| Das Mühlespiel gehört in Deutschland neben dem Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel zu den bekanntesten Brettspielen. Es ist zudem schon
uralt. Alexander der Große spielte auf seinen Feldzügen Mühle, zahlreiche Funde in den Limesfestungen zeugen davon, dass auch die Römer
dieses Spiel beherrschten. Auf der Akropolis in Athen fand man eingeritzte Spielpläne. Nun bieten wir Ihnen mit unserer Bauanleitung die
Möglichkeit, sich selbst ein Spiel zu tischlern, bei dem die Spielsteine nicht geschoben, sondern gesteckt werden. So haben Sie immer
Ordnung in Ihrem Spiel. |
 |
 |
 |
Vorbemerkungen zu den Spielfiguren:
Damit sich beide Figuren beim Spiel deutlich voneinander abheben, sollte man sie entweder farblich unterschiedlich gestalten oder
verschiedene Formen wählen. Die Figuren können aus unterschiedlichen Holzarten gefertigt oder in verschiedenen Farben gebeizt werden. Dabei
kann man etwas weiße Beize zum Farbkonzentrat dazutun, es entstehen dabei sehr harmonische Pastelltöne, welche die Holzstruktur noch
durchscheinen lassen. Informationen zum Beizen finden Sie hier. |
 |
Spielfeld für das Mühlespiel herstellen |
| Das Spielfeld besteht aus einzelnen Holzleisten, die mit Zinken versehen und ineinander gesteckt werden. |
 |
1. Zuschnitt und Aushobeln:
Um die Handhabung zu erleichtern, sollten Sie die Spielfeldleisten beim Grobzuschnitt und Aushobeln so lang wie möglich lassen. Schneiden
Sie einige Leisten mehr zu für Probeschnitte. Nach dem Aushobeln können Sie die längeren Leisten dann auf Ihr Endmaß zuschneiden, bei den
kürzeren Stücken sollten Sie mit dem Endschnitt warten. Die langen Leisten sollten mindestens 180 mm lang sein, damit man die Verbindung
(Überblattung) sinnvoll herstellen kann. Damit später keine Verwechslungen entstehen, sollten Sie die Oberseite (schmale Seite der
Überblattung) markieren. |
 |
 |
Zum Vergrößern anklicken! |
|
|
 |
2. Zinken herstellen: |
 |
 |
 |
Die beiden inneren Quadrate werden an den Ecken durch Fingerzinken miteinander verbunden. Alle anderen Verbindungen
sind Überblattungen. Weitere Informationen über die Herstellung von Zinkungen und über die
Herstellung von Rahmeneckverbindungen finden Sie hier. Die Fingerzinken können Sie manuell mit einem
Stecheisen und einer Feinsäge oder aber auch mit Hilfe der Kreissäge herstellen. |
|
 |
| Stellen Sie die Fingerzinken mit der Kreissäge her, dann hängt die Zinkenbreite von der Schnittbreite des verwendeten Sägeblattes ab. Die
Zinkenteilung ist in unserer Zeichnung mit 5 mm angegeben. Dadurch wird der Rahmen bei sieben Teilen 35 mm hoch. Wird ein Sägeblatt mit 4 mm
Schnittfuge verwendet, erreicht der Rahmen eine Höhe von 28 mm, bei 3 mm Schnittfuge mit neun Teilen wird der Rahmen 27 mm hoch. Welches
Werkzeug Sie auch verwenden, wichtig ist, dass die Zahl der Teile ungerade Ist (7, 9, 11,...). Berücksichtigen Sie die veränderten Maße bei
der Teilefertigung. Damit der Zinkengrund gerade wird, müssen Sie ein Flachzahn-Sägeblatt oder eine entsprechende Schlitzscheibe verwenden.
Stellen Sie das Werkzeug so ein, dass es nur um eine Holzdicke (8 mm) über den Sägetisch vorsteht. Dadurch ist die Zinkentiefe festgelegt. |
 |
 |
Zum Vergrößern anklicken! |
|
|
 |
ACHTUNG!!!
Alle Einstellungen an der Maschine nur bei ausgeschalteter Maschine vornehmen!!! |
|
 |
| Zum Einstellen der Zinkenbreite schlagen Sie in ein ausreichend großes Brett (500 x 100 x 20 mm), etwa 3 mm von einer
Längskante und 100 mm vom rechten Ende entfernt einen Nagel ein. Dieses Brett wird mit Zwingen so am Winkelanschlag befestigt, dass der Nagel
sich rechts des Sägeblattes befindet, exakt um eine Zinkenbreite (= Schnittfugenbreite) von diesem entfernt. Das zu zinkende Rahmenteil
schieben Sie jetzt mit der Zeichenseite gegen den Nagel und sägen es ein. Schieben Sie grundsätzlich die Teile bis hinter den Spaltkeil und
entnehmen Sie diese erst dann. Ziehen Sie sie nicht zusammen mit dem Anschlag zurück, da hierbei die gesägte Kante nochmals das Werkzeug
berührt und dabei Ungenauigkeiten und Ausrisse entstehen können. Um den zweiten Zinken zu sägen, stülpen Sie den soeben entstandenen Schlitz
über den Nagel und schieben dann das Werkstück nach rechts dagegen und wiederholen den Arbeitsgang. So entsteht das erste Zinkenteil. |
 |
 |
Zum Vergrößern anklicken! |
|
|
 |
| Das passende Gegenstück herstellen: |
 |
Zum Vergrößern anklicken! |
Das fertige Zinkenteil mit dem ersten Zinken über den Nagel stülpen, die Zeichenseite sollte dabei nach links zeigen. Der Anschlag kann bei
ausgeschalteter Maschine zur Maßkontrolle soweit vorgeschoben werden, bis sich der Zinken zwischen Sägeblatt und Nagel befindet. Die
Einstellung ist richtig, wenn die Säge ganz leicht streift. Den Anschlag nun wieder zurückziehen und das Gegenstück (die Zeichenseite zeigt
nach rechts) gegen das fertige Zinkenteil schieben. Es müssen nun beide Zeichenseiten aneinander stoßen. Während man beide Teile in dieser
Position hält, wird gesägt. Anschließend wird die rechte Leiste weggelegt und die Linke, also das Gegenstück, gegen den Nagel gedrückt und
geschlitzt. Danach wird es weitergesetzt, wie beim Zinken des ersten Stückes.
Das Sägeblatt sollte aus Arbeitssicherheitsgründen so weit wie möglich verdeckt sein. Bei einer Kreissäge mit Schiebeschlitten kann man zum
Beispiel ein Brett auf dem Schlitten befestigen, welches das Sägeblatt überdeckt.
|
|
 |
| Man kann den Arbeitsaufwand erheblich reduzieren, indem man die Teile verdübelt oder stumpf verleimt. Allerdings müssen in diesem Fall die
Längenmaße neu errechnet werden. |
 |
3. Schleifen und Überblatten |
 |
 |
Zum Vergrößern anklicken! |
|
 |
Das Überblatten kann Sinnvollerweise auch mit der Kreissäge durchgeführt werden. Damit man die Passgenauigkeit der Arbeit exakt prüfen kann,
werden die Leistenflächen schon vor dem Überblatten geschliffen. Es sollte ein Flachzahn-Sägeblatt oder eine Schlitzscheibe verwendet werden, da der Grund später teilweise sichtbar ist. Die Schlitzhöhe der
Überblattungen sollte die halbe Leistenbreite eher minimal über- als unterschreiten. So treten später beim Zusammenbau keine Komplikationen
auf.
Der Parallelanschlag und der Reiter des Längenanschlages werden so eingestellt, dass man innerhalb des zu sägenden Schlitzes jeweils rechts
und links auf halbem Riss sägen kann. Das Klemmen des Sägeblattes wird durch das zurückgezogene Lineal des Parallelanschlages verhindert.
Der Schlitz wird frei gesägt, indem man die Leiste gegen den Reiter am Längenanschlag drückt und nach jedem Schnitt um etwas weniger als eine
Schnittfugenbreite nach rechts verschiebt, bis sie am Parallelanschlag ansteht. |
|
 |
TIPP!
Zuerst sollten die beiden Innenrahmen verleimt und anschließend die Schlitze gesägt werden, indem man die Rahmen am Parallelanschlag führt.
Drohende Ausrisse lassen sich wirkungsvoll mit Splitterhölzern, die mit Schraubzwingen am Längenanschlag oder an den Rahmenteilen befestigt
werden, verhindern. |
|
4. Figurenträger ablängen:
Die Figurenträger werden abgelängt und die Passgenauigkeit der Teile überprüft. Alle Kanten der Leisten werden geputzt und leicht gebrochen.
5. Verleimen:
Es wird in mehreren Teilschritten auf einer ebenen Unterlage verleimt. Der Leim sollte sparsam dosiert werden, da Leim, der herausquillt, nicht hält und Schwierigkeiten beim Entfernen bereitet. Soweit nicht schon vor dem Überblatten geschehen, sollten zuerst die beiden inneren, gezinkten Quadrate verleimt werden.
Hierbei und auch bei allen weiteren Verleimungen sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Ecken alle im rechten Winkel sind und das das Werkstück nicht verzogen wird. Ist der Leim getrocknet, werden die Eckverbindungen so verschliffen, dass die Ecken auch eckig bleiben. Anschließend werden die beiden fertigen inneren Quadrate mit den Verbindungsstegen verleimt. Anschließend werden die übrigen Rahmenteile dazugefügt. Die kurzen Figurenträger werden erst im letzten Verleimschritt mit den äußeren Querträgern verleimt.
|
 |
TIPP!
Druckstellen durch die Zwingen werden verhindert, indem man beim Verleimen Holzzulagen verwendet. Zwischen Zulage und Werkstück wird ein Stück Kunststofffolie (Gefrierbeutel) gelegt, so kleben die Zulagen nach dem Lösen der Zwingen nicht am Werkstück fest. Die Folie hat den Vorteil gegenüber Papier, dass kein anhaftendes Papier abgeschliffen werden muss.
|
|
 |
Spielfiguren herstellen: |
 |
1. Figuren:
Wie anfangs beschrieben, können die Figuren zur Unterscheidung aus verschiedenen Holzarten hergestellt oder in verschiedenen Farben gebeizt
werden. Die Figuren kann man auf der Drechselbank von der Stange drehen oder von einem zugekauften Rundstab direkt in der Gehrungslade oder
an der Kreissäge ablängen. Im letzten Fall können die Kanten anschließend mit einem Oberfräser profiliert werden. Werden die Figurenenden im
Spund- oder Backenfutter der Drechselbank bearbeitet, eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten der Gestaltung. |
 |
 |
Zum Vergrößern anklicken! |
|
|
 |
2. Schlitzen: |
 |
 |
Zum Vergrößern anklicken! |
Eine mühevolle und zeitaufwändige Arbeit ist es, will man alle 18 Figuren mit Handsäge und Stecheisen schlitzen. Schneller und auch qualitativ
besser erfolgt diese Arbeit an der Kreissäge mit Hilfe einer einfachen Vorrichtung. Genau im Zentrum einer quadratischen 63 mm dicken Platte
(drei Holzwerkstoff-Platten mit 21 mm Dicke) wird eine 50 mm tiefe Bohrung mit 40 mm Durchmesser vorgenommen. Anschließend wird der Spanner
so montiert, dass er die Figur sicher spannt. Nun wird das Sägeblatt auf die exakte Schlitzhöhe eingestellt und der Parallelanschlag so
eingestellt, dass beim Vorschieben der Vorrichtung der Schlitz durch das Zentrum verläuft. Nach dem ersten Arbeitsgang wird die Vorrichtung
um 90° gedreht und wieder am Parallenanschlag vorbei geführt. Die Breite der sich kreuzenden Schnitte entspricht nun der Schnittfugenbreite
des verwendeten Werkzeuges. Damit nun daraus Schlitze mit etwas mehr als 8 mm Breite entstehen, muss der Parallelanschlag nun soweit
verschoben werden, dass durch den Sägeschnitt die äußere linke Schlitzfläche (Schlitzwange) entsteht. Nach jedem Arbeitsgang wird die
Vorrichtung um 90° gedreht und erneut gesägt, bis die Schlitze fertig sind. |
|
 |
Endbehandlung:
Die Oberfläche kann man nach der Fertigstellung nach Belieben behandeln. Das Spiel kann man auch als Dekoobjekt an der Wand aufhängen. Dazu
wird in das Rahmenteil jeweils außen ein Loch für einen Schraubhaken oder für eine Seilaufnahme gebohrt. |
 |
Materialliste Mühlespiel |
 |
| Spielfeld |
 |
| Nr. |
Stück |
Benennung |
Maße |
Material |
| 1 |
2 |
Seitenteil Inneres Quadrat |
220,0 mm x 35,0 mm x 8,0 mm |
Eiche, Esche |
| 2 |
2 |
Seitenteil Inneres Quadrat |
220,0 mm x 35,0 mm x 8,0 mm |
Eiche, Esche |
| 3 |
2 |
Seitenteil Mittleres Quadrat |
326,0 mm x 35,0 mm x 8,0 mm |
Eiche, Esche |
| 4 |
2 |
Seitenteil Mittleres Quadrat |
326,0 mm x 35,0 mm x 8,0 mm |
Eiche, Esche |
| 5 |
2 |
Seitenteil Äußeres Quadrat |
509,0 mm x 35,0 mm x 8,0 mm |
Eiche, Esche |
| 6 |
2 |
Seitenteil Äußeres Quadrat |
432,0 mm x 35,0 mm x 8,0 mm |
Eiche, Esche |
| 7 |
4 |
Querleisten |
114,0 mm x 35,0 mm x 8,0 mm |
Eiche, Esche |
| 8 |
2 |
Seitenteil Figurenträger |
480,0 mm x 35,0 mm x 8,0 mm |
Eiche, Esche |
| 9 |
14 |
Figurenträger |
56,0 mm x 35,0 mm x 8,0 mm |
Eiche, Esche |
| Holzleim, Öl zur Öberflächenbehandlung |
| |
| Figuren |
| |
9 |
Figur |
Durchmesser 40,0 mm x 60,0 mm |
Wenge, Esche |
| |
9 |
Figur |
Durchmesser 40,0 mm x 60,0 mm |
Esche, Eiche |
| Öl zur Öberflächenbehandlung |
| |
| Spannelement |
| |
1 |
Grundplatte |
150,0 mm x 150,0 mm x 63,0 mm |
Muliplex-Platte |
| |
1 |
Spannelement |
90,0 mm x 35,0 mm x 25,0 mm |
Muliplex-Platte |
| |
1 |
Gewindeeinsatz |
M8 - selbstschneidend |
|
| |
1 |
Unterlegscheibe |
A 8,4 |
DIN 125 |
| |
1 |
Flügelschraube |
M8 |
DIN 316 |
|
|
|