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Poliert, geflammt, bruchrauh oder gesandstrahlt?
Das "Marmorbad" gilt vielen als unerschwinglicher traum, doch es werden
inzwischen Marmor- und Natursteinarten aus allen Erdteilen angeboten,
die durchaus bezahlbar sind und in praktischer "Fliesengröße"
heimwerkergerecht in den Handel kommen, so daß der geübte Selbermacher
sein traumbad auch selbst in Marmor auskleiden kann. Doch wollen wir
von "baumarkt.de" unseren Usern einige wichtige Hinweise geben, die Sie
vor schweren Rein- und vor allem "Hinfällen" bewahren können.
Kein polierter Stein auf den Terrassenboden!
Grundsätzlich gilt: Verlegen Sie nie, aber auch n i e
polierten Naturstein auf Terrassen, die dem Regen ausgesetzt sind,
oder als Bodenbelag in Bädern, wo es naturgemäß immer naß zugeht! Es
mag noch so edel schimmern, aber die Blessuren, die Sie sich zuziehen,
wenn Sie auf feucht gewordenem, poliertem Marmor hinschlagen ? Sie
schimmern auch: erst blau, dann gelb. Von Armbrüchen und Schlimmerem
ganz zu schweigen. Ob polierter Marmor oder Granit: in feuchtem Zustand
sind sie Schleuderbahnen! Beachten Sie außerdem: Marmor ist ein relativ
weiches Gestein und daher recht bruchgefährdet und nicht frostsicher.
Für den Außenbereich ist Marmor also generell nur sehr bedingt
einsetzbar. Wenn dann nur in geschützten Lagen.
Rutschsicher durch Laser oder Chemie?
Ist es einmal passiert - ist also jemand auf einer Marmortreppe
hingeschlagen - dann wird jeder Hausbesitzer darauf sinnen, wie die
treppe "entschärft" werden kann. Fachbetriebe können Naturstein durch
eine Laserbehandlung rutschsicher machen - die absolute Rutschfestigkeit
gibt es aber nicht! Gut im Markt eingeführt ist auch die chemische
Methode. Die Natursteine werden mit bestimmten chemischen Verbindungen
behandelt - z.B. mit Flußsäure - und dadurch abgestumpft. Das ist aber
absolute Spezialistenarbeit, wobei bei unbekannten Steinarten zuvor
Probestücke behandelt werden. Auch muss man wissen, dass die
Hochglanzpolitur leidet: Bei harten Marmorarten weniger, bei weicheren
Kalkgesteinen aber erheblich.
Bruchrauhe Steine im Trend
Bruchrauhe oder gespaltene Natursteine sind im Kommen. Sie werden in
den Bädern vieler Hotelneubauten verlegt, zum Beispiel dem Hyatt-Hotel
in Mainz. Was ist bruchrauh, was ist "gespalten"? Es sind zwei Begriffe
für ein- und denselben Vorgang. Im Steinbruch werden Blöcke abgesprengt
und durch maschinelle Meißelschläge in Einzelscheiben zerlegt. Nicht
jeder Naturstein eignet sich für dieses "brutale" Verfahren. Geeignet
ist Schiefer und insbesondere der skandinavische Quarzit-Schiefer, der
extrem hart und widerstandsfähig ist. Sehr gut geeignet sind auch die
bekannten Solnhofener Platten, die den Vorteil haben, bereits im
Vorkommen gleichmäßig etwa 7 mm stark zu sein, während Quarzit-Schiefer
in Scheiben aufbrechen kann, die unterschiedlich dick sind. Hier muß
der Verleger dann die dünneren Platten mit Mörtel unterfüttern, woraus
eigentlich schon ersichtlich wird, daß das Verlegen dieser Platten
nichts für Heimwerker ist, während Solnhofener Platten durchaus von
geschickten Selbermachern verlegt werden können. In jedem Fall gilt:
Bruchrauhe Natursteine sind Rutschverhinderer erster Güte.
Geflammte Natursteine
Unter geflammten Natursteinen oder geflammtem Marmor versteht man nicht
etwa eine "flammige" Zeichnung des Steins, sondern eine spezielle Art
der Oberflächenbearbeitung, die den Naturstein rutschfest macht. Die
Steinplatten werden einer Hitzebehandlung unterzogen, wobei die oberste
Schicht abplatzt und sich eine leicht unebene, rauhe Struktur ergibt.
In vielen privaten Schwimmbädern findet man auf dem Boden derartig
geflammte Platten, auch für Bäder und Terrassen sind sie ideal geeignet.
Marmor und Naturstein kristallisieren
Bei der Kristallisation handelt es sich um ein chemisches Verfahren, glatten Marmor rutschfester zu machen.
Das Verfahren ist aber nur für Böden im Innenbereich geeignet. Dabei wird bei bereits verlegten Böden nach
einer Grundreinigung der Naturstein mit Stahlwolle aufgerauht, eine Emulsion aufgetragen und dann anschließend auf
Hochglanz poliert. Das Verfahren eignet sich auch, um zerkratzte und unansehlich gewordene Böden aufzuarbeiten.
Gesandstrahlter Marmor
Inzwischen sind die Italiener, die man als Weltmeister der
Marmorverarbeitung bezeichnen kann, mit der Sandstrahltechnik so weit
fortgeschritten, daß sie eine Marmorplatte so aufrauhen können, daß
einerseits eine Rutschfestigkeit entsteht, andererseits der Boden aber
eben bleibt, was ja bei bruchrauhem oder geflammtem Stein nicht der
Fall ist. Gesandstrahlter Naturstein eignet sich also auch sehr gut für
Bäder-Fußböden und Terrassen, Marmor - wie schon ausgeführt - sehr gut
für Bäder, aber nur eingeschränkt für Terrassen.
Mit Stockmaschine rutschfest machen
Ein bewährtes Verfahren ist der Einsatz von sog. Stockmaschinen, die einem Tellerschleifer nicht unähnlich sehen.
Statt einer Schleifscheibe sind jedoch dutzende Hartmetallspitzen eingebaut, die in Gummi gelagert sind. Wenn die Metallspitzen
nun auf den Naturstein einwirken, werden hier kleine Abplatzungen erzeugt, die den Stein rutschfest machen. Das Verfahren eignet
sich auch für das Aufrauhen von Beton-Terrassenplatten, natürlich nicht für keramische Fliesen und Bodenplatten.
Stockmaschinen kann man sich auch in manchen Maschinenverleihen beschaffen und dann in Eigenleistung etwa eine glatte treppe entschärfen.
Pflege unproblematisch
Ein glatter, polierter Marmorboden ist natürlich einfacher zu pflegen,
als leicht unebene, reliefartige oder aufgerauhte Platten. Man kann
eben nicht mit dem Gummischieber so einfach eine Pfütze "wegschieben",
sondern muß Nässe schon mit einem Tuch aufnehmen. Da man aber
normalerweise unter einem Marmorboden im Bad eine Fußheizung einbaut
(oder einbauen sollte), trocknen feuchte Stellen schnell weg. Auch auf
Terrassen, die man immer mit leichtem Gefälle vom Haus weg verlegt, ist
die Pflege unproblematisch. Die Platten werden einfach abgespritzt - fertig.
Hinweise zur Dekoration und Möblierung von Bad und Terrasse
Eine Terrasse ohne Möbel, ist wie ein Brautkleid ohne Schleier. Für die Terrasse gut geeignet sind natürlich Möbel aus tropischen Hölzern,
was aber im Hinblick auf illegale Kahlschläge in den tropen umstritten ist. Da tut man sich leicht mit Geflechtmöbeln aus Poly-Rattan,
also aus "Kunststoff-Rattan". Das sieht edel aus und die Möbel sind wetterfest. Eine gute Lieferadresse ist hier
der www.rattan-profi.de Stühle aus solchem Geflecht findet man vermehrt auch im Bad, was ganz im trend zum Wohnbadezimmer liegt.
Pflanzkübel gehören natürlich auch auf die Terrasse, falls Platz ist auch ins Bad. Bei Pflanzgefäßen im Außenbereich unbedingt
auf frostfestes Material achten. Mediterrane Terracotta-Kübel sind in der Regel nicht frostfest.
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