Die Redaktion ist fassungslos, daß uns unser Autor schon wieder eine Satire über die Zwergohrkaninchen
untergejubelt hat. Aufgrund der bestehenden vertraglichen Abmachungen sehen wir uns leider verpflichtet, den
hanebüchenen Unsinn abzudrucken. Wir versuchen, auf den Autor dahingehend einzuwirken, daß er uns im nächsten Monat
nicht schon wieder mit einer Kaninchengeschichte kommt.
Kaninchen-Schlafdach bauen
Liebe Heimwerker und Bastelfreunde,
geehrte Leser,
meine liebe Fan-Gemeinde!
Ich bitte Sie sehr herzlich, mich vor dem unsachlichen Eingangskommentar der Redaktion in Schutz zu nehmen! Um was es
hier geht, das sind die wesentlichen Dinge des Lebens, denn jeder von uns kann einmal mit einem oder zwei
Zwergkaninchen konfrontiert werden. Deshalb ist es wichtig, sich hier über die ideale Körperpflege dieser
possierlichen Tiere zu unterhalten unter Berücksichtigung des Aspekts des Baus einer Kaninchen-Schlafkiste unter
Zuhilfenahme einschlägigen Heimwerker-Geräts.
Die von mir angefertigte Schlafkiste wurde nämlich von den Kaninchen nicht so angenommen, wie ich es mir vorgestellt
hatte. Statt i n die Kiste zu hoppeln, um sich dort dem Schlaf hinzugeben, hocken sich die Biester
(Entschuldigung! Ich wollte sagen: die süßen Tierchen) auf das Flachdach, um es vollzukacken.
Das Aufbringen einer Kaninchenstreu hat das Übel keineswegs gemindert, vielmehr haben die Schlappohrzwergkaninchen
als erstes die Streu "entfernt", sich als zweites auf das nackte Brett gesetzt und als drittes dann munter
drauflosgeköttelt.
Und zwar so intensiv, daß sich bei besagtem Kaninchenmonster Hannibal (siehe mein Beitrag aus dem Vormonat) die
Köttel am Fell festgebacken haben. Laufen Sie gerne mit vollgemachter Hose herum? Natürlich nicht - aber Hannibal ist
in dieser Beziehung wenig empfindlich.
Meine Tochter Marion erteilte mir nun den Auftrag, ein Flachdach zu konstruieren, das aus Stäbchen mit Zwischenraum
besteht. "Dann fallen die Köttelchen dadurch!", hat sie gesagt.
Leider wurde meine erste Konstruktion von den Kaninchen nicht angenommen.
Sie haben sich einfach nicht mehr auf das Dach gesetzt. "Kein Wunder", höhnte meine Tochter, "Du hast die Stäbe ja
auch viel zu schmal gemacht! Wer setzt sich denn auch schon gerne auf eine Rasierklinge!"
Rasierklinge! Hat man dafür Töne! 5 mm waren die Stäbe breit und 7 mm der Zwischenraum, ideal also auch für größere
Köttel.
Die zweite Konstruktion verfügt über 12 mm breite Stäbe und 7 mm Zwischenraum. Nun fühlen sich die Kaninchen wohl und
hocken wieder auf dem schönen Schlafdach. Und kötteln auf die 12 mm Stäbe. Und die Köttel backen wieder am Fell
fest.
Da kann ein Heimwerker schon verzweifeln, sage ich Ihnen!
Zweckdienliche Hinweise, wie das Problem zu lösen ist, richten Sie bitte an
Wolfram Dübbel |