Weitere Beiträge finden Sie in folgenden Rubriken: 
Über Farben, Lacke, Lasuren und Tapeten | DIY-Anleitungen tapezieren, lackieren und Wandgestaltung | Dekorative Wohnraumgestaltung | Holz beizen, lasieren und lackieren | 

Lacke als hochwertige Beschichtung von matt bis hochglänzend

Wasserlack Alkydharzlack
Acryllack Nitrozelluloselack
Polyurethanlack Polyesterlack
Epoxidharzlack    

Der Begriff Lack ist ein Sammelbegriff für Anstrichstoffe, die Beschichtungen mit bestimmten Eigenschaften ergeben. Es bilden sich nach dem Trocknen qualitativ und optisch ganz besonders hochwertige Oberflächenfilme. Auch gegenüber vielen Chemikalien sind Lacke beständig. Der Übergang zu den Farben ist fließend, doch in der Regel haben Lacke einen höheren Bindemittelgehalt. Lacke werden zur Beschichtung von Oberflächen aus Holz, Metall, Kunststoff oder mineralischem Material verwendet. Es werden Natur- und Kunstharzlacke unterschieden.

Wasserlack


Bei Wasserlacken ist das hauptsächliche Löse- und Verdünnungsmittel Wasser. Darüber hinaus werden noch zu etwa zehn Prozent organische Löse- und Verdünnungsmittel zugefügt. Bindemittel von Wasserlacken sind Kunstharze wie beispielsweise Polyurethan-, Polyester-, Alkyd- und Acrylatharze. Wasserlacke werden grundsätzlich wie andere Lacke auch verarbeitet. Die Geräte und Anlagen müssen jedoch korrosionsbeständig sein. Zudem dauert wegen des Wassers die Ablüft- und Trocknungszeit länger. Zwar sind Wasserlacke mit Wasser verdünnbar, doch in die Kanalisation dürfen sie dennoch nicht gelangen. Wegen der Lösemittel und der Konservierungsstoffe müssen Farbreste als Sondermüll entsorgt werden. Die Lackfilme von Wasserlack weisen eine hohe mechanische und chemische Belastbarkeit auf. In der Regel sind sie lichtecht und lösemittelfest. Darüber hinaus besticht Wasserlack durch gute Haftung, Elastizität und Härte. Es gibt pigmentierte und transparente Wasserlacke. Mit farblosem Wasserlack versiegelt man beispielsweise Parkett und Holzböden. Pigmentierte Wasserlacke sind darüber hinaus witterungsbeständig und können für den Außenbereich verwendet werden.

Alkydharzlack


Alkydharzlacke sind Lacke, die als charakteristische Filmbildner Alkydharze enthalten. Sie werden zur Oberflächenbehandlung von Holz eingesetzt und bestehen aus Polyesterharzen, Ölen und Fettsäuren, wobei der Anteil der verschiedenen Bestandteile sehr unterschiedlich ist. Der Lösemittelanteil liegt zwischen 10 % und 50 %. Als Lösemittel werden meist Testbenzin oder Spezialverdünnungen verwendet, bei verschiedenen Alkydharzen auch Wasser. Der Lack härtet physikalisch aus, nämlich durch das Verdunsten der Löse- und Verdünnungsmittel. Die Trockenzeit kann je nach Schichtdicke zwischen einer Stunde und zwei Tagen betragen. Dabei muß auch zwischen lufttrocknenden und wärmetrocknenden Lacken unterschieden werden. Für den Außenbereich sollten pigmentierte Lacke verwendet werden, da transparente Lacke gegenüber Witterungseinflüssen sehr anfällig sind. Die Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung hängt stark von der im Lack enthaltenen Fettsäure ab. Bei manchen Alkydharzlacken besteht ab 60°C eine hohe Vergilbungsgefahr. Verwendet werden die Lacke für Fußböden, Parkett, Treppen, Fenster und Fassadenbekleidungen. Auch Innen- und Außentüren sowie Möbel für Garten, Bad und Küche behandelt man mit Alkydharzlacken.

Acryllack


Auf Basis von Acrylharzen werden Acryllacke hergestellt. Acrylharze zeichnen sich durch besondere Witterungsbeständigkeit aus. Sie werden entweder in Lösemitteln gelöst oder in Wasser dispergiert. Die enthaltenen Lösemittel dienen als Emulgatoren und Filmbildehilfsmittel. Enthalten Acryllacke viel Wasser und wenig Lösemittel, können sie das Umweltzeichen "Blauer Engel" erhalten. Dafür dürfen sie jedoch nur eine geringe Menge Konservierungsstoffe und keine bleihaltigen Hilfsstoffe enthalten. Acryllacke werden bevorzugt zur Lackierung von Heizkörpern genutzt, da sie keine so starke Geruchsbelästigung wie z.B. Alkydharzlacke hervorrufen. Bei der Verarbeitung ist auf eine gute Durchlüftung zu achten, da große Mengen an Lösemitteln freigesetzt werden. Wird die Heizung mit Acryllack gestrichen, sind in den ersten Heizstunden hohe Ausdunstungen zu erwarten, auch wenn der Anstrich schon Wochen oder gar Monate zurückliegt. Daher sollte direkt nach dem Anstrich geheizt und gleichzeitig gut gelüftet werden. Beim Kauf von Acrylacken sollte auf den "Blauen Engel" geachtet werden und auf einen niedrigen Lösemittelgehalt bzw. einen hohen Wassergehalt.

Nitrozelluloselack


Diese Lacke bestehen aus Nitrozellulose, synthetischen Harzen, Weichmachern, Mattierungs-, Schleif- und Lichtschutzmitteln sowie aus Pigmenten bzw. Farbstoffen, Verdünnungs- und Lösemitteln. Man bezeichnet Nitrozelluloselacke auch als Nitro-, NC- oder CN-Lacke. Sie haben einen hohen Lösemittelanteil von bis zu 70 %, weshalb die Entsorgung sehr problematisch ist. In Abwässer dürfen Nitrozelluloselacke nicht gelangen. Auch für den Verarbeiter ist die Lösemittelbelastung ein Problem. Verwendet werden die Lacke für Holz oder Metall. Wegen der guten mechanischen Beanspruchbarkeit werden sie jedoch vorzugsweise zum Veredeln von Holzoberflächen (Möbel und Innenausbau) eingesetzt. Die Lacke lassen sich leicht verarbeiten und trocknen schnell durch den hohen Lösemittelanteil, sind jedoch schlecht überstreichbar, denn das gleiche Lösemittel löst den Lack wieder auf. Auch für bewitterte Flächen können NC-Lacke nicht verwendet werden. Der trockene Lackfilm erweist als sich nicht völlig lichtecht und nur wenig beständig gegen Chemikalien, Wasser und Wärme.

Polyurethanlack


Polyurethanlacke zählen zu den Reaktionslacken, das heißt sie erhärten durch chemische Reaktionen. Weitere Bezeichnungen für Polyurethanlacke sind PUR-Lacke oder DD-Lacke. Es gibt Ein- und Zweikomponentenlacke. Beim Einkomponentenlack ist der Härter bereits mit dem Stammlack vermischt. Die Aushärtung erfolgt durch die Einwirkungen der Luftfeuchtigkeit oder durch Erwärmung auf 150 °C und mehr. Beim Zweikomponentenlack sind Härter und Stammlack getrennt, wobei das Mischungsverhältnis sehr unterschiedlich sein kann. PUR-Lacke sind besonders hart, abriebfest und beständig gegen Wasser, Öle und Chemikalien. Sie werden daher dort verwendet, wo diese Eigenschaften gefordert sind wie beispielsweise für Parkett, Treppenstufen oder Tische. Nicht nur Holz, auch Beton, Kunststoffe und Metalle lassen sich mit Polyurethanlack beschichten. Nach der Anhärtung kann das Werkstoff weiterbearbeitet (z.B. geschliffen) werden. Die Durchhärtung erfolgt dann während dieser Weiterbearbeitung. PUR-Lacke eignen sich zum Grundieren und Lackieren. Verschiedene PUR-Lacke werden als Sperr- und Isoliergrund verwendet. Auf öligen Hölzern und auf geölten Flächen verursachen die Lacke eine Grauschleierbildung bzw. Lacktrübung. Auf Teakholz kann PUR-Lack deshalb nicht verwendet werden.

Polyesterlack


Meist um Zweikomponentensysteme handelt es sich bei Polyesterlacken oder auch UP-Lacken. Der Stammlack besteht aus einem in Styrol gelösten ungesättigten Polyesterharz. Als Härter dienen organische Peroxidverbindungen. Styrol wirkt narkotisierend und ist giftig. Peroxide wirken stark ätzend auf die Haut und Schleimhäute. Man sollte bei der Verarbeitung daher auf alle Fälle Schutzbrille, Atemschutzgerät und Arbeitshandschuhe tragen. Beide Komponenten des Lacks werden kurz vor der Verarbeitung gemischt. Nach dem Mischen muß der Lack schnell verarbeitet werden, bevor er aushärtet. Die Raumtemperatur muß dabei zwischen 20°C und 24°C betragen. Lack- und Holzoberflächen sollten außerdem die gleiche Temperatur haben. Die Anstriche sind sehr widerstandsfähig und beständig gegen Wasser, Chemikalien, Laugen und verdünnte Säuren. Zudem lassen sich Polyesterlacke in sehr hohen Schichtdicken auftragen. Verwendet werden sie vor allem für sehr strapazierfähige Möbellackierungen.

Epoxidharzlack


Epoxidharzlacke bestehen aus den beiden Komponenten Epoxidharz und Härter. Erst kurz vor der Verarbeitung werden die beiden Komponenten gemischt. Um die Eigenschaften zu modifizieren, gibt man Füllstoffe, Weichmacher oder Glasfasern hinzu. Alle zweikomponentigen Epoxidharzlacke und -farben sind sehr widerstandsfähig gegen nahezu alle Chemikalien. Zudem sorgen die als Härter verwendeten Polyamide für hohe Elastizität und Wasserbeständigkeit. Man verwendet sie hauptsächlich für Unterwasseranstriche und als Korrosionsschutz auf besonders stark belasteten Untergründen aus Stahl oder Beton. Wasserverdünnbare Epoxidharzlacke und -farben verwendet man besonders oft für mechanisch sehr stark belastete Betonböden.



Diesen Artikel...
bewerten:
(bisher 436 Bewertungen)
 für mich uninteressant (43)
 brauchbar (46)
 informativ (80)
 sehr informativ (162)
 ganz ausgezeichnet (105)
Ergebnis:
Sterne
 © pw-Internet Solutions GmbH, Mönchengladbach, E-Mail:info@pw-internet.de
Weitere Beiträge finden Sie in folgenden Rubriken: 
Über Farben, Lacke, Lasuren und Tapeten | DIY-Anleitungen tapezieren, lackieren und Wandgestaltung | Dekorative Wohnraumgestaltung | Holz beizen, lasieren und lackieren | 
  Suchen:
Fertighaus.de
Bona Holzpflege
Teckentrup
Bausep
VELUX
Vorwerk Teppich
Heuschkel