Unser Autor Wolfram Dübbel nimmt sich diesmal eines Problems an, das die sanitär-keramische Industrie gleichermaßen bewegt, wie die deutschen Frauen: Dem sogenannten Stehpinkeln der Männer.
Kampf den Stehpinklern
Das deutsche Gäste-WC ist durchschnittlich 3,27 Quadratmeter groß und verfügt über eine WC-Schüssel mit Sitzgarnitur. Unter "Sitzgarnitur" versteht der Fachmann eine WC-Brille plus WC-Deckel, die mittels eines Scharniers miteinander verbunden sind und zum Zwecke der Reinigung oder des maskulinen Wasserlassens in Aufrechtstellung hochgeklappt werden kann.
Die Betonung liegt auf "kann", denn wie Frau Dr. Brünzel vom Institut für Empirische Urinalforschung feststellte: "87 Prozent der deutschen Männer sind Stehpinkler und besprühen die Brille. Anstatt diese wenigstens zu reinigen, überlassen sie das der nächsten weiblichen Toilettenbenutzerin!"
Wolfram Dübbel nahm diesen Kommentar zum Anlaß, die wichtigsten Koryphäen der deutschen sanitär-keramischen Industrie zu befragen. Hier die Statements:
Dr. Harald Oprecht, Entwicklungschef eines bekannten WC-Schüssel-Produzenten: "Wir entwickeln derzeit einen Deckel, der sich nur dann öffnet, wenn man sein entblößtes Gesäß gegen eine Identifikationsscheibe hält!"
Diplom-Ingenieur Friedrich Bück, Konstruktionsleiter eines renommierten Sanitärausstatters: "Ein Sensor in 140 cm Höhe schaltet automatisch eine CD mit dem Preussischen Präsentiermarsch ein. Bei 90 dB-Übertragungslautstärke weiß jedermann im Haus, daß da wieder einer im Stehen uriniert."
Beate Hitzig, Mitglied der Feministengilde Wasserburg am Inn und Beraterin des Sanitärgroßhandels: "Wir empfehlen den Einbau einer kalten Dusche. Wer länger als zwei Sekunden vor der Schüssel steht, wird eingenäßt!"
Das Model Claudia Schiffer, aufgrund ihres Namens für eine Werbekampagne für die trockene Klobrille vorgesehen, hat jedoch abgewunken: "Mein David macht's im Stehen und zaubert hinterher alles weg."
Wolfram Dübbel |