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Planung einer Solaranlage zur Stromerzeugung

1. Erzeugung von Strom aus solarer Strahlung
2. Entscheidungskriterien für Photovoltaik
3. Prüfung der baulichen Voraussetzungen
4. Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten
5. Geeigneten Fachbetrieb finden
6. Was ist bei einem Angebot zu beachten?
7. Woran ist ein gutes Angebot zu erkennen?
8. Fragen an den Fachbetrieb
Erzeugung von Strom aus solarer Strahlung
Viele Menschen möchten einen eigenen Anteil zur CO2 - Reduktion beitragen. Ein gutes Gefühl macht die - zumindest teilweise - Unabhängigkeit vom Energieversorger. Nicht zuletzt rechnet sich die Anlage aufgrund der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung (Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG) über 20 Jahre betriebswirtschaftlich. Nach 15 Jahren hat sich die Anlage in der Regel amortisiert und man erzeugt "umsonst" Strom, welcher vergütet wird. Dies lohnt sich insbesondere aufgrund der hohen Lebenszeit der Photovoltaik-Anlagen (mehr als 20 Jahre). Die über die Vergütungszeit hinausgehenden Jahre kann der Strom entweder selbst verwendet werden oder wird auf Basis einer anschließenden gesetzlichen Regelung vergütet.
Entscheidungskriterien für eine Photovoltaikanlage
Für welche Art einer Photovoltaikanlage man sich entscheidet - eigene Module auf dem Dach, als Indach-, Fassaden-, Flachdachlösung, als Freiflächenanlage, oder einer Beteiligung an einer Gemeinschaftsanlage auf einer Schule, dem Gemeindehaus oder ähnlichem - etwas Gutes für die Umwelt tut man in jedem Fall. Außerdem ist das Geld zukunftsorientiert angelegt.
Eine Entscheidung beruht z.B. auf folgende Kriterien:
  • Möchte ich umweltfreundlich und zukunftsorientiert leben?
  • Bietet sich der Einbau einer Solaranlage bei einer anstehenden Dacherneuerung an?
  • Möchte ich mein Geld zukunftsorientiert investieren?
  • Gibt es lokale Gruppen, die eine Gemeinschaftsanlage planen und weitere Investoren suchen?
  • Möchte ich als Unternehmer investieren, um Steuern zu sparen?
  • Als Unternehmer das Image meines Unternehmens verbessern?
  • Ich möchte über die Solaranlage CO2 einsparen und somit einen Beitrag zur Umweltentlastung liefern.
  • Und noch vieles mehr
Prüfung der baulichen Voraussetzungen
Wo sollen die Module aufgestellt werden?
  • Auf dem Dach?
  • Auf einem Nebengebäude?
  • Neben dem Gebäude auf einer Freifläche
  • An der Fassade
Bei einer Südausrichtung und einer Neigung von 30° erhält man maximale Erträge. Eine Verschattung sollte unbedingt vermieden werden - auch für die Zukunft z.B. durch wachsende Bäume, Neubauten in unmittelbarer Nähe, etc.
  • Neubau: dachintegrierte Module sparen die Dacheindeckung und passen sich harmonischer in das Gesamtbild des Gebäudes ein (ebenso fassadenintegrierte Anlagen).
  • Altbau: die Nachrüstung einer Photovoltaikanlage ist unkompliziert möglich. Von Vorteil ist ein freier Schacht / freier Kaminzug (vom Dach zum Keller) für das Stromkabel.
  • Der Denkmal- und Ensembleschutz muss gegebenenfalls beachtet werden.
  • Eine Baugenehmigung ist in den meisten Fällen nicht notwendig (näheres hierzu regeln die Landesbauordnungen).
Geeigneten Fachbetrieb finden
  • Erfahrungsaustausch im Freundes- und Bekanntenkreis und/oder regionaler Solarinitiativen.
  • Ist der in Frage kommende Installationsbetrieb auf Solartechnik spezialisiert und kann auf entsprechende Referenzen verweisen?
  • Werden zusätzliche Serviceleistungen wie zum Beispiel Informationen zum Netzanschluss angeboten?
  • Sehen Sie sich verschiedene Anlagen der Anbieter an und sprechen Sie mit den Betreibern - profitieren Sie von den Erfahrungen anderer! Welche Erträge werden tatsächlich erzielt?
Was ist bei einem Angebot zu beachten?
Für die konkrete Angebotserstellung einer Photovoltaikanlage ist ein Beratungsgespräch vor Ort notwendig, um auf die örtlichen Begebenheiten des Gebäudes einzugehen. Die Solaranlage muss Ihren Bedürfnissen und Vorstellungen angepasst sein.
  • Ist das Angebot verständlich
  • Lässt es Vergleiche mit konkurrierenden Angeboten zu?
Woran ist ein gutes Angebot zu erkennen?
Prüfen Sie das Angebot sehr genau. Es sollte ihren Erwartungen und den bisherigen Absprachen entsprechen. Die wesentlichen Komponenten (Solargenerator, Wechselrichter/Netzeinspeisegerät, Zähler, Netzanschluss, Kabel, Arbeitszeit) sollten benannt, detailliert beschrieben sein oder anhand beigefügter Datenblätter der Hersteller spezifiziert werden, unter Angaben der Garantiebedingungen. Sämtliche Montage- und Fahrtkosten sollten ausgewiesen sein, weiterhin ist auf die Liefer- und Geschäftsbedingungen zu achten.
Fragen an den Fachbetrieb
Die Qualität der Beratung hat bei der Auswahl des Installationsbetriebs einen hohen Stellenwert. Daher sind im Folgenden Fragen zusammengestellt, die in einem persönlichen Gespräch mit einem Solaranlagenanbieter besprochen werden sollten:
A) Anlagenkonzepte
  • Wird auf die Vor- und Nachteile verschiedener Anlagenkonzepte eingegangen?
  • Sind diese abhängig von der gewünschten Technik, der vorhergesehenen Dachfläche und den Anforderungen an Qualität und Optik?
  • Wird auf den Aufstellort der Module sowie des Wechselrichters eingegangen?
  • Gibt es lokale Gruppen, die eine Gemeinschaftsanlage planen und weitere Investoren suchen?
B) Anlage
  • Wird auf die Vor- bzw. Nachteile der Reihen- bzw. der Parallelschaltung eingegangen? Bei der Reihenschaltung bestimmt das schwächste Modul die Leistung, daher ist bei einer Teilabschattung (z.B. durch Bäume) die Parallelschaltung eher zu empfehlen.
  • Werden die verschiedenen Vor- und Nachteile von Netzeinspeisegerät- bzw. Wechselrichter-Konzept betrachtet? Es gibt Zentral-/ Strang-Wechselrichter mit oder ohne Trafo. Bei trafolosen Wechselrichtern ist zur Sicherheit des Installateurs und Nutzers ein allstromsensitiver Fehlerstromschalter (FI) einzubauen.
  • Werden die Lebensdauer und die Qualität konkurrierender Solargeneratoren verglichen?
  • Welche Montagemöglichkeiten existieren?
  • Trennstelle bei Ausfall oder Abschaltung des öffentlichen Stromnetzes im Wechselrichter vorhanden (ENS)?
  • Ist eine Versicherung der Anlage vorgesehen?
Eine Haftpflichtversicherung wird grundsätzlich empfohlen. Spezielle Solarversicherungen (Allgefahren- ("Vollkasko"), Ertragsausfall- und Ertragsgarantieversicherung) werden je nach Absicherungsbedürfnis des Betreibers angeraten.
C) Amortisation
  • Energetisch: Ist geklärt, zu welchem Zeitpunkt die Photovoltaikanlage so viel Energie produziert haben wird, wie zu ihrer Herstellung und Montage benötigt wurde?
  • Monetär: Wann hat sich die Photovoltaikanlage amortisiert?
  • Steigert die Anlage den Marktwert der Immobilie?
D) Dach
  • Wird die Anlage von Fachkräften (Solar, Dach, Elektro) montiert?
  • Ist die Dichtheit des Daches auch unter extremen Bedingungen gesichert?
E) Gewährleistung
  • Wer gewährleistet den einwandfreien Betrieb sowie die fehlerfreie Installation der Anlage? (Wichtig, wenn mehrere Gewerke - z.B. Elektro- und Dachhandwerk - gemeinsam installieren)
Betrieb der Photovoltaikanlage
Was sollte vorab für den späteren Betrieb der Photovoltaikanlage beachtet werden?
  • Wodurch erfolgt die Funktionskontrolle?
    Bei kleineren Photovoltaikanlagen ist eine kostengünstige Überwachung möglich durch direkte Ablesung einer LCD-Anzeige. Eine bequemere Lösung ist die visualisierte Funktionsüberwachung der Solarstrom-Anlage per PC mit Online-Darstellungen, Messdatenaufzeichnungen, grafischen Auswertungen sowie Datentransporten (z.B. nach Excel).
  • Ist zur Dokumentation die Installation eines Datenloggers zur Messwerterfassung und Auswertung aller Betriebsparameter vorgesehen?
  • Ist ein Wartungsvertrag vorgesehen? Solarstromanlagen arbeiten nahezu wartungsfrei. Am wichtigsten ist es, die Sonnenernte zu verfolgen. Etwa alle drei Jahre sollten die Messungen des Inbetriebnahmeprotokolls wiederholt und dokumentiert werden. Bei dieser Gelegenheit sollte auch der Solargenerator auf den korrekten Sitz geprüft werden.
  • Wird die Anlage von Fachkräften (Solar, Dach, Elektro) montiert?
Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. bietet dazu eine kostenpflichtige Broschüre "Photovoltaik: Steuerrecht, Gewerberecht" an.
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