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Satire des Monats Juli 1999

Unser Autor Wolfram Dübbel beschäftigt sich heute mit der Frage, welcher handwerkliche Meisterbetrieb eine Zwischenwand aus Gipskartonplatten aufstellen darf. Die sog. Trockenbaubetriebe dürfen es jedenfalls nicht, jedenfalls nicht nach der Meinung verschiedener Handwerkskammern und einiger Ordnungsämter, die einzelne Trockenbaubetriebe mit dutzenden Abmahnungen eingedeckt haben. Doch auch unter den Handwerksbetrieben herrscht Zwist.

Der Dämmermeister

Trocken- und Akustikbau nennt sich jenes Gewerbe, das in Innenräumen Wände mit Gipskartonplatten verkleidet oder Zwischenwände aus demselben Material herstellt. Was braucht der Mensch für solch ein Wändchen?

Er braucht einmal die besagten Platten, dann Metallprofile oder Holzlatten bzw. Balken. Und dann braucht er Schrauben, zweckmässigerweise einen Akku-Schrauber, eine Säge zum Zuschneiden und sinnvollerweise auch eine Wasserwaage. Ach ja – und dann braucht er natürlich Dämmaterial, vorzugsweise aus Stein- oder Glaswolle, die zwischen die Gipskartonplatten gelegt bzw. gestopft wird.

Und nun beginnt das Problem! In welche Handwerkerinnung ragt denn besagtes Wändchen hinein? Für die Profilbleche fühlen sich die Schlosser zuständig. Aber auch die Bodenleger wollen mit dabei sein, denn schließlich wird solch ein Profil ja auch im Fußboden verschraubt. Für das Holzrahmenwerk sind eindeutig die Tischler zuständig – oder doch eher die Zimmerleute? Das Aufschrauben der Gipskartonplatten gehört eindeutig zum Gewerk der Gipser und Stukkateure, obwohl sich auch Anstreichermeister an diesen Gipsplatten vergreifen und unerhörterweise den Trockenbau für sich reklamieren. Ja, es soll sogar Dachdeckermeister gegeben haben, die den Innenausbau eines Dachgeschosses ausgeführt haben.

Pfui Deubel, kann ich da nur sagen!

Nach dem sich schon die Zimmerleute und die Dachdecker nicht darüber einigen können, wer denn nun die Unterspannbahn an einem Steildach zu spannen und zu verkleben hat, kommen sich nun gleich sieben Handwerkerzünfte in die Wolle, sozusagen in die Steinwolle.

Assessor Volker Sägebrecht von der Handwerkskammer Piddelstett: "Es dämmert uns was! Jedenfalls werden wir den Handwerksberuf des Dämmers einführen. Danach dürfen nur Dämmermeister und Dämmgesellen anderen an die Wolle! Den handwerklich nicht organisierten Trockenbauer werden wir aber nicht akzeptieren – da wären wir ja bedämmert, äh, ich meine belämmert!"

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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