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Kindersicherheit in Haus und Garten - darauf kommt es an

Herumtollende, spielende Kinder sind eine Freude für alle Eltern. Doch kleine Kinder können die Konsequenzen ihres Tuns nicht einschätzen, so dass das Erkunden des Herds, des Teichs oder der Treppe schwerwiegende Folgen haben kann. Im Jahr 2003 (Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder) gab es 244.000 Unfälle mit Kindern im häuslichen Bereich, etwa die Hälfte der verletzten Kinder war unter 6 Jahren. Als wichtigste Ursache für Unfälle sind Stürze (etwa 50 %) zu nennen, es folgen Zusammenstöße, Schnittverletzungen und Verbrennungen. Wir als Erwachsene sind daher in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass Unfälle mit Kindern so weit es geht verhindert werden. Dafür sind häufig schon ganz einfache Maßnahmen ausreichend.

Unfallursache Fallen und stürzen

Wie bereits erwähnt, sind Stürze die häufigste Unfallursache bei Kindern. Es gibt eben auch einiges, worüber Kinder stürzen oder wodurch sie fallen können: Treppen, Möbel, Teppiche, Fußböden usw. Man ist fast geneigt, den Kindern nicht nur beim Fahrrad fahren einen Schutzhelm aufzusetzen, sondern auch zuhause.
Ordnung ist das halbe Leben. Dieser Spruch gilt gerade auch bei kleinen Kindern im Haushalt. Wo nix rumliegt, kann auch niemand drüber fallen. Das gilt insbesondere bei Treppenstufen und in Durchgangsbereichen. Auch quer im Raum liegende Elektrokabel werden schnell zur Stolperfalle. Vor allem, wenn dazu noch die Beleuchtung nicht ausreichend ist. Für genug Licht ist daher zu sorgen.
Scharfe Kanten sollen vermieden werdenTeppiche sollten glatt auf dem Boden liegen und mit einer rutschhemmenden Unterlage versehen sein. Falten oder hochstehende Ränder bringen nicht nur die Kleinen zu Fall. Beim Neubau rutschhemmende Fliesen oder Teppichböden bevorzugen. Ansonsten die glatten Bereiche durch Verzicht auf Bohnern und mit Hilfe rutschfester Vorleger entschärfen. Scharfkantige Möbel gegebenenfalls an den Ecken abpolstern, für Tischecken gibt es abgerundete Kunststoffüberzieher. Diese Maßnahmen sind zumindest bei Kindern ratsam, die gerade erst das Laufen lernen.
Wichtig ist auch die richtige "Besohlung" der Kinderfüße. Damit die Wohnung nicht als Eislaufbahn "missbraucht" wird, sind Schuhe oder Socken mit rutschhemmender Beschichtung empfehlenswert. Zudem ist es bei Schuhen wichtig, dass sie fest sitzen.
Treppen bergen ein besonders großes Unfallpotenzial, schließlich kann man dort besonders tief fallen. Kleine Krabbelkinder sollten daher zumindest von steilen und hohen Treppen fern gehalten werden, gegebenenfalls durch Anbringung eines Schutzgitters. Sobald die Kinder alt genug sind, soll man mit ihnen das Treppensteigen üben. Dabei darauf achten, dass die Hände der Kinder das Geländer fassen. Auf lose Treppenläufer sollte verzichtet werden, bei glatten Treppen können aber verklebte Rutschhemmer sinnvoll sein. Kinder, die gerade eine Treppe hinabsteigen, nie zur Eile drängen. Mehr zum Thema: Kindersicherheit im Treppenbau - Gesetze und Vorschriften.
so ein Regal darf nicht umkippen Kleine Kinder gehen gerne auf Entdeckungstour, die lohnendsten Ziele liegen für sie, wie bei einem Bergsteiger, immer oben. Da ihnen dazu jedoch die nötige Ausrüstung fehlt, wird alles, was sich anbietet, als Steighilfe genutzt: herausgezogene Schubladen, Regalbretter, Gardinen, Stühle und Hocker. Kleinkinder, die gerade dem Krabbelalter entlaufen wollen, benutzen zudem gerne Elektrokabel, Tischdecken und Gardinen, um sich aufzurichten.
spezielle Haken sichern Türen und Schubladen
Tischdecken sollten daher mit Klammern befestigt oder verbannt werden. Schubladen und Möbeltüren mit entsprechenden Sicherungshaken gegen das Öffnen sichern. Regale an der Wand befestigen. Elektrokabel von Geräten, die ständig gebraucht werden, mit Kabelschellen fixieren. Bei den übrigen Geräten sollte der Stecker herausgezogen und hochgelegt werden. Stehlampen können ebenfalls als Kletterhilfe verwendet werden und sollten daher vorübergehend entfernt werden.
das Kind soll nicht ohne Aufsicht bleiben



Auch bei Säuglingen besteht die Gefahr von Stürzen. Hierbei werden besonders das Wickelbrett bzw. der Wickeltisch gefährlich, wenn Mutter oder Vater das Baby aus den Augen lassen, zum Beispiel weil das Telefon läutet oder weil neue Windeln geholt werden müssen. Es sollten daher vorher alle Utensilien zum Wickeln bereitgelegt werden. Und wenn es läutet, muss das Kleine eben auf den Arm und mit zum Telefon.

Unfallursache Schneiden und Quetschen

Vorsicht mit Messer und Scheren Messer und Scheren werden im Haushalt häufig benötigt. Dementsprechend häufig liegen sie auch für Kinder griffbereit herum. Für die ist das natürlich eine gute Gelegenheit, die Wirksamkeit der Geräte selbst einmal zu überprüfen. Die Schärfe der Klingen wird dabei meist unterschätzt. Gefährliche Haushaltsgegenstände daher niemals unbeaufsichtigt herumliegen lassen, auch wenn sie gleich wieder gebraucht werden. Für kleinere Kinder, die etwas schneiden wollen, gibt es extra Kinderscheren. Ältere Kinder sollten zunächst unter Aufsicht an das Schneiden und Schnippeln herangeführt werden. Irgendwann müssen sie es ja schließlich lernen.

Unfallursache Verbrühen und Verbrennen

auch eine Kaffeekanne kann gefährlich werden Im Haushalt lauern zahlreiche Gefahren für kleine Kinder, sich zu verbrennen oder zu verbrühen. Das fängt beim Heißwasserboiler an, geht beim Herd weiter und hört beim Kaffeetisch oder der Kerze noch lange nicht auf. Heißwasserboiler und Durchlauferhitzer sollten so hoch angebracht werden, dass Kinder sie nicht erreichen können. Die Temperatur für Warmwasser auf 40-50 Grad Celcius begrenzen. Das schützt nicht nur die Kinder vor Verbrühungen, sondern spart außerdem Energie und schützt bei hartem Wasser vor Verkalkungen. Verbrühen können sich die Kinder auch mit heißem Kaffee oder Tee auf dem Tisch. Nur zu gerne zieht sich das krabbelnde Kleinkind an einer Tischdecke hoch und schon ist es passiert. Ein Klammer für die Tischdecke kann in diesem Fall helfen, oder es muss eben auf die Tischdecke ganz verzichtet werden.
Baden - nur mit Aufsicht Vorsicht auch beim Baden. Kleinere Kinder haben häufig noch kein ausgeprägtes Temperaturgefühl und haben Probleme bei der Bedienung der Armaturen. Die kleinen Kinder daher niemals alleine Baden und Duschen lassen, zumal die Gefahr des Ertrinkens in der Badewanne noch hinzu kommt.

In der Küche gibt es für Kinder ebenfalls genügend Gelegenheiten, sich zu verbrennen oder zu verbrühen. Beim Kochen oder Backen lässt es sich kaum vermeiden, dass mit heißen Flüssigkeiten Hände weg vom Herd! und heißem Fett hantiert wird. Wenn möglich, sollten dazu jedoch die hinteren Herdplatten zum Kochen verwendet werden. Nur schwere Töpfe verwenden und Pfannenstiele zur Seite oder nach hinten drehen. Außerdem sollte ein Kinder-Herdschutz (kleines Gitter vor den Platten) montiert werden, damit das Kind nicht an den Griff der Töpfe und Pfannen greifen kann. Das Fenster des Backofens sollte möglichst mit wärmedämmendem Glas versehen sein oder mit einer zusätzlichen Acrylplatte gesichert werden. Ansonsten gilt es, während des Kochens oder Backens die Kleinen vom Backofen oder Herd fernzuhalten, indem man sie in den Kinderstuhl oder den Laufstall setzt.
mit Feuer ist nicht zu spaßen

Feuer ist für Kinder ein ebenso faszinierendes wie gefährliches Element. Einerseits strahlen Flammen ein angenehmes Licht und Wärme aus, andererseits können sie eben auch verbrennen. Den Kindern sollte vor allem Respekt vor Feuer vorgelebt werden. Als Erwachsener also selbst nie leichtsinnig mit Feuer umgehen, immer ein Auge auf brennende Kerzen und Kamine haben, einen Eimer Wasser oder sogar Feuerlöscher neben den Weihnachtsbaum und einen Eimer mit Sand neben den Grill stellen. Dies alles sind nicht nur wirkungsvolle Vorsichtsmaßnahmen, sondern erwecken auch bei Kindern den Eindruck, dass mit Feuer nicht zu spaßen ist. Wenn das alles nichts hilft, muss man eben ein besonders wachsames Auge auf die Kleinen haben.

Unfallursache Ertrinken

Schutz vor Ertrinkungsgefahr Wasser hat für die meisten Kinder eine anziehende Wirkung - ob Gartenteich, Regentonne oder Badewanne. Doch überall lauern Gefahren bis hin zum Ertrinken, die umschifft werden müssen. In der Badewanne besteht beispielsweise die Gefahr des Ausrutschens, der Kopf kann aufschlagen und das benommene Kind taucht unter. Durch eine Noppeneinlage kann diese Gefahr gemindert werden. Eine allzu wilde Plantscherei sollte den lieben Kleinen jedoch trotzdem nicht gestattet werden. Und auch wenn die Kinder schon etwa größer sind, zumindest in Hörweite bleiben. Säuglinge und Kleinkinder nur in speziellen Babywannen baden und dort niemals alleine lassen.
Regentonnen sollten mit einem Deckel gesichert werden

Im Garten locken Gartenteich oder Regentonne die Kinder zum Spielen an. Das Wasser birgt aber immer die Gefahr des Ertrinkens, auch wenn Teich und Regentonne flach sind. Kleine Kinder können in wenigen Zentimeter flachem Wasser ertrinken, wenn sie plötzlich mit dem Gesicht hineinfallen. Regentonnen sollten daher mit einem abschließbaren Deckel gesichert werden. Beim Gartenteich hilft entweder ein mindestens ein Meter hoher Zaun oder eine Gitter-Abdeckung, damit die Kinder nicht ins Wasser fallen.
Kindersicherung einer Steckdose

Stromunfälle



Elektrische Geräte sind im Alltag allgegenwärtig. In Kinderaugen sind herabhängende Stromkabel lediglich Schnüre, die meist Interessantes zu Tage fördern, wenn man daran zieht. Auch Steckdosen sind für kleine Kinder keine Gefahrenquelle, sondern verleiten dazu, sie mit spitzen Gegenständen zu untersuchen. Es ist daher dafür Sorge zu tragen, dass herabhängende Leitungen nicht in Kinderhände gelangen. Kleinere Elektrogeräte, die nicht häufig gebraucht werden, sicher deponieren. Falls das nicht möglich ist, die Zuleitungen am besten verstecken oder fest verlegen. Steckdosensicherungen bilden einen sehr wirkungsvollen Schutz vor Stromschlägen.
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