Alle Satiren lesen

Die Satire des Monats Januar 2007 in unserem Online-Baumarkt

Nicht jeder Schnäppchen-Kauf erweist sich als sinnvoll. Diese Erfahrung mußte Heimwerker Heiko Berthold Neppich machen, der einen Weihnachtsbaum zum Schnäppchen-Preis von nur 3,00 € erstanden hatte, nun aber finstere Gedanken mit sich herumträgt, ob er sich von seiner Ehefrau scheiden lassen oder ob er dieselbe umbringen und in einer Tannenschonung verbuddeln soll, was ja die billigere Lösung wäre. Doch lesen Sie selbst.

Der Schnäppchen-Weihnachtsbaum

Ein gewisser Heiko Berthold Neppich aus der Krahnengasse zu Darmstadt ist (noch) mit einem Weibe verheiratet, welches eine stadtbekannte Schnäppchenjägerin ist. Als bis 21. Dezember immer noch keine Weihnachtsbäume mit Sonderrabatt angeboten wurden, fielen ihre Späheraugen auf eine Nordmanntanne, eigentlich um die 2,20 m, aber im oberen Drittel abgeknickt und in diesem Zustand nur noch um die 1,40 m hoch.

"Du bist doch Heimwerker", zischelte sie ihrem Mann zu, "Das wirst Du doch zusammenbauen können!" Und ehe Ehemann Heiko Einspruch erheben konnte, war der abgeknickte Baum gekauft - zum Sonderpreis von 3,00 statt 22,90 €.

Ehemann Heiko tat sein Bestes. Er fixierte eine hölzerne Stütze an den beiden Stammteilen und umwickelte diese mit Draht. Ergebnis: Der obere Teil der Tanne stand schief. Um die schiefe Lage auszugleichen, zog er eine Perlonschnur in die Gegenrichtung und tackerte diese an der Wand fest. Nun sah der Baum fast wie normal aus.

Das änderte sich, als Heiligabend der 1,96 cm große Schwiegersohn Johann (genannt Jonny) gegen die Schnur stieß, die wundervoll geschmückte Nordmanntanne umriß und vor Schreck gleich auf die Tanne fiel. Dabei zerdrückte er zwei bis drei Knickebein-Baumbehänge mit flüssig-klebriger Füllung, die sich auf dem edlen Parkett-Fußboden verbreitet hätte, wenn nicht auf eben diesem Fußboden Weihnachtsgeschenke gelegen hätten.

Mit Knickebein-Füllung bekleckert (Frau Neppich: "Alles versaut!") wurden ein Hemd und eine Seidenkrawatte, ein pailettenbesetztes Abendtäschen, ein Kosmetikkoffer und ein Kaschmir-Damenpullover.

Frau Neppich beschimpfte zunächst den Schwiegersohn, ehe sie ihren Ehemann als den wahren Übeltäter entdeckte. Hatte dieser nicht den Baum unfachmännisch zusammengesetzt? Hatte dieser nicht die Perlonschnur gespannt, an die der Schwiegersohn geraten war? Die weihnachtliche Schimpfkanonade dauerte etwa 12 Minuten, ehe sie in lautes Geheul überging, weil Ehemann Heiko Berthold Neppich auf einmal mit dem oberen Teil der Nordmanntanne auf seine Frau eindrosch.

Die Polizei nahm den von seiner Frau als "Gewalttäter" beschimpften Ehemann mit auf die Wache, wo er den Heiligen Abend verbrachte und ab und an den Fluch ausstieß: "Dieses blöde Weib mit seinen Schnäppchen!"

Nun ist es Januar geworden und Herr Neppich hat sich einen Anwalt genommen, der die Scheidungsklage bearbeitet. Frau Neppich will sich auch anwaltlich beraten lassen, sucht aber noch nach einem Advokaten, und zwar zum Schnäppchenpreis.

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
Alle Satiren lesen
  Suchen:
Wenn Sie mit dem Gedanken liebäugeln, ein Fertighaus oder Holzhaus zu kaufen oder an einem Grund-
stück interessiert sind, sollten Sie das Portal www.fertighaus.de besuchen mit über 2.000 Häusern von rund 90 Fertighaus-Anbietern.