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Werden bis 2020 Millionen von Kamin- und Kachelöfen stillgelegt?

Storch KaminofenDa soll sich mal einer beschweren, dass er zu kurz kommt: Der Bund hat eine neue Möglichkeit gefunden, seine Bürger zu schröpfen.

Nachdem viele Hausbesitzer wegen der hohen Energiepreise und aus Umweltschutzgründen von Erdgas bzw. Heizöl auf Holz umgesattelt haben, soll es nun den Besitzern von Kaminöfen oder Kachelöfen an den Kragen bzw. Geldbeutel gehen. Genauer gesagt sollen vorgenannte Öfen mit einem Rußpartikelfilter nachgerüstet werden. Wer das nicht macht, dem droht die Stilllegung seines Ofens.

Warum sind Kaminöfen so wenig umweltfreundlich?



Bundesweit gibt es nach Angaben von Experten mehr als 15 Millionen mit Holz befeuerte Öfen und Heizungsanlagen, die die Luft stärker belasten würden als alle Dieselfahrzeuge zusammen: 2005 waren es 24 000 Tonnen Rauchstaub. Und die Tendenz ist steigend, da immer mehr Bundesbürger mit Holz heizen. Das ist aus Gründen des Klimaschutzes zwar erwünscht, weil beim Einsatz von Biomasse die Kohlendioxid-Bilanz neutral ist. Doch die Staubemissionen aus kleinen Feuerungsanlagen haben massiv zugenommen, weil es für diese bisher keine Grenzwerte gibt.

Welche Öfen sind von der Filter-Pflicht betroffen?



Die Novelle, die ab Januar 2008 in Kraft treten soll, richtet sich vor allem gegen Billigöfen und ältere Öfen, die als besonders umweltschädlich gelten. Man schätzt, dass Holzöfen, die zehn Jahre und älter sind, rund 80 Prozent der Feinstaubemissionen aus Festbrennstoffanlagen verursachen. Alte Öfen haben ein besonders schlechtes Brennverhalten. Sie blasen nicht nur Feinstaub, Staub und Kohlenmonoxid in die Luft. Wirkungsgrad und damit die Energieausbeute dieser Veteranen sind zudem äußerst schlecht. Der größte Teil der von alten Öfen produzierten Wärme verschwindet auf Nimmerwiedersehen im Kamin.

Welche Fristen sind bei der Umrüstung einzuhalten?



Storch KaminofenFür die Filter-Pflicht für Kamine gelten vier Übergangsfristen. Bis zum Jahr 2014 müssen alle Öfen nachgerüstet oder abgestellt werden, die vor dem 1. Januar 1975 zuletzt auf ihr technische Funktionsfähigkeit hin geprüft wurden (die sogenannte Typenprüfung). Bis Ende 2017 sind im Zeitraum 1975 bis 1984 geprüfte Öfen umzustellen. Bis 2020 Öfen, die zwischen 1985 und 1994 untersucht worden waren. Bis 2024 gilt die Nachrüstpflicht für die 1995 bis zum Inkrafttreten der Novelle typisierten Öfen.

Wer kontrolliert die Kaminöfen und Kachelöfen?



Die Kaminöfen werden, wie jetzt auch schon, alle fünf Jahre vom Schornsteinfeger kontrolliert. "Es wird aber nur geschaut, ob der Ofen eine korrekte Typisierung hat und sich in einem vernünftigen Zustand befindet", so ein Sprecher des Ministeriums. Der Schornsteinfeger werde keine Schadstoffmessung vornehmen. Ein Gerät, das nicht den Vorschriften entspräche, würde stillgelegt. Mit einer Geldbuße muss der Ofenbesitzer nicht rechnen.

Was kostet die Filter-Nachrüstung?



Die einmaligen Kosten für die Messung des Schornsteinfegers sollen sich nach Angaben des Bundesumweltministeriums zwischen 100 und 150 Euro bewegen. Im Falle einer Umrüstung sollen sich die Anschaffungskosten je nach Filtertyp und individueller Ofenkonstruktion auf 200 bis 500 Euro belaufen, für einfachere Einzellösungen sogar noch weniger - glaubt das Ministerium. Heizungsfachleute gehen allerdings davon aus, dass die Nachrüstung 1000 bis 1400 Euro kosten wird.


Alle Fotos: Storch-Kamine
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