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Kunststoffe sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Sie sind immens vielseitig in Art, Aussehen und Verwendungsmöglichkeiten. Nach Angaben des Verbandes der Kunststoffverarbeitenden Industrie (VKE) wurden 1997 alleine in Deutschland fast zwölf Millionen Tonnen Kunststoffe produziert. Der größte Teil davon (26,4 Prozent) wurde im Baubereich verarbeitet, neun Prozent für die Möbel- und weitere vier Prozent für die Haushaltswarenproduktion eingesetzt.
So verwirrend die Namen und Abkürzungen der verschiedenen Kunststoffe für den Laien auch klingen mögen: Im Grunde kann man Kunststoffe in drei große Gruppen aufteilen, nämlich in Duroplaste, Thermoplaste und Elastomere.
Die Duroplaste sind nicht verformbar, hart und spröde und erweichen beim Erwärmen nicht, da sie aus räumlich eng vernetzten Makro-Molekülen bestehen. Ganz anders Thermoplaste, die aus linearen, nicht verbundenen Molekülketten gebildet werden: Sie schmelzen beim Erwärmen und lassen sich dann in jede beliebige Form bringen, in der sie dann nach dem Erkalten auch stabil bleiben.
Elastomere sind, wie der Name schon andeutet, elastische Kunststoffe. Die Molekülketten sind weitmaschig miteinander verknüpft, was zur Folge hat, daß die daraus hergestellten Materialien bei Raumtemperatur verformbar sind, sie aber trotzdem selbstständig in die Ausgangsform zurückkehren. Gemeinsam ist allen Kunststoffen, daß sie mehr oder weniger brennbar sind.
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Vertreter der drei Kunststoffgruppen, wozu sie benötigt und verwendet werden.
Duroplaste |
Eigenschaften |
Anwendung |
Brennbarkeit |
Phenolharz (PF) |
dunkel eingefärbt, kratzfest, hitzebständig, ältester Kunststoff. Dosen aus den 20er Jahren werden inzwischen zu Liebhaberpreisen gehandelt |
Sicherungskästen, Isoliermittel, Aschenbecher, Knöpfe |
stark rußend, gelbe Flamme, brennt nicht von alleine weiter |
Melamin (MF) „Kunstharz“ |
hart, undurchsichtig |
Geschirr, Oberflächen von Arbeitsplatten, Tischen, etc. |
schwer entflammbar, helle gelbe Flamme mit bläulichem Rand |
Polyester (UP) |
glasig, stabil, auch in metallischer Form |
Spachtelmasse, Topfgriffe, Telefonzellen |
brennt mit kleiner Flamme, rußt, riecht süßlich | |
Thermoplaste |
Eigenschaften |
Anwendung |
Brennbarkeit |
Polycarbonat (PC) |
gelblich oder glasklar, hart und schlagfest |
Zeichenfolie, Sturzhelmvisiere, Rückleuchten, Blinker |
schwer entflammbar, rußt, bildet Blasen, brennt mit leuchtender Flamme |
Polyvinylchlorid (PVC) |
klar und hart, wird bei starker Kälte spröde |
Fußbodenbeläge, Verpackungen, Plakate |
brennt nicht weiter, grün-orange-gefärbte Flamme |
Polyäthylen (PE) |
farblos bis milchig-weiß, nicht kratzfest |
Ummantelung von Kabeln, Flaschen, Verpackungen |
brennt mit blauer Flamme, tropft |
Polystyrol (PS) "Styropor" |
zerbrechlich, wärmeempfindlich |
Verpackungsmaterial, Dämmstoffe im Baubereich |
brennt, leicht enzündbar, rußt, orange flackernde Flamme |
Polyamid (PA) "Nylon" |
milchig, weiß, trüb, unzerbrechlich |
Schläuche, Benzinleitungen, Regenbekleidung |
brennt mit blauer Flamme, zieht Fäden, tropft, knistert |
Polypropylen (PP) |
durchscheinend oder trüb |
Teppichgrundgewebe, Koffer- oder Autoschalen |
schwer entflammbar |
Polymethylmetha-Crylat (PMMA) "Acryl-/Plexiglas" |
durchsichtig, hart und steif |
Badewannen, Brillengläser, Kleinmöbel, Displays |
brennt weiter, blubbert, tropft | |
Elastomere |
Eigenschaften |
Anwendung |
Brennbarkeit |
Polyurethan (PUR) |
dunkel, gummielastisch, kratzfest |
Kabel, Dichtungen, Isoliermaterial, Klebstoffe, Kämme |
schwer entflammbar, brennt mit leuchtender Flamme | |
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