Mobilität und Individualität sind die Zauberworte der modernen Welt. Jeder möchte möglichst schnell von einem Ort zum anderen gelangen - und zwar zu jeder Zeit. Der Preis dafür ist Lärm, und zwar auch dort, wo wir ihn nicht haben möchten - in den eigenen vier Wänden bzw. auf dem eigenen Grundstück. Lärm schädigt die Gesundheit. Das statistische Bundesamt in Wiesbaden stellt in seinen Erhebungen fest, dass nahezu 80 % aller Deutschen unter Lärm leiden. 40 % aller 15 Mio. Eigenheimbesitzer werden allein durch Verkehrslärm von Krafftfahrzeugen, Eisenbahnen und Flugzeugen gestört.
Die Lösung des Problems heißt Lärm- bzw. Schallschutz. Fenster können beispielsweise mit Schallschutz-Isolierglas ausgestattet werden. Doch was passiert bei geöffnetem Fenster? Was nützt zudem der schönste Garten, wenn direkt an ihm eine Schnellstraße entlang führt? Abhilfe schaffen da Lärmschutzwände. Die bekannteste und wirksamste Art von Lärmschutzwänden sind Erdwälle, denn Masse schützt am wirksamsten vor Lärm. Ein Erdwall benötigt allerdings viel Platz und der ist im eigenen Garten meist nicht vorhanden. Als Alternativen bieten sich wenig ansehnliche Konstruktionen aus Beton und Stahl oder begrünbare Lärmschutzwände an.
Diese Lärmschutzwände lassen sich auch vom wenig begabten Heimwerker ganz einfach selbst errichten. Um die größtmöglichste Lärmreduktion zu erzielen, sollte der Abstand zur Lärmquelle möglichst gering gehalten werden. Der Lärm einer mehrere 100 m entfernten Autobahn ist mit der Wand nur geringfügig zu beeinflussen. Als Faustformel für die Höhe der Lärmschutzwand kann gelten: Sobald man das Dach eines Fahrzeuges nicht mehr sieht, ist die Reduktion bereits erheblich. Eine Höhe von 2 m sollte den meisten Anforderungen gerecht werden.
Natürlich dürfen Lärmschutzwände nicht einfach so in beliebiger Höhe im Garten aufgestellt werden. Ein Genehmigung wird schon benötigt. Da dies allerdings von Bundesland zu Bundesland, ja sogar von Gemeinde zu Gemeinde, unterschiedlich gehandhabt wird, sind verbindliche Aussagen nicht möglich. Man muss sich daher mit dem örtlichen Bauamt auseinandersetzen. Für die Planung sollte ein Grundriss vom Grundstück erstellt werden. Darin sollte die Lärmschutzwand eingezeichnet und mit Maßen versehen werden.
Eine begrünbare Schallschutzwand ist zum Beispiel Naturawall. Naturawall ist eine leicht und flexibel zusammensteckbare Wandkonstruktion aus gekanteten, nachträglich feuerverzinkten Stahlblechen, die mit Erde, Lehmboden, oder Kies zur Lärmdämmung befüllt und anschließend begrünt wird. Durch das Füllmaterial und seine Begrünung weist Naturawall eine sehr hohe Schallabsorption aus. Überdies fügt es sich durch sein natürliches Erscheinungsbild harmonisch in ein grünes Landschaftsbild ein.
Die AbsorberPlus Edition weist alle Vorteile der Standard Edition auf und bietet zudem durch modulare Schallabsorptions-Einheiten die Möglichkeit, gezielt hohe Schallabsorptionswerte zu erreichen - dort, wo es die Umgebung verlangt. So kann die Naturawall AbsorberPlus Edition flächendeckend, sowie auch nur stellenweise für kritische Abschnitte, mit Absorptions-Einheiten bestückt werden. Durch den modularen Aufbau des Systems besteht auch die Möglichkeit, eine Standard Naturawall nachträglich zur Absorber-Plus Edition aufzurüsten - dann, wenn es die Umgebung verlangt.
Aufbauanleitung der natürlichen Schallschutzwand
Die Naturawall eignet sich für Kommunen, Straßenbauämter und auch für den Privatmann. Als Naturawall Gartenzaun ist das System in verschiedenen Farben wie Grün oder Braun erhältlich, so dass eine harmonische Integration ins Gartenbild gewährleistet ist. Den Naturawall Gartenzaun gibt es in den Höhen 1,2 m, 1,5 m und 1,8 m. Das Schallschutzsystem, das ähnlich aufgebaut ist, gibt es in Höhen von 1,77 m bis 3,81. Die Fotos stammen ebenfalls von dieser natürlichen Schallschutzwand aus feuerverzinktem Stahl. Bepflanzbar ist das System mit den üblichen Gartenpflanzen, auch der Anbau von Gemüse ist möglich. Der Naturawall Gartenzaun erweitert somit die Gartenfläche und kann von zwei Personen aufgebaut werden. Ein Fundament ist dazu nicht notwendig. Lediglich der Boden muss begradigt und mit einer Kiestragschicht begradigt werden.
Befüllt wird das Stahlstecksystem mit Aushubmaterial. Durch diese preiswerte Befüllung mit Aushub entfallen die Transport- und Deponiekosten der ausgehobenen Erdmasse. Durch das stufenweise Einhängen der Formbleche kann das Einfüllen der Erdmasse sehr effizient erfolgen. Die Befüllung mit bis zu 12 Tonnen Eigengewicht pro Feld sorgt für eine extreme Stabilität der Konstruktion.
Begrünung/ Bepflanzung
Ganz wesentlich für das spätere Erscheinungsbild der Lärmschutzwand ist die Art der Bepflanzung. Grundsätzlich sollte nach dem persönlichen Anspruch die Bepflanzung festgelegt werden, auch im Hinblick darauf, welcher Pflegeaufwand in Zukunft betrieben werden kann. Entscheidend ist die Auswahl der Pflanzen, der Einsatzort, die geografische Lage, sowie die klimatischen Verhältnisse.
Es kann eine beidseitige Bepflanzung innerhalb der Pflanztröge und/oder eine Bepflanzung vor oder hinter der Wand direkt in den Boden erfolgen. Es sollten überwiegend Rankgewächse vorgesehen werden.
Wer "nur" eine immergrüne, pflegeleichte und kostengünstige Bepflanzung für jede Lage wünscht, hat mit Efeu die richtige Wahl getroffen. Efeu ist die immergrüne Pflanze schlechthin und symbolisiert mit dieser Eigenschaft die Unvergänglichkeit. 1 bis 2 Pflanzen pro Pflanztrog reichen aus. Der Aufwand für 1 m² Vorder- und Rückseite beläuft sich auf 4 - 5 Pflanzen. Nach kurzer Zeit entsteht eine grüne Pflanzwand. Sollten aber auch andere Pflanzen Verwendung finden, kann Efeu als Grundbepflanzung eingesetzt werden. Dazwischen passen bunte Farbtupfer, die auch nach und nach gepflanzt werden können.
Bei der Auswahl der Pflanzen unterscheidet man zunächst zwischen denen der Wohnseite und denen der Fahrbahnseite. An die Pflanzen werden kaum physiologische Anforderungen gestellt; der Anwohner kann sich - für sein zusätzliches, vertikales Blumenbeet - selbst die Pflanzen aussuchen, die ihm gefallen. Die Pflanzen der Fahrbahnseite dagegen müssen mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen: Sie sollen ansehnlich, trockenheits- und frostresistent, pflegearm und widerstandsfähig gegen Salze und Abgase sein. Sie sollen auch unempfindlich gegen Sog und Druckwirkung durch vorbeifahrende Fahrzeuge als Schadstoffliter wirken und möglichst immergrün sein.
Durch die Verwendung von immergrünen Pflanzen wie zum Beispiel Geißblatt, Lavendel oder Heiligenkraut wird jederzeit ein grüner Anblick geboten. Auch im Winter besteht dadurch eine grüne Oase der Ruhe. Winterharte Knollen- und Zwiebelpflanzen, die sich für die Begrünung der Lärmschutzwand eignen, sind zum Beispiel Blumen- und Zierlauch, Hyazinthe, Krokus, Lilie, Narzisse oder Tulpe. In kürzester Zeit entwickelt sich ein artenreiches Biotop in einem ökologischem System, das vielen Kleinlebewesen Lebensraum bietet, sowie eine optimale Absorption von Lärm und Schmutz. Einige der Pflanztröge können auch sehr gut als Kräutergarten Verwendung finden.
Wie bei jedem Garten ist eine Pflege mehr oder weniger notwendig, dabei ist die Lage der Wand von Bedeutung. Die Bewässerung erfolgt überwiegend durch natürlichen Niederschlag. Bei lang anhaltender Trockenheit sollte eine manuelle Bewässerung erfolgen. (Eine Bohrung für einen Tropfschlauch ist in der 65-iger Wandscheibe vorhanden).