klavier - Du hast wohl nicht alle Tassen im Schrank. Da wird die Politur versaut und der Sand gerät in die Tastatur!", schimpfte er.

Da seine Tochter (meine Enkelin!) in Tränen ausbrach, kam er auf die Idee, auf ein Stück Pappe Schmirgelpapier zu kleben und die heiligen drei Könige drauf zu stellen. "Das ist doch auch Sand, eine schönere Wüste gibt es gar nicht!", kommentierte er selbstzufrieden.

"Du hast ja Schmirgelpapier mit grober Körnung genommen, da wetzen sich die drei Heiligen aus dem Morgenland die Schuhe dran auf und kommen in Bethlehem mit blutigen Füßen an!", gab ich zu Bedenken.

Vor dem nun einsetzenden Gebrüll bin ich geflohen. Aber ich habe meiner Enkelin rechtzeitig vor dem 6. Januar eine wunderbare Wüste geschenkt. Ich habe einfach auf einer kleinen Sperrholzplatte Montageschaum verteilt, schön mit Huckeln und Dellen. Darauf habe ich reichlich Sand verstreut, der auf dem Schaum kleben geblieben ist - und nun sieht das alles aus wie die Wüste Negev mit ihren Wanderdünen.

Und ob Sie es glauben oder nicht: Die heiligen drei Könige haben richtig gelächelt, als ich sie in meiner Wüste aufgestellt habe.

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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