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Die Satire des Monats Dezember 2007 in unserem Online-Baumarkt

Dieser Beitrag eines unbekannten Autors beschreibt treffend die Verwaltungsvorgänge, wenn in einer Behörde ein verstopftes WC wieder gangbar gemacht werden muß.

Verwaltungsdrama um verstopftes WC

Die Kreisverwaltung Euskirchen steckt in einer Krise. Begonnen hatte alles mit der Damentoilette in der Kreisverwaltung, die plötzlich und ohne Vorwarnung verstopft war. Ein Verwaltungsbeamter des mittleren Dienstes im Range eines Hauptsekretärs wagte es daraufhin, selbstherrlich und in völliger Überschätzung seiner Kompetenz einen Euskirchener Sanitärbetrieb mit der Schadensbeseitigung zu beauftragen.

Glücklicherweise war ein Oberamtmann, also ein Beamter des gehobenen Dienstes zugegen, als die Handwerker eintrafen. Sofort erkannte er die Tragweite des Skandals. Nicht nur, dass ein Schwippschwager des Hauptsekretärs in der Firma arbeitete, nein, der Auftrag hätte ordnungsgemäß ausgeschrieben werden müssen - europaweit natürlich!

Der Oberamtmann veranlasste sofort die nötigen Schritte: Die Firma wurde des Hauses verwiesen, das Damenklo versiegelt, der Auftrag europaweit ausgeschrieben und gegen den Hauptsekretär ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Weiter verfügte der Oberamtmann, dass das Herren-WC bis zur Reparatur zum Damenklo umfunktioniert werde und die männlichen Beschäftigten ihre Notdurft an den Bäumen im Euskirchener Klostergarten zu verrichten hätten.

Die Betroffenen beschwerten sich daraufhin beim Personalrat, da diese Regelung ja auf das "große Geschäft" kaum Anwendung finden könne. Der Oberamtmann bestellte daraufhin wegen der Eilbedürftigkeit einen Dixie-Container, allerdings ohne Rücksprache mit dem Landrat und ohne Ausschreibung.

Ein zufällig an einer Linde urinierender Amtsrat, Dienstvorgesetzter des Oberamtmanns, ließ den eintreffenden Container sofort wieder abfahren und für das intakte WC eine Art Dienstplan erstellen. Der Hausmeister wurde beauftragt, alle zwei Stunden das Geschlechtspiktogramm an der Toilettentür auszutauschen. Und der Oberamtmann bekam ein Disziplinarverfahren an den Hals.

In der Tatsache, dass die Männer während der Damenbenutzungszeit ihr kleines Geschäft weiterhin an den Bäumen im Klostergarten verrichteten, sahen die weiblichen Beschäftigten eine illegitime Vorteilsnahme und intervenierten bei der Gleichstellungsbeauftragten, die sofort im Büro des Landrats vorstellig wurde. Der Landrat ließ daraufhin die Bäume fällen, allerdings ohne Rücksprache mit der Unteren Staatlichen Forstbehörde, die nun ihrerseits gegen den Landrat eine Strafanzeige wegen Waldfrevels erstattete. Ferner verfügte der Landrat, dass die Kreispolizei in dringenden Fällen die Behördenmitarbeiter mit Blaulicht und Martinshorn zur nächstgelegenen öffentlichen Toilette zu befördern hätten.

Inzwischen ist die ganze Führungsetage der Kreisverwaltung suspendiert. Der Kölner Regierungspräsident hat eine Notverwaltung, der NRW-Innenminister einen Untersuchungsausschuß eingesetzt. Letzterer soll prüfen, ob eine Zunahme der Kriminalität im Raum Euskirchen damit zusammenhängt, dass die Polizeibeamten ständig die Mitarbeiter der Kreisverwaltung zum K.....n und P....n chauffieren mußten.

Die Wurzel allen Übels hat sich dann vor dem Eintreffen eines Klempners aus Faro (Portugal) und eines Toilettencontainers aus dem nordfinnischen Rovaniemi erledigt: Ein Praktikant hatte von zu Hause eine Handspirale mitgebracht und die Verstopfung beseitigt.

Diese beispiellose Eigeninitiative stellte die Verwaltung nun allerdings vor ein Riesenproblem: Vor der Einleitung eines Disziplinarverfahrens muß der junge Mann ja erst noch verbeamtet werden.

Unbekannter Autor
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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