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Hinter Schloss und Riegel - Schlösser für Möbel und Türen

Einsteckschloss Aufschraubschloss Buntbartschloss Einbohrschloss
Besatzungschloss Einlassschloss Zuhaltungsschloss Drehstangenschloss
Zylinderschloss Schubstangenschloss Magnetschloss Schubriegel
Wechselschloss Vorhängeschloss Möbelschlösser Hakenfallenschloss
 
Schlösser liegen nicht nur im Monde, wie Paul Linke in "Frau Luna" verkündet, sondern sie finden sich in jeder Haustür und jedem Kleiderschrank. Schon von alters her wollten die Menschen ihr Hab und Gut vor dem Zugriff von Unbefugten schützen. So wurden Konstruktionen ausgetüftelt, die es ermöglichten, dem Diebstahl einen Riegel vorzuschieben. Die ersten überlieferten Schlösser waren aus Holz und wurden etwa 5000 Jahre vor der Geburt Christi von den Ägyptern entwickelt. Das erste reine Metallschloss fertigten die Römer. Zu diesem Zeitpunkt war Jesus bereits 100 Jahre tot. Bis die ersten Türschlösser gebaut wurden, dauerte es weitere 1500 Jahre. Während des dreißigjährigen Krieges entwickelten zwei Schlosser etwa zeitgleich Schlösser, deren Grundprinzip man bis heute bei Zimmertüren findet. Der Riegel wurde mit einem handlichen Schlüssel mit Bartprofilierung bewegt. 1844 entwickelte der Amerikaner Linus Yale Senior das erste Zylinderschloss. Zylinderschlösser mit ähnlichem Aufbau findet man bei den meisten heutzutage gängigen Außentüren.

Wie bereits angeklungen, gibt es verschiedene Arten von Schlössern. Es gibt Schlösser für Möbel, Hauseingangs- oder Zimmertüren. Entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen. Bei einer Außentür kommt es vor allem darauf an, daß das Schloss bzw. die Schliessanlage von Einbrechern möglichst nicht zu knacken ist. Bei Zimmertüren ist es ausreichend, wenn der neugierige kleine Bruder davon abgehalten wird, im Zimmer der Schwester herumzuschnüffeln. Mit schweren Einbruchswerkzeugen wird der Bruder ja nicht gleich kommen. Auch bei Schlössern von Möbeltüren, Möbelklappen oder Schubkästen steht der Einbruchschutz nicht im Vordergrund. Wobei das Schloss des Schreibtischs ihres Chefs sicherlich widerstandsfähiger sein muß, als der Kleiderschrank im Schlafzimmer. Während Schlösser und Riegel ein unbefugtes Öffnen verhindern sollen, haben Schnäpper und Magnetverschlüsse in erster Linie die Aufgabe, ein selbsttätiges Öffnen von Türen und Klappen zu verhindern.

Türschlösser


Bei Türschlössern unterscheidet man zwischen Schlössern für Innen- und Außentüren. Beide Türarten erhalten im allgemeinen Einsteckschlösser. Unterschiedlich ist jedoch die Sicherungsart. Man unterscheidet Buntbartschlösser, Zuhaltungsschlösser, Besatzungschlösser, Schlösser für Schließzylinder und Elektronikschlösser. Haustürschlösser sind meist schwerer ausgebildet als Zimmertürschlösser. Türen zum Badezimmer oder zum WC können anstelle eines Schlüssels an der Innenseite einen Knebel zum Verriegeln haben. Auch für Hotel- und Krankenhaustüren sowie schalldämmende Türen gibt es besondere Schlösser.

Einsteckschloss



Einsteckschloß

Das Einsteckschloss wird hauptsächlich bei Haus- und Zimmertüren verwendet. Seltener wird es auch in Möbeln verwendet. Einsteckschlösser werden so in die Rückseite der Tür eingelassen (durch Stemmen oder Fräsen einer Tasche), daß nur noch der Schloßstulp mit dem Riegel sichtbar ist. Die Sicherungsart reicht vom Buntbartschloss über das Besatzungsschloss bis hin zum Zuhaltungsschloss und Zylinderschloss. Man unterscheidet Einsteckschlösser für gefälzte und stumpf einschlagende Türen. Schlägt die Tür stumpf ein, liegt der Stulp mittig auf dem Schlosskasten. Bei einer gefälzt einschlagenden Tür ist der Stulp einseitig mit dem Schlosskasten bündig. Ein wichtiger Begriff beim Bestellen und Einbauen von Schlössern ist das Dornmaß. Es gibt den Abstand vom Mittelpunkt des Türdrückers bzw. des Schlüssellochs bis zur Außenkante (Stulp) an. Es sind Türschlösser mit einem Dornmaß von 25 mm bis 100 mm erhältlich. Zimmertüren haben meist ein Dornmaß von 55 mm.

Buntbartschloss


Buntbartschloss Buntbartschlösser werden hauptsächlich für Zimmertürschlösser verwendet. Sie haben die geringste Sicherheit. Mit einem einfachen Sperrhaken oder einem gebogenen Draht lassen sich die Türen öffnen. Wenn Sie also nicht wollen, daß jeder Nachwuchseinbrecher ihre Sachen durchstöbert, sollten Sie sich für eine andere Sicherungsart, wie beispielsweise ein Zuhaltungsschloss, Besatzungsschloss oder Schließzylinder entscheiden. Für die Haustür darf ein Buntbartschloss nicht verwendet werden. Den Namen hat das Buntbartschloss im übrigen von den verschiedenen, möglichst bunten Schlüsselformen.

Besatzungschloss


Besatzungschloss Eine höhere Sicherheit als das Buntbarschloss hat das Besatzungschloss. Mit einem zurechtgefeilten Schlüssel läßt sich die Tür jedoch auch öffnen. Das Schloss ist eine Weiterentwicklung des Buntbartschlosses. In Kasernen, älteren Klassenzimmern oder in Jugendherbergen könnte man noch auf solch ein Schloss treffen. Für Haustüren darf es jedoch ebenfalls nicht verwendet werden. Besatzungschlösser haben aufgesetzten Reifen auf den Innenflächen des Schlosskastens, auf die die Schlüssel abgestimmt sind.

Zuhaltungsschloss


Zuhaltungsschloss Im Vergleich zum Besatzungs- oder Buntbartschloss hat das Zuhaltungsschloss eine höhere Einbruchsicherheit. Das Innenleben besteht aus Blechscheiben, die Aussparungen an verschiedenen Stellen haben. Mit dem Schlüssel werden die einzelnen Scheiben soweit angehoben, daß die Aussparungen alle auf gleicher Höhe sind. Nun kann ein Bolzen, der am Riegel angebracht ist, dort eintauchen und die Tür läßt sich öffnen. Die Sicherheit hängt vor allem von der Anzahl der Scheiben ab. Billige Schlösser mit wenigen Scheiben lassen sich relativ schnell öffnen. Zuhaltungschlösser werden beispielsweise für Tresore verwendet. Auch Hauseingangstüren dürfen mit einem Zuhaltungschloss ausgestattet sein, sofern sie mit einem Wechsel ausgestattet sind (siehe Wechselschloß).

Zylinderschloss


Zylinderschloss Das Zylinderschloss ist ein Einsteckschloss, das mit einem Schließzylinder ausgestattet ist. Schließzylinder werden in verschiedensten Formen, Materialien und Abmessungen hergestellt. Häufige Formen sind beispielsweise Ovalzylinder, Rundzylinder oder Profilzylinder. Ein Schließzylinder besteht aus einem Gehäuse und einem drehbaren Zylinderkern. Bei guten Schlössern sperren mindestens fünf Stiftpaare in einer Reihe den Zylinderkern gegenüber dem Gehäuse. Durch das Einführen des Schlüssels werden die unterschiedlich gestalteten Stifte in eine Ebene gedrückt und geben eine Trennlinie frei. Damit kann der Zylinderkern gegenüber dem Gehäuse gedreht werden. Das Zylinderschloss wird überall dort verwendet, wo größere Sicherheit gefordert wird. Das kann bei Zimmertüren oder Möbeln sein, vor allem aber Haustüren sind mit einem Zylinderschloss ausgestattet. Haustüren benötigen allerdings einen Wechsel, das heißt sie müssen mit einem Wechselschloss ausgestattet sein.

Magnetschloss


Magnetschloss Magnetschlösser werden als Sicherheitsschlösser eingeordnet. Sie weisen mehrere Zuhaltungen auf, die dann individuell dem Sperrcode entsprechend entsperrt werden müssen, damit der Riegel betätigt werden kann. Wie der Schließzylinder arbeitet auch das Magnetschloss mit Stiften. Doch wie der Namen schon sagt, spielen auch Magnete eine Rolle. Es gibt drei unterschiedliche Funktionsweisen: Schiebemagnete, Drehmagnete und Taumelstifte.

Die ersten Magnetschlösser arbeiteten mit Schiebemagneten und dem Prinzip der Anziehung und Abstoßung. Die magnetischen Stifte entsperren sich nur, wenn am Schlüssel ein passender Gegenpol vorhanden ist. Beim Prinzip der Drehmagneten werden die Stifte vom Schlüssel gedreht und geben eine Mechanik frei, wenn sie richtig stehen. Beim Prinzip der Taumelstifte müssen sechs Stifte mit einem magnetischen Schlüssel in die richtige Position gebracht werden, so daß sie in eine Schablone passen. Der Magnet auf dem Schlüssel kann 6 oder 8 verschiedene Stellungen haben, so daß eine Vielzahl von Kombinationen möglich ist. Das Schloss ist dadurch extrem einbruchsicher.

Wechselschloss


Haustüren müssen mit einem Wechselschloss oder einem Elektronik- bzw. Magnetschloss versehen sein. Die Sicherungsart beim Wechselschloss kann ein Zuhaltungs- oder Zylinderschloss sein. Die Bezeichnung "Wechsel" bedeutet, daß die Schlossfalle mit dem Schlüssel betätigt werden kann. Man muß also keinen Türgriff drücken, um die Tür aufsperren zu können. Türen mit solchen Schlössern werden auf der Außenseite meist mit einen Knopf oder Griff kombiniert.

Möbelschlösser


Die Ausführung eines Möbelschlosses hängt, wie bereits erwähnt, davon ab, ob es sich in einem Büromöbel oder in einem privaten Möbel sich befindet. Im Büromöbelbau werden Schließzylinder oder sogar ganze Schließanlagen bevorzugt. Eine Schließanlage ist die Kombination von Schließzylindern und verschiedenen Schlüsseln. Für den Wohnbereich werden ebenfalls zahlreiche verschiedene Schlösser angeboten: Schlösser für Drehtüren wie Aufschraubschlösser, Einlaßschlösser, Einsteckschlösser, Schubstangenschlösser und Drehstangenschlösser. Weitere Möbelschlösser sind das Klappenschloss für Schubladen und Schatullenschlösser für kleine Schmuckkästen.

Aufschraubschloss


Aufschraubschloss
Dieses Möbelschloss wird auf die Rückseite der Tür geschraubt. Der Riegel greift in ein Schließblech, das in die Möbelseite oder die Türumrahmung eingelassen ist. Bei Doppeltüren faßt der Riegel hinter die zweite Tür. Diese ist an dieser Stelle meistens verstärkt. Die Schließungsart des Aufschraubschlosses kann unterschiedlich sein. Je nachdem, wieviel Wert auf die Sicherheit gelegt wird, gibt es Nutenbart-, Zuhaltungs oder Zylinderschlösser . Auf der Abbildung, die uns vom Spezialisten für Möbelbeschläge Hettich zur Verfügung gestellt wurde, ist die Anbringungsweise eines Aufschraubschlosses zu sehen.



Einbohrschloss


Einbohrschloss

Ebenfalls von der Rückseite wie das Aufschraubschloss wird das Einbohrschloss angebracht. Zuvor muß jedoch ein passendes Bohrloch in die Möbeltür gebohrt werden. Der Riegel greift wiederum in ein Schließblech.



Einlassschloss


Einlassschloss
Einlassschlösser werden so in die Rückseite der Tür eingelassen, daß die Schloßplatte mit der Türrückseite bündig ist. Der Riegel des Schlosses fasst in ein Schließblech, das bei Türen mit einem Flügel in die Korpusseite eingelassen, bei Doppeltüren in die Kante der anderen Tür eingelassen ist.

Drehstangenschloss


Dieses Möbelschloss verschließt die Möbeltür an mindestens zwei Punkten. Die wichtigsten Teile sind auf der von Hettich zur Verfügung gestellten Abbildung zu sehen. Drehstangenschlösser bestehen aus dem Schlosskasten, der Drehstange und den Schließhaken. Die Schließ- bzw. Greifhaken sind am oberen und unteren Ende der Drehstange angebracht. Sie fassen hinter die Schließbolzen, die im Ober- und Unterboden des Möbelstücks eingeschraubt sind. Bei Schrankwänden können beispielsweise Drehstangenschlösser auch mit einem Drehgriff ausgestattet sein . Ein Schlüssel ist dann nicht vorhanden.

Drehstangenschloss

Schubstangenschloss


Ähnlich aufgebaut wie das Drehstangenschloss ist das Schubstangenschloss. Es wird beispielsweise für Schränke verwendet. Wie der Name schon sagt, drehen sich die Stangen nicht, sondern schieben sich in Schließbuchsen im Ober- und Unterboden ein. In der Mitte ist der Schlosskasten, der aufgeschraubt oder bündig eingelassen sein kann. Manche Schubstangenschlösser besitzen noch einen Riegel beim Schlosskasten, so daß die Tür an drei Stellen verriegelt wird. Eine dreifache Verriegelung ist besonders für hohe Türen geeignet.


Schubriegel


Schubriegel Bei Gartentoren, Stalltüren, Schatullen oder Kisten läßt sich mit dem Schubriegel ein Riegel vorschieben. Dabei steht das feste Verschließen weniger im Vordergrund. Mit einem Vorhängeschloss ist das bei vielen Schubriegeln jedoch ebenfalls möglich. Man unterscheidet gekröpfte und gerade Riegel. Auf der Abbildung ist ein gerader Riegel zu sehen. Gekröpfte Riegel werden bei stumpf aufschlagenden Türen verwendet.



Vorhängeschloss


Vorhängeschloss Vorhängeschlösser gibt es in vielen Größen und verschiedenen Schließungsarten. Weniger leicht zu knacken sind Vorhängeschlösser mit einem Schließzylinder. Es muß jedoch immer berücksichtigt werden, daß bei einem billigen Vorhängeschloß mit einem Bolzenschneider der Bügel durchtrennt werden kann. So manches Fahrrad hat auf diese Weise schon seinen Besitzer gewechselt.


Hakenfallenschloss


Das Hakenfallenschloss wird wie das Einsteckschloss durch Stemmen oder Fräsen einer Tasche eingelassen. Anstatt Riegel und Falle besitzt das Schloss allerdings einen Hakenriegel, der sich auf und ab bewegen läßt. Das Hakenfallenschloss eignet sich zum wirkunsvollen Verschluss von Schiebetoren und Schiebetüren. Beim Schließen der Tür hakt das Schloss ein. Zum Öffnen des Tores muß der Haken dann angehoben werden.



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