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Die Satire des Monats April 2007 in unserem Online-Baumarkt

Herr Korbinian Wachtelbeyn wollte das Angebot eines bekannten Baumarkts, sich zwei 2,10 x 2,70 m große und 25 mm dicke Spanplatten mit dem LKW nach Hause bringen zu lassen, nicht annehmen, um die Zustellkosten von 12 € einzusparen. Stattdessen hievte er die Platten auf den Dachgepäckträger seines VW-Polo und fuhr los.

Der Spanplattentransport mit kleinen Hindernissen

Herr Korbinian Wachtelbeyn erwarb zwei 2,10 x 2,70 m große und 25 mm dicke und damit bleischwere Spanplatten. Diese hievte er unter Hilfestellung mehrerer freundlicher Baumarktkunden auf den Dachgepäckträger seines VW-Polo. Und natürlich zurrte er die beiden Platten mit knallroten Zurrgurten ordentlich fest.

Der VW-Polo ging zwar etwas in die Knie, aber Herr Wachtelbeyn fuhr langsam und vorsichtig. Dennoch musste er einmal abrupt bremsen, als ihm ein älterer Herr angeblich die Vorfahrt nahm.

Der Bremsvorgang bewirkte, dass die beiden Platten auf den Kühler des VW-Polo rutschten und von da aus auf die Straße. Denn die knallroten Zurrgurte sahen zwar schön aus, waren aber von eher blässlicher Qualität. Das Gesicht des Herrn Wachtelbeyn war auch blässlich geworden, denn sein schönes Auto war vorderseitig verbeult. Glücklicherweise herrschte wenig Verkehr und vier junge Passanten halfen, die Platten von der Straße zu bergen. Sie wurden schräg an einen Alleebaum gelehnt.

Herr Wachtelbeyn stand nun vor dem Problem, sich neue Gurte beschaffen zu müssen. Dazu hätte er mit seinem VW-Polo in den Baumarkt fahren und die Spanplatten unbeaufsichtigt zurück lassen müssen.

Also bat er die vier hilfreichen Passanten, doch zehn Minuten auf die Spanplatten aufzupassen, was diese jedoch nur gegen Vorkasse von zwanzig Euro zu tun bereit waren. Als Herr Wachtelbeyn nach zehn Minuten wieder eintraf, waren die vier freundlichen jungen Männer weg - die beiden Spanplatten auch und die zwanzig Euro sowieso.

Als Herr Wachtelbeyn das Missgeschick im Kreis seiner Familie beklagte, brachen zunächst die Ehefrau und dann die beiden halbwüchsigen Söhne in lautes Gelächter aus. Das war zuviel!

Herr Wachtelbeyn zertrümmerte vor Wut die halbe Wohnung und verbrachte die Nacht in Polizeigewahrsam. Dort sperrte man ihn in eine Zelle mit vier jungen Männern, die der Polizei verdächtig vorgekommen waren, als sie zwei Spanplatten durch die Gegend trugen.

Als Herr Wachtelbeyn einen neuen Tobsuchtsanfall bekam, geriet er aber an die Falschen. Sein Nasenbein ist gebrochen. Seine Wohnungseinrichtung ist zerstört. Seine Ehe ist zerrüttet. Sein VW-Polo ist verbeult.

Aber immerhin hat die Polizei die beiden Spanplatten sicherstellen können.

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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