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PU-Schäume – Funktionsweise, Anwendung, Entsorgung
von Bauschaum, Montageschaum oder Zargenschaum

PU Schaum zum füllen Sie kommen aus Dosen, werden wahlweise als Bauschaum, Zargenschaum oder Montageschaum bezeichnet, sind chemisch betrachtet PU-Schäume und man verwendet sie zur Montage von Tür- und Fensterrahmen sowie zum Füllen von Hohlräumen und Fugen in anderen Baukörpern. Darüber hinaus sind PU-Schäume geeignet zum Dämmen, Isolieren und Verkleben. Einsetzbar sind sie auf Beton, Putz, Mauerwerk, Faserzement, Holz und zahlreichen Kunststoffen. Doch Schaum ist nicht gleich Schaum, da gibt es zum Beispiel ein- und zweikomponentigen Schäume, die unterschiedlich funktionieren. Und auch sonst gibt es bei der Verarbeitung von PU-Schaum einiges zu beachten. So ist es zum Beispiel immer ein Problem, den ausgehärteten Schaum zu entfernen, wenn er aus Versehen auf den Fensterrahmen oder die Türzarge gelangt ist. Doch natürlich erklären wir hier, wie dieses zu bewerkstelligen ist.

Funktionsweisen von PU-Schäumen

PU Schaum zum isolieren Wie bereits erwähnt, werden 1-komponentige (1K) und 2-komponentige (2K) Schaumsysteme unterschieden. 1K-Schäume benötigen zur vollständigen Aushärtung einen zusätzlichen Reaktionspartner, das Wasser. In der Regel reicht hierfür die Luftfeuchtigkeit aus. Um den Aushärtvorgang zu beschleunigen und um eine bessere Qualität zu erzielen, empfiehlt es sich jedoch, vor und nach dem Schäumen die Stelle mit Wasser zu besprühen.

Steht nicht genügend Wasser zur Verfügung, so kann der Schaum nicht vollständig aushärten. Es ist dann sogar möglich, dass der Schaum noch Wochen nach der Verarbeitung durch erneute Feuchtigkeitszufuhr nachquillt. 1K-Schäume härten von außen, wo die Feuchtigkeit zuerst einwirkt, nach innen aus. Mit 80 Prozent machen 1K-Dosen in Deutschland den Löwenanteil des Verbrauchs aus.
PU Schäume für Fensterrahmen 2K-Schäume hingegen werden lediglich für spezielle Anwendungen verwendet und da, wo sehr präzise gearbeitet werden muss. Der
2-komponentige Schaum erreicht höhere Festigkeiten als sein
1-komponentiger Pendant. Er härtet zudem sehr schnell und gleichmäßig aus, was auch daran liegt, dass 2K-Schäume einen weiteren Reaktionspartner haben, den sogenannten Vernetzer oder Härter.

Dieser befindet sich als zusätzliche Verpackungseinheit entweder in der Dose oder wird extra zugeführt. Ein Anfeuchten zum Aushärten ist bei diesem System nicht nötig. Der Anwender muss den Härter aktivieren, wie auf der Dose beschrieben. Einen erfolgreichen Mischvorgang sieht man an einem gleichmäßig gefärbten Schaum. 2K-Schäume, in denen die Stoffe in der Dose reagieren, müssen innerhalb der auf dem Etikett angegebenen Zeitspanne verarbeitet werden.

Anwendungsbereiche PU-Schäume auf dem Bau

PU Schäume auf dem Bau Auf dem Bau haben PU-Schäume vielfältige Anwendungsbereiche. So werden sie zum Beispiel bei Decken- und Wanddurchführungen von Wasser- und Heizungsrohren zum Schließen von Anschlussfugen und Hohlräumen verwendet. Bei der Montage von Fenstern und Türen kommen PU-Schäume als Isolier- und Dämmmaterial zum Einsatz, um einen Wärmeverlust dauerhaft zu verhindern oder um die Türzarge in Position zu halten. In Mauerdurchführungen bei Lüftungskanälen dienen sie als Abdichtung zur Verhinderung von Windbelastung, Luftzug und dem Eindringen von Wasser. Wobei gesagt werden muss, dass PU-Schäume zwar wasserbeständig, jedoch nicht wasserdicht sind. Regelmäßig auf die Schaumoberfläche einwirkendes Druckwasser kann daher in die Zellkammern des Schaumes eindringen. Durch ihre guten Schall- und Wärmedämmeigenschaften kommen die Schäume zudem bei Ergänzungsarbeiten im Rahmen von Schall- und Wärmeisolierungen zum Einsatz. Selbst Anschlüsse auf dem Dach werden mit PU-Schaum ausgeführt.

Problematische Untergründe für PU-Schäume

Problematische Untergründe PU-Schäume können auf allen bauüblichen Untergründen wie Beton, Putz, Mauerwerk und Holz aufgebracht werden. Auch auf dem Bau übliche Metalle wie Kupfer, Aluminium, verzinkte Teile, Edelstahl, lackierten und unlackierten Stahl greifen sie nicht an. Zwischen Metall und PU-Schaum kann es allerdings durch Temperaturunterschiede an der Oberfläche zur Bildung von Wasserkondensat kommen. Bei Metallen ohne zusätzlicher Oberflächenvergütung führt dies zur Bildung von Korrosion. Mit der Folge, dass der Untergrund, an dem der Schaum ursprünglich haftet, mit der Zeit instabil wird.

Es kann dann zum Schaumabriss kommen. Durch entsprechende Schutzanstriche muss Korrosionbildung daher verhindert werden. Nur mit Einschränkungen funktionieren PU-Schäume auf Gips, Glas oder Keramik. Auf nicht behandeltem Polyethylen und Polypropylen (PE, PP), auf Siliconen und verölten Untergründen haftet PU-Schaum nicht. PU-Schäume können im übrigen mit allen handelsüblichen Lacken, Farben, Spachteln und Putzen überarbeitet werden.

Schaumverschmutzungen entfernen

Im frischen (nicht ausgehärten) Zustand können PU-Schäume mit Entfernern auf Aceton-Basis entfernt werden (z.B. PURlogic Clean von Würth). Dabei ist es jedoch wichtig, dass die Oberfläche mehrmals gründlich mit einem sauberen Tuch abgerieben wird. Bei lackierten Oberflächen ist Vorsicht geboten, da sie von dem Aceton angegriffen werden können. Im ausgehärteten Zustand wird das Entfernen des PU-Schaums schwierig. Hier hilft zunächst einmal nur rohe Gewalt, das heißt, er muss grob mechanisch entfernt werden. Für die verbleibenden Schaumrückstände gibt es ebenfalls Spezialprodukte (z.B. PURlogic Schaumcleaner von Würth). Schaumverschmutzungen können durchaus auch erst nach Jahren in Form von bräunlichen Flecken auf Fensterrahmen oder Türzarge sichtbar werden. Auch diese lassen sich mit dem Schaumceaner von Würth entfernen.

Wohin mit gebrauchten PU-Schaumdosen?

Wohin mit gebrauchten PU-Schaumdosen Gebrauchte PU-Schaumdosen sind Sondermüll im Sinne des Gesetzgebers und dürfen weder in die Mülltonne, den Bauschuttcontainer oder den "Gelben Sack" geschüttet werden. Hierfür wurde ein flächendeckendes Abholsystem durch die PDR (Polyurtethan-Dosen-Recycling) geschaffen, welche Dosen und Doseninhalt durch ein geordnetes Recycling dem Warenwirtschaftskreislauf mit einer Verwertungsquote von über 90 Prozent wieder zuführt.

Die daraus resultierenden Kosten, einschließlich der kostenfreien Abholung der Dosen, werden vom Verarbeiter mit dem Kauf des Schaums entrichtet. Bei größeren Mengen werden die leeren Behälter abgeholt. Einzeldosenverwender geben die Dosen bei kommunalen Sammelstellen oder im Handel ab, die ihrerseits die PDR beauftragen.



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