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PVC-Boden bzw. Linoleumboden verlegen

Eigentlich könnte der Unterschied zwischen PVC und Linoleum größer nicht sein. Das eine ist Kunststoff, der andere Bodenbelag besteht aus natürlichen Inhaltsstoffen. Bei der Verlegung beider Bodenbeläge treten aber so viele Übereinstimmungen auf, dass wir beide Anleitungen zu einer zusammenfassen. Wobei eines vorweg gesagt werden soll. Linoleum wird generell vollflächig verklebt, während PVC in kleineren Räumen auch lose verlegt oder mit Klebeband fixiert werden kann. Zudem müssen die Fugen zwischen den einzelnen Linoleumbahnen zunächst ausgefräst und anschließend mit einem Handschweißgerät sorgfältig gegen eindringende Feuchtigkeit verschlossen werden. Linoleum quillt nämlich unter Nässe auf und wellt sich. Ein Gelegenheits-Heimwerker sollte sich daher genauestens überlegen, ob er das Verlegen von Linoleum nicht lieber in Expertenhände legt. Zumal ein Preis von 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter nicht dazu angetan ist, mit Linoleum Experimente zu machen. Bei kleineren Flächen ohne Stoßfugen kann sich aber auch der "normale" Heimwerker ranwagen. Nachdem PVS-Böden jahrelang ein Nischendasein fristeten, erleben sie nun wieder ein Comeback.

Vorbereitung des Untergrunds

Egal ob PVC oder Linoleum - der Untergrund muss glatt und fest sein. Schon kleine Erhebungen und Risse zeichnen sich früher oder später deutlich im Belag ab. Soll lediglich ein alter PVC gegen einen neuen ausgetauscht werden, geht das in der Regel ganz einfach. Bei einem Zementestrich müssen lediglich lose Partikel, Kleberreste oder Rückstände vom alten Belag entfernt werden, dann kann der neue Boden verlegt werden. Ist der Estrich uneben, kann er mit einem selbstverlaufenden Fließspachtel egalisiert werden.

Kritischer ist ein alter Holzfußboden, bei dem sich die Fugen zwischen den einzelnen Dielen schnell als hässliches Streifenmuster im PVC oder Linoleum abzeichnen würden. Spezielle Spanplatten mit Nut und Feder als Bodenabdeckung bringen hier Abhilfe und sorgen für einen festen Verbund. Bei der Verlegung der Platten ist darauf zu achten, dass die Fugen zwischen den Platten ganz dicht sind. Wenn die Platten auf den Untergrund geschraubt oder genagelt werden, ist die Gefahr gering, dass sie später noch arbeiten und die Fugen sich abzeichnen können.

Der Boden unter einem PVC- oder Linoleum-Belag muss trocken sein. In einem nicht unterkellerten Raum muss deshalb eine Isoliermasse aufgebracht werden, die aufsteigende Feuchtigkeit absperrt.

Belag an das Raumklima anpassen

PVC-Bodenbeläge und auch Linoleum sollen nicht direkt nach dem Einkauf und dem Transport verlegt werden. Das Material braucht immer mindestens 24 Stunden, besser jedoch mehrere Tage, um sich an das Klima des betreffenden Raumes zu gewöhnen. Der Grund ist ganz einfach: Vinyl schrumpft und wird gleichzeitig etwas dicker, was daran liegt, dass die Schaumbläschen in der Fabrik gequetscht wurden und sich jetzt wieder kugelrund formen. Dies ist auch der Grund, warum PVC nicht in gerolltem Zustand, sondern bereits auf dem Fußboden ausgelegt an das Raumklima angepasst werden sollte. Wer dies aus Platz- oder sonstigen Gründen nicht machen kann, der sollte die Rolle zumindest sehr locker gerollt in eine Ecke stellen, damit sich der Boden entspannen kann. Keinesfalls darf die Rolle liegend gelagert werden, da sonst beim Legen noch stärkere Buckel in das Material gedrückt werden. Auch Linoleumrollen werden grundsätzlich stehend und dabei locker gerollt gelagert.

Bahnen zuschneiden und verlegen

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    PVC oder Linoleum verlegen
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    PVC oder Linoleum verlegen
  1. Für das Verlegen von PVC oder Linoleum muss die Raumtemperatur mindestens 18 Grad betragen. Ist der Raum breiter als die Rollenware, müssen einzelne Bahnen geschnitten werden. Die Bahnenlänge wird dabei zunächst eher zu großzügig als zu knapp bemessen. Normalerweise werden die Bahnen längs gelegt. Wenn allerdings der Verschnitt zu groß wird, können die Bahnen auch quer zum Raum verlegt werden. Die Bahn wird an einer kurzen Seite sowie der Längsseite an der Wand bzw. der vorhergesehenen Bezugskante im Raum ausgerichtet. Dann werden, falls erforderlich, die seitlichen Einschnitte für Wandvorsprünge und Nischen angebracht.
  2. Die genaue Länge einer Bahn erhält man folgendermaßen: Die Rollenbahn an einer Wand anstoßen lassen, an der gegenüberstehenden Wand müsste sich die Bahn nun, wenn beim groben Zuschnitt großzügig bemessen wurde, etwas an der Wand hochwölben. Nun werden mit Maßband oder Zollstock beispielsweise 20 cm von der Wand aus abgemessen und auf dem PVC bzw. Linoleum markiert.
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    PVC oder Linoleum verlegen
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    PVC oder Linoleum verlegen
  1. Nehmen Sie zur Markierung einen wasserlöslichen Stift, damit sich diese später wieder rückstandslos entfernen lässt. Jetzt wird die Bahn plan auf den Boden gelegt und von der Markierung aus die 20 cm in Richtung der Wand ausgemessen und der Beginn der Schnittlinie angezeichnet. Was nun überbleibt, kann mit einem scharfen Cuttermesser weggeschnitten werden.
  2. Mit Hilfe des Parallelanreißers können Sie jetzt die Schnittlinie weiterziehen und dabei auch Versprünge wie beispielsweise an Fensternischen berücksichtigen. Durchtrennt man anschließend den Belag entlang der Schnittlinie, erhält man einen passgenauen Zuschnitt, der ganz exakt dem Wandverlauf folgt.
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    PVC oder Linoleum verlegen
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    PVC oder Linoleum verlegen
  1. Geschnitten wird mit einer frischen, scharfen Teppichklinge und einem Stahllineal als Anschlag. Zuvor muss aber zunächst einmal in den Raumecken der Winkel von oben her eingeschnitten werden, ehe die beiden Seiten abgelängt werden können. Dabei darauf achten, nicht zu tief zu schneiden.
  2. Wem die Methode mit dem Parallelanreißer zu kompliziert ist, kann die Bahn auch folgendermaßen zuschneiden: An den Wänden wird der hochstehende Rand der Auslegeware fest in den Winkel zwischen Boden und Wand gedrückt und entlang der Stahlschiene mit dem Cuttermesser abgeschnitten.
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    PVC oder Linoleum verlegen
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    PVC oder Linoleum verlegen
  1. An Türkanten ist besonders geduldig und vorsichtig zu arbeiten, da der Bodenbelag dem Profil des Türrahmens genau folgen soll. Hier wird das Material in möglichst vielen kleinen Schnitten angepasst - vor allem bei komplizierten Profilen. Hier kommt es auf den Millimeter an.
  2. Bei rund verlaufenden Anschlüssen schneidet man den Bahnenrand Stück für Stück von außen gerade ein, um den Rand besser anpassen zu können.
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    PVC oder Linoleum verlegen
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    PVC oder Linoleum verlegen
  1. Sind zwei Bahnen erforderlich, kommt der sogenannte Doppelschnitt zum Einsatz. Man lässt die beiden Bahnen etwas überlappen und passt gegebenenfalls das Rapportmuster genau ein. Fixieren Sie dann die Bahnen mit Klebestreifen gegen verschieben. Die überlappenden Bahnen werden nun gleichzeitig mit dem Cuttermesser und dem Lineal durchtrennt.
  2. Der Kantenverlauf beider Bahnen stimmt nun exakt überein und es wird eine fast unsichtbare, dicht schließende Naht zwischen beiden Bahnen geben. Doppelseitiges Klebeband fixiert den Belag. Die Verbindungsnähte können auch zusätzlich mit Kaltschweißmittel wasserdicht verschlossen werden. Bei Linoleum werden die Fugen mit Schmelzdraht abgedichtet. Dieses Verfahren mit Schmelzdraht wird auch bei homogenen PVC-Belägen angewandt.

Lose verlegen oder vollflächig verkleben?

Grundsätzlich werden PVC und Linoleum vollflächig verklebt. Insbesondere bei PVC ist bei kleineren Räumen bis 20 m² auch eine lose Verlegung mit doppelseitigem Klebeband möglich - vor allem wenn nur eine Bahn verlegt wird und der Raum weniger stark begangen wird, was in Wohnräumen in der Regel immer der Fall ist. Der Belag wird bei einer losen Verlegung an den Wänden, Nischen und Durchgängen zu anderen Räumen mit doppelseitigem Klebeband fixiert.

Beim vollflächigen Verkleben müssen insbesondere die Verarbeitungshinweise des Klebstoffherstellers beachtet werden. Verwenden Sie am besten lösemittelfreie Dispersionskleber und die dafür vorgeschriebene Spachtelzahnung. Arbeiten Sie Bahn für Bahn. Schlagen Sie die erste Bahn zur Raummitte hin um und tragen Sie vollflächig den Kleber auf dem Boden auf. Nach der vorgeschriebenen Ablüftzeit kann die erste Hälfte der Bahn ins Kleberbett eingeschoben und blasenfrei abgerieben werden. Nun wird die zweite Hälfte des Belags zurückgeklappt, der Kleber aufgetragen und wieder - nach einer kurzen Ablüftzeit - in das Kleberbett eingelegt.



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