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Planung einer Solaranlage zur Wärmeerzeugung

1. Wozu soll die Solarthermie genutzt werden?
2. Entscheidungskriterien für Solarthermie
3. Prüfung der baulichen Voraussetzungen
4. Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten
5. Geeigneten Fachbetrieb finden
6. Was ist bei einem Angebot zu beachten?
7. Woran ist ein gutes Angebot zu erkennen?
8. Fragen an den Fachbetrieb
Wozu soll die Solarthermie genutzt werden?
Die Solarthermie kann zur Brauchwassererwärmung und auch zur Heizungsunterstützung genutzt werden. Verwendet werden hierfür Flach- und Vakuumröhrenkollektoren. Vorteil der Flachkollektoren ist der günstigere Preis, während Vakuumröhren weniger Platz benötigen.

Auch Schwimmbäder können über Solaranlagen beheizt werden. Entweder bietet sich die teurere Variante über eine Lösung mit Kollektoren und einem Warmwasserspeicher an. Oder es wird die preiswerte Lösung über Schwimmbadabsorberanlagen gewählt, die nach dem Gartenschlauchprinzip funktioniert, bei der das Wasser nur tagsüber erwärmt wird, wenn die Sonne scheint. Diese Anlagen werden auf Grund ihrer besseren Wirtschaftlichkeit allerdings häufig nicht gefördert.
Entscheidungskriterien für eine Solarthermieanlage
Für welche Art der Kollektoren, ob man nur das Brauchwasser erwärmen oder auch die Heizung mit der Kollektoranlage unterstützen will, ob man die Anlage mit Gas-Brennwerttechnik kombiniert oder vollständig auf erneuerbare Energien umsteigt und eine (automatisch beschickte) Holzheizung einbaut, die Entscheidung beruht zum Beispiel auf folgenden Kriterien:
  • Möchte ich umweltfreundlich und zukunftsorientiert leben?
  • Muss der alte Kessel sowieso gewechselt werden?
    (Einhaltung von Grenzwerten und Vorschriften).
  • Wird Wert auf eine zukunftsorientierte Haustechnik gelegt?
  • Soll möglichst viel fossile Energie eingespart werden?
  • Bietet sich der Einbau einer Solaranlage bei einer anstehenden Dacherneuerung an?
  • Ist genügend Platz für Kollektoren und Speicher vorhanden?
  • Wieviel Geld kann ich über den Einbau einer Solaranlage einsparen?
  • Wieviel CO2 kann ich über die Solaranlage einsparen und somit einen Beitrag zur Umweltentlastung liefern?
  • Und noch vieles mehr
Prüfung der baulichen Voraussetzungen
Wo sollen die Kollektoren aufgestellt werden?
  • Auf dem Dach?
  • Auf einem Nebengebäude?
  • Neben dem Gebäude auf einer Freifläche
  • An der Fassade
  • Ist genügend Platz für den Speicher?
Bei einer Südausrichtung und einer Neigung von 45° erhält man für die Brauchwassererwärmung maximale Erträge. Heizungsunterstützende Systeme können in einem flacheren Winkel installiert werden. Eine Verschattung sollte wenn möglich vermieden werden - auch für die Zukunft z.B. durch wachsende Bäume, Neubauten in unmittelbarer Nähe, etc.
  • Neubau: dachintegrierter Kollektor spart die Dacheindeckung und passt sich harmonischer in das Gesamtbild des Gebäudes ein (ebenso fassadenintegrierte Kollektoren).
  • Altbau: fast jedes Gebäude lässt sich mit einer Solaranlage nachrüsten. Der Speicher findet in den meisten Kellern oder in einem Nebengebäude einen Platz.
  • Der Denkmal- und Ensembleschutz muss gegebenenfalls beachtet werden.
  • Eine Baugenehmigung ist in den meisten Fällen nicht notwendig (näheres hierzu regeln die Landesbauordnungen).
Geeigneten Fachbetrieb finden
  • Erfahrungsaustausch im Freundes- und Bekanntenkreis und/oder regionaler Solarinitiativen.
  • Ist der in Frage kommende Installationsbetrieb auf Solartechnik spezialisiert und kann auf entsprechende Referenzen verweisen?
  • Werden zusätzliche Serviceleistungen wie zum Beispiel Informationen zu Fördermitteln und Wartungsverträge angeboten?
  • Sehen Sie sich verschiedene Anlagen der Anbieter an und sprechen Sie mit den Betreibern - profitieren Sie von den Erfahrungen anderer! Welche Erträge werden tatsächlich erzielt?
Was ist bei einem Angebot zu beachten?
Für die konkrete Angebotserstellung einer Photovoltaikanlage ist ein Beratungsgespräch vor Ort notwendig, um auf die örtlichen Begebenheiten des Gebäudes einzugehen. Die Solaranlage muss Ihren Bedürfnissen und Vorstellungen angepasst sein.
  • Ist das Angebot verständlich
  • Lässt es Vergleiche mit konkurrierenden Angeboten zu?
Woran ist ein gutes Angebot zu erkennen?
Prüfen Sie das Angebot sehr genau. Es sollte Ihren Erwartungen und den bisherigen Absprachen entsprechen. Die wesentlichen Komponenten wie Kollektoren, Speicher, Solarstation, Regelung, Rohrleitungen oder Wärmeträger sollten benannt und gegebenenfalls anhand beigefügter Datenblätter der Hersteller spezifiziert werden. Zu beachten sind die Garantiebedingungen der einzelnen Bauteile, wie zum Beispiel beim Kollektor: Bauartzulassung, Nachweis über den Mindestertrag.

(Bei Förderung über das BAFA ist ein Mindestertrag von 525 kWh/m² Kollektorfläche bei einem solaren Deckungsanteil von 40% erforderlich und es müssen die Kriterien des Umweltzeichens RAL-ZU 73 (Blauer Engel) erfüllt werden.)

Auch die übrigen Kosten wie Montage, Fahrtkosten, Inbetriebnahme sowie Einweisung und Übergabe sollten beschrieben sein.

Als Beispiel folgen zwei Möglichkeiten zur Berechnung der Rohrleitungen:
1. Berechnung nach Aufmaß (Kosten pro Meter Rohrleitung, Wärmedämmung). Erst nach     Ausführung der Tätigkeit wird der tatsächliche Verbrauch errechnet. Der Endpreis ist häufig     höher als die Kalkulation.
2. Pauschale Kalkulation durch den Installateur aufgrund seiner Erfahrungswerte. Diese Kalkulation     hat den Vorteil, dass die Kosten für den Kunden klar und eindeutig aufgrund des garantierten     Festpreises sind.
Fragen an den Fachbetrieb
Die Qualität der Beratung hat bei der Auswahl des Installationsbetriebs einen hohen Stellenwert. Daher sind im Folgenden Fragen zusammengestellt, die in einem persönlichen Gespräch mit einem Solaranlagenanbieter besprochen werden sollten:
A) Anlagenkonzepte
  • Wird auf die Vor- und Nachteile verschiedener Anlagenkonzepte eingegangen (Brauchwasser und/oder Heizungsunterstützung)?
  • Sind diese abgestimmt auf die eventuell bestehende Technik sowie die vorhergesehenen Dachfläche und die Anforderungen an Qualität, Preis und Optik?
  • Geht das Anlagenkonzept auf eine eventuelle demnächst fällige Sanierung (Dach/Heizung) ein?
  • Liegt eine objektive, schriftliche Ertragsvorschau der einsparbaren Heiz- bzw. Warmwasserkosten vor?
  • Werden die Lebensdauer und die Qualität konkurrierender Kollektortypen und Komplettsysteme verglichen?
  • Welche Montagemöglichkeiten existieren für das Angebot? (Indach, Aufdach, Fassade?)
  • Muss ein Blitzschutzkonzept beachtet werden?
B) Anlage
  • Ist standardmäßig ein Wärmemengenzähler oder Funktionskontrollgerät in die Anlage integriert? (Voraussetzung für die Förderung über die BAFA und hilfreich bei der Anlagenfunktionskontrolle).
  • Können bei der Verknüpfung der Solaranlage mit einem bereits bestehenden Heizsystem möglichst viele der vorhandenen Komponenten genutzt werden?
  • Funktioniert die Anlage auch bei totalem Stromausfall?
  • Kann geduscht werden, ohne dass gleich der Heizkessel zur Nacherwärmung anspringt?
  • Kann Sonnenenergie über mehrere Tage gespeichert werden?
  • Kann die Zusatzheizung in den Sommermonaten komplett abgeschaltet werden?
C) Amortisation
  • Energetisch: Ist geklärt, zu welchem Zeitpunkt die Solaranlage so viel Energie produziert haben wird, wie zu ihrer Herstellung und Montage benötigt wurde?
  • Monetär:Wann hat sich die Solaranlage bei gleichbleibenden und steigenden fossilen Energiepreisen amortisiert?
  • Steigert die Anlage den Marktwert der Immobilie?
D) Dach
  • Wird die Anlage von erfahrenen Fachkräften (Solar, Dach, Heizung) montiert?
  • Ist die Dichtheit des Daches auch unter extremen Bedingungen gesichert?
  • Kann die Solaranlage im Falle einer späteren Dachsanierung ununterbrochen in Betrieb bleiben?
E) Pufferspeicher
  • Bleibt der Pufferspeicher solange im Gebrauch, wie die übrigen Komponenten der Gesamtanlage?
  • Ist der vorgesehene Pufferspeicher tatsächlich als praktisch wartungsfrei zu bezeichnen?
  • Entfallen thermische Desinfizierung und Reinigung des Pufferspeichers?
F) Trinkwasser
  • Ist das Trinkwasser tatsächlich frisch und wird nur bei Bedarf erwärmt?
  • Ist Keimfreiheit beim solar erwärmten Frischwasser gewährleistet?
  • Sind sowohl Schutz vor Verbrühungen beim Wasserzapfen als auch die Verhinderung vor Kalkausfällung gewährleistet?
  • Soll solar vorgewärmtes Wasser für die Waschmaschine oder den Geschirrspüler verwendet werden?
E) Gewährleistung
  • Wer gewährleistet den einwandfreien Betrieb sowie die fehlerfreie Installation der Anlage? (Wichtig, wenn mehrere Gewerke - z.B. Sanitär- und Dachhandwerk - gemeinsam installieren).
Betrieb der Photovoltaikanlage
Was sollte vorab für den späteren Betrieb der Solaranlage beachtet werden?
  • Wodurch erfolgt die Funktionskontrolle?
  • Ist zur Dokumentation die Installation eines Datenloggers zur Messwerterfassung und Auswertung aller Betriebsparameter vorgesehen?
  • Ist ein Wartungsvertrag vorgesehen?
  • Ist eine Versicherung der Anlage vorgesehen (über die Gebäudeversicherung oder extra)?

Übernommen vom Bundesverband für Solarwirtschaft (BSW)
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