| Bei einem 20 Jahre alten Haus liegt der Energieverbrauch gegenüber einem Niedrigenergiehaus 30 Prozent, gegenüber einem Passivhaus sogar 90 Prozent höher. Jeder kann sich denken, was das für seinen Geldbeutel aber auch für die
Umwelt zu bedeuten hat. Wir haben daher einige Maßnahmen zusammengestellt, mit denen sich jedes Haus
zu einem Sparwunder aufrüsten und sich eine energetische Sanierung vornehmen lässt: |
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1. Wärmepumpe |
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Wärmepumpen sind die zukunftssichere Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen. Sie
nutzen die kostenlose Umweltenergie, die in Luft, Erde (Abbildung A) oder Wasser gespeichert ist. Es muss nicht auf fossile
Rohstoffe wie Heizöl oder Erdgas zurückgegriffen werden. Mit einer Wärmepumpe lässt sich 75 % des Gesamtenergiebedarfs aus
natürlichen Ressourcen gewinnen, der Rest von 25 % muss - zum Betrieb der Anlage - noch beigesteuert werden.
Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein Kühlschrank, nur mit umgekehrtem Nutzen. So kann vereinfacht das Prinzip der Wärmepumpe
erklärt werden: Ein Kühlschrank entzieht den Lebensmitteln Wärme und gibt sie an den Raum ab. Wärmepumpen entziehen über eine
Wärmeträgerflüssigkeit (ähnlich dem "Kältemittel" in einer Klimaanlage) der Luft, dem Wasser oder der Erde Wärme und leiten
diese an das Heizsystem weiter. Dabei bedient sich die Wärmepumpe einer Wärme, die deutlich unter der Körpertemperatur des
Menschen liegt und daher als "kalt" empfunden wird. "Kälte" ist allerdings eine Frage der Sichtweise. Eine Wärmepumpe kann
selbst aus Minusgraden noch ausreichend Wärme zum Heizen ziehen. Sie wandelt Wärme niedriger Temperatur in Wärme höherer
Temperatur um, das heißt aus Luft mit einer Temperatur von 10°C wird beispielsweise Heizwasser mit einer Temperatur von 35°C,
das einen Raum ausreichend erwärmen kann. Das Erdreich hat in etwa 10 m Tiefe eine konstante Temperatur von 10 - 15°,
Grundwasser ist ganzjährig etwa 8 bis 12° "warm". Das sind ausreichende Temperaturen, um über Wärmepumpen Heizenergie zu gewinnen.
Einbau und Betrieb einer Wärmepumpe sind vollkommen problemlos. Benötigt werden weder Schornstein noch Tank. Die Wärmepumpe
kann fast überall installiert werden; ein separater Heizkeller ist nicht erforderlich. Eine Wartung ist nicht notwendig. |
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2. Fußbodenheizung |
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| Fußbodenheizungen war schon bei den alten Römern bekannt.
Ideal für Fußbodenheizungen sind Keramik- und Natursteinböden, weil diese die abgegebene Wärme schnell aufnehmen und lange
speichern. Möglich sind auch Fußbodenheizungen unter Parkett, Laminat und Teppichböden, sofern diese vom Hersteller dafür
zugelassen sind. Speziell beim Einbau unter Holzbodenbelägen sind die Einbau- und Verlegehinweise der Heizungs- wie der
Bodenbelagshersteller genau zu beachten. Fußbodenheizungen verbreiten eine angenehme, vom Fußboden aufsteigende Wärme, deshalb ist eine
gute Verteilung besonders wichtig. Übliche Heizkörper müssen auf rund 60 Grad Celsius erwärmt werden, um einen Raum zu heizen.
Fußbodenheizungen hingegen, wie sie bei der Heiz-Lüftungszentrale eingesetzt werden, erzielen schon bei 35 Grad Celsius einen
optimalen Heizeffekt. Statt auf einen Punkt gebündelt, wird die Wärme auf die ganze Fläche verteilt. Ein mit niedrigen Temperaturen
arbeitendes Heizungssystem ist ideal in Kombination mit einem Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung. |
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3. Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung |
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Wie bereits angedeutet, arbeitet die Heiz-Lüftungszentrale in Kombination mit der
Fußbodenheizung am effektivsten. Denn entscheidend für die Leistungsausbeute einer Wärmepumpe ist eine geringe
Temperaturdifferenz zwischen der Wärmequelle und der Heizung. Doch nicht nur bei der Wärmeverteilung, sondern auch bei der
Wärmegewinnung hilft die Heiz-Lüftungszentrale sparen. Die integrierte Wärmepumpe verwendet die - kostenlose - Umweltwärme
zum Heizen und gewinnt obendrein Wärme aus der Abluft zurück.
So funktioniert das genau: Über ein Wetterschutzgitter und eine wärmegedämmte Außenluftleitung wird Frischluft angesaugt. Diese
Luft wird zunächst gefiltert, anschließend in einem Wärmeaustauscher vorgewärmt und danach über Zuluftleitungen den Wohnräumen
zugeführt. Die Abluft wird aus den feuchten und geruchsbelasteten Räumen (Küche, Bad, WC) abgesaugt, zum Lüftungsgerät transportiert
und dort in einem Filter gereinigt. Anschließend wärmt sie im Wärmeaustauscher die kühlere Außenluft vor und verlässt dann über die
Fortluftleitung das Gebäude. |
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4. Dämmung des Hauses |
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Durch Auswahl und Einbau von geeigneten Dämmmaterialien in Wände und Decke lässt
sich ebenfalls eine Menge Geld sparen. Bei der Dachdämmung unterscheidet man zwischen einer Teilflächendämmung -
bekannterer Begriff Zwischensparrendämmung - und einer Vollflächendämmung. Für die Dämmung zwischen den Dachsparren hält die
Industrie verschiedene Dämmstoffe wie beispielsweise Mineralwolle oder Polystyrol bereit. Diese werden meistens zwischen die
Sparren geklemmt. Die Zwischensparrendämmung ist häufig die einzige Möglichkeit bei einem nachträglichen Dachausbau. Durch die
Energieeinsparverordnung sind die Dämmschichten noch dicker geworden, so dass sie häufig die Sparrentiefe überschreiten. Der
Sparren muss in diesem Fall aufgedoppelt werden, was zu einem weiteren Verlust an Dachraum führt. Beim Neubau ist daher eine
Vollflächendämmung zu empfehlen. Hier wird die Dämmung oberhalb der Sparren verlegt.
Bei der Dämmung von Wänden wird zwischen Kern-, Innen- und Außendämmung unterschieden. Als Außendämmung wird diejenige Dämmung
bezeichnet, die aussen an der Fassade angebracht wird. Geeignet zur Fassadendämmung sind nahezu alle Fassadendämmplatten oder
-matten aus Kork, Polystyrol, PUR, Mineralwolle, Holzfaser etc.. Häufig werden auch komplette Wärmedämmverbundsysteme verwendet.
Außendämmung hat im Vergleich zur Innendämmung oder Kerndämmung die meisten Vorteile, so dass ihr, wenn möglich, den Vorzug gegeben
werden sollte. Da bei der Außendämmung die massive Wand auf der warmen Innenseite liegt, ist man vor Schäden durch Tauwasserbildung
in der Regel sicher. Sollte die Heizung mal streiken, bleibt das Gebäude länger warm. Fensterbänke, Außentür- und Fensterlaibungen
können in die Dämmung mit einbezogen werden. Bestehende Wärmebrücken können weitgehend beseitigt werden.
Bei Fachwerk- oder denkmalgeschützten Fassaden ist die Innendämmung häufig jedoch die einzige Möglichkeit. Wird der Dämmstoff von
innen an die Außenwand aufgebracht ist es notwendig, der Tauwasserproblematik erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Da das massive
Mauerwerk dann kälter ist als vorher (der Wärmefluss von innen ist ja unterbrochen) kann die Feuchtigkeit in möglicherweise
ausströmender Luft leichter im Mauerwerk kondensieren. Daher ist besonders auf eine luftdichte Ausführung zu achten.
Bei der Kerndämmung wird die dämmende Schicht zwischen zwei Mauerschalen eingebracht. Bei einer nachträglich erstellten
Klinkerfassade werden dazu wasserabweisende Platten angebracht. Liegt bereits eine hinterlüftete Vormauerschale vor, wird der
Dämmstoff (z.B. Perlite) nachträglich in den Hohlraum eingefüllt. Zwar ist auf Grund der festgelegten Hohlraumbreite die Dämmwirkung
begrenzt und Wärmebrücken lassen sich nicht vollständig vermeiden, doch das Erscheinungsbild der Fassade bleibt weitgehend unangetastet. |
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5. Wärmeschutzfenster |
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| Den besten Wärmeschutz bieten Fenstersysteme mit hochwärmedämmenden Isolierglasscheiben und
durchdachten Profilsystemen. Die neuen Wärmeschutzverglasungen haben die veralteten Einfachverglasungen abgelöst. Es werden zum
Teil die Scheiben gegen Wärmeverglasungen ausgetauscht, oder gleich die alten Fenstersysteme durch neue Wärmeschutzfenster
getauscht. Der Einbau einer optimalen Wärmeisolation im Fensterbereich bezieht sich nicht nur auf den Glasaufbau alleine, ebenso
ist auch die perfekte Isolation wichtig, wie auch der Glasrand und die Gesamtkonstruktion ein wichtiger Bestandteil vom Glas
geworden ist. Neue Materialien können aktiv zu geringerem Wärmeverlust am Glasrand beitragen und aktiven Wärmeschutz leisten,
so wird lästiges Schwitzwasser von der Glasoberfläche weitgehend ferngehalten. Ein gutes Wärmedämmfenster weist eine dreimal bessere
Wärmeisolation auf, als ein erst 15-jähriges Fenster. Der neuartige Glasaufbau mit einer Wärmebeschichtung bei Wärmeschutzfenstern
und einer Edelgasfüllung sorgt dafür, dass die kostbare Wärme sehr lange im Wohnraum erhalten bleibt. |
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6. Solarthermische Anlage |
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Die Solarthermie nutzt die Sonnenenergie für die Erwärmung von Brauchwasser.
Auf dem Dach befestigte Sonnenkollektoren nehmen die Sonnenwärme über ein Wasser-Glycol-Gemisch auf und leiten sie
an den Solarspeicher. Der Solarspeicher gibt wiederum seine Wärme über einen Wärmetauscher an das Wasser ab. Solarthermie
wird überwiegend zur Brauchwassererwärmung genutzt, da der Bedarf über das Jahr konstant ist. Bis zu zwei Drittel des
jährlichen Warmwasserbedarfs kann über Sonnenkollektoren abgedeckt werden. Im Sommer kann sogar das gesamte
Brauchwasser durch Solarthermie erwärmt werden. In den Wintermonaten ist eine Zusatzheizung erforderlich.
Mehr über solarthermische Anlagen erfahren Sie beim Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW). |
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7. Solarspeicher |
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Der Speicher einer Solaranlage dient der Aufbewahrung des solar erzeugten Warmwassers.
Je besser der Speicher ist, desto besser ist auch der Gesamtertrag der Anlage, da z.B. bei einer guten Wärmedämmung des
Speichers weniger solar erzeugte Energie verloren geht. Der Speicher stellt das Warmwasser auch in der Nacht und an Tagen,
an denen das Strahlungsangebot der Sonne nicht komplett zur Wassererwärmung ausreicht, zur Verfügung. Durch die automatische
Regelung der Solaranlage und des Heizungskreislaufes erwärmt eine Zusatzheizung (Gas-, Öl- oder Holzheizung) einen Teil des
Wassers, wenn die Sonneneinstrahlung nicht ausreicht.
Der Solarspeicher muss also neben dem Kollektoranschluss den Anschluss einer Nachheizung ermöglichen (bivalenter Speicher).
Deshalb sind konventionelle Brauchwasserspeicher als Solarspeicher nicht geeignet. Ein Speicher im Ein- und Zweifamilienhaus
hat eine Größe von etwa 300 bis 500 Litern. Das ist ungefähr das 1,5 bis 2-fache des täglichen Warmwasserbedarfs.
Mehr zum Thema Solarspeicher erfahren Sie beim Bundesverband Solarwirtschaft (BSW). |
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8. Photovoltaikmodule |
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Photovoltaikmodule auf dem Dach erzeugen eigenen Strom, der im Haus verbraucht oder
ins Stromnetz eingespeist werden kann. Die auf der Erdoberfläche auftreffende Solarenergie beträgt rund das 10.000-fache
unseres Energiebedarfs. Sie kann thermisch oder elektrisch genutzt werden. Die Photovoltaik wandelt Sonnenenergie in Strom
um. Sie basiert auf dem Photoeffekt des Sonnenlichts, das elektrisch geladene Teilchen in einem Halbleiter freisetzt. In den
Solarzellen auf dem Dach wird die Energie erzeugt und entweder unmittelbar im Haushalt verbraucht, in Akkumulatoren
gespeichert oder in das allgemeine Stromnetz eingespeist. Dabei wandelt ein Wechselrichter (an der Hausfassade oder im Keller
angebracht) den photovoltaisch erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um. Die Nutzung der Solarenergie hat sich in den
vergangenen Jahren vervielfacht, besonders, seitdem durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz die regenerative
Energieerzeugung gezielt gefördert wird.
Mehr über Photovoltaikmodule erfahren Sie beim Bundesverband Solarwirtschaft (BSW). |
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