Insbesondere bei Reihenhäusern kann die Lärmbelastung durch den Nachbarn enorm werden. Dies gilt besonders dann, wenn im
Bereich der Gebäudetrennfugen Schallbrücken vorhanden sind. Denn eigentlich müssten die beiden aufeinander treffenden Außenwände von Reihenhäuser fein
säuberlich getrennt sein. Sind sie das nicht, wird über Schallbrücken der Lärm von Haus zu Haus transportiert - und zwar in beide Richtungen. Das zum
Trost an alle, die glauben, dass nur sie durch den Lärm des anderen gestört werden.
Es gibt verschiedene Ursachen von Schallbrücken, die in der Regel auf Pfusch am Bau zurückzuführen sind. So kann die Trennfuge im Mauerwerk noch so
vorbildlich sein. Wenn die Decke durchgehend zwischen den Reihenhäusern verläuft, kommt einem der Nachbar plötzlich näher, als man möchte - zumindest
geräuschtechnisch. Selbst wenn die Decken fachgerecht getrennt betoniert wurden: bei einem zu langen Bewehrungseisen oder bei Mörtel- und Schaltafelresten
im Fugenbereich können alle Mühen umsonst sein. Auch Kunststoffwasserrohre, die im Bereich der Trennfuge ins Mauerwerk eingebaut wurden, dienen als
Schallbrücke. Ein weiterer Grund für eine Schallbrücke ist sehr weiches Trennmaterial im Fugenbereich, welches mit der Zeit zusammengepresst wird.
Ist die Schallbrücke erst einmal da, ist es sehr aufwändig im Nachhinein für Ruhe im Haus zu sorgen. Eine Möglichkeit liegt in der Erhöhung der
Luftschalldämmung durch das Aufbringen biegeweicher Vorsatzschalen (z.B. aus Gipskartonplatten und einer Dämmschicht aus Mineralwolle). Weiterhin kann
eine Wand auch abgerissen (Abstützen der Decke dabei nicht vergessen!), eine Dämmschicht eingebracht und eine neue Wand gemauert werden. Nachteile dieser
beiden Methoden sind die hohen Belastungen der Bewohner durch Dreck und Staub während der Umbaumaßnahmen und dass durch eine Vorsatzschale wertvoller
Wohnraum verloren geht. |
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Diamantkettensäge oder Diamantseilsäge |
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Als dritte Möglichkeit können Reihenhäuser auch mit einer riesigen Säge auseinander gesägt werden. Dabei wird nachträglich die Trennfuge von außen
freigelegt. Klar, dass bei so einem großen Vorhaben eine besondere Säge zum Einsatz kommen muss. Je nach Problemstellung und Schwierigkeitsgrad ist das
die Diamantkettensäge oder Diamantseilsäge. Mit letzterer wollen wir uns näher befassen.
Das Sägesystem besteht aus zwei Führungsmasten rechts und links des Hauses, einem ferngesteuerten Hydraulikaggregat und einem Diamantsägeseil, das mit
einem Treibrad und verschiedenen Umlenkrollen von oben in die Trennfuge eingeführt wird. Um die Führungsmasten sicher zu verankern, muss eine etwa
2 x 2 Meter große und mindestens 2,60 Meter tiefe Grube an der Hauswand ausgehoben werden. Gleichzeitig ist es durch die tiefe Grube auch möglich, die
Kellerbodenplatte (falls nötig) zu durchtrennen. Das Diamantsägeseil kann weit über 20 Meter lang sein und ist mit diamantbestückten Schneidperlen
versehen. Nur so schafft es das Seil, sich durch eine Mischung aus Mauerwerk, Beton und Bewehrungseisen zu schneiden. |
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Lose im Material liegendes Eisen setzt dem Seil besonders stark zu, was bis zu seiner völligen Zerstörung führen kann. Es kann
also durchaus vorkommen, dass bei einer Haustrennung zwei oder mehr Seile zum Einsatz kommen. Letztlich lohnt sich der finanzielle Aufwand dennoch.
Erhöht sich doch nicht nur der Wiederverkaufswert der nun optimal schallgedämmten Häuser, sondern vor allem auch das Wohlbefinden der Bewohner in nicht
unerheblichem Maße. Durch das Trennen entsteht eine 30 mm bis 40 mm breite Fuge, die durch elastisches Fugenprofil wieder verschlossen werden kann.
Wenn dabei kleinere, durch das Trennen gelöste Teile in der Fuge zurückbleiben, wirkt sich das hinsichtlich der Schalldämmung nicht negativ aus.
Folgende beiden Links sind in diesem Zusammenhang interessant: http://www.schallbruecken.de oder
http://schuetzeichel.com. |
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