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Satire des Monats Oktober 1997

Wolfram Dübbel's (un)maßgebliche Erkenntnisse beschäftigen sich heute mit der Expansion deutscher Baumarkt-Gruppen ins Ausland, wobei die Götzen-Gruppe aus Duisburg-Rheinhausen als erste in die Türkei ging, während Praktiker schon bis Südgriechenland vorgedrungen ist. Die Marktkauf-Gruppe arbeitet sich derzeit durch die Niederlande und alle versuchen zusätzlich ihr Glück in Polen. Und jetzt ist es soweit....

...der 1. Baumarkt auf den Huwaleia-Islands

Aus gewöhnlich gut umgedichteter Quelle ist zu erfahren, daß eine namhafte deutsche Baumarkt-Gruppe die Honna-Bubu-Wulijala- Konzession erhalten hat. Falls Sie noch kein Huwaleianisch verstehen, will ich Ihnen gerne weiterhelfen. "Bubu" heißt soviel wie Erzeugen/Errichten (weshalb die Eingeborenen der Huwaleia-Islands auch von "Bubu-Makka" sprechen, wenn sie in ihrer paradiesischen Unbefangenheit....... na, Sie wissen schon!)

"Honna" bedeutet Erlaubnis. "Wulijala" ist Neu-Huwaleianisch und bezeichnet eine Einkaufsstätte, die bisher auf den Huwaleia-Islands unbekannt war: Baumärkte. Womit schon alles gesagt ist: Die Baugenehmigung für den ersten Baumarkt auf den Huwaleia-Islands 344 Seemeilen südwestlich der Fidschi-Inseln ist erteilt worden!

Der branchenbekannte Marketing-Experte Robert Heimlich (von Klamm, Heimlich & Partner) gibt sich entgegen seinen sonstigen Gepflogenheiten sehr diskret: "Nein, Götzen ist es diesmal nicht und auch nicht Hornbach, obwohl dessen Fassaden-Farbgebung der huwaleianischen Landesflagge nahekommt."

"Ist es vielleicht Marktkauf? Die Huwaleia-Islands waren doch mal niederländisch?"

"Also Marktkauf ist es auch nicht, den Namen können die Huwaleianer nicht aussprechen!"

"Dann muß es Knauber sein, denn die importieren doch ihre tropischen Fische da unten aus der Gegend!"

"Nein, Knauber ist es auch nicht - aber nun sage ich gar nichts mehr!"

Aber dann hat Robert Heimlich mir doch noch einiges verraten! Danach bemühen sich zwölf weitere deutsche Baumarkt-Betreiber um den Standort Huwaleia-Islands, denn die Wachstumsprognosen sind einmalig:

70.000 kaufkräftige Gesamteinwohner, verstreut auf 117 malerische Atolle. Die Kosten für Parkplätze entfallen, die Kunden segeln mit dem Blawu (einheimischer Katamaran) direkt bis zum Baumarkt. Da die Jahres-Durchschnittstemperatur in den letzten 10 Jahren von 33 auf 32 Grad gesunken ist, ergeben sich unglaubliche Absatzmöglichkeiten für Dämmaterial und isolierverglaste Fenster. Praktisch kann das gesamte deutsche Sortiment auch auf den Huwaleia-Islands verkauft werden mit Ausnahme von Tapeten, die auf den dortigen Schilfmatten-Wänden nur schwer zu befestigen sind.

Robert Heimlich: "Aber da wird unserer Industrie auch noch was einfallen. Ein anerkannter Hersteller aus dem Remscheider Raum hat schon eine Kokosnuß-Brechzange auf den Markt geworfen."

Und nach einer Gedankenpause: "Das wäre sogar endlich mal wieder ein neues Produkt für den deutschen Kunden!"

Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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