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Die Satire des Monats Juni 2006 in unserem Online-Baumarkt

Dass der frömmste Mensch nicht in Frieden leben kann, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt, ist eine alte Spruchweisheit. Aber trotz und gerade wegen eines solch bösen Nachbarn hat ein Hobby-Holzschnitzer das große Glück gefunden. Lesen Sie bitte die ganze Geschichte!

Vom Schnitzen einer harmlosen Gartenskulptur

Herr Spröttelhoff hört auf den schönen Vornamen Sigismund. Und es ist schwer vorstellbar, dass jemand, der solch einen heiteren Namen trägt, ein "hinterhältiger Schuft", eine "Drecksau ohnegleichen" und sogar ein "Holzschänder" sein soll. So behauptet es jedenfalls sein Nachbar Gisbert Fröhlich-Heizemann.

Die beiden leben, wie man leicht erahnen kann, in einem etwas gespannten Verhältnis zueinander, weil anläßlich eines Grillabends besagter Sigismund der Ehefrau des Gisbert an den Busen gegrapscht hat, "aber nur, weil diese ihn herausfordernd geschwenkt hat". Die genauen Umstände sind nicht mehr feststellbar, da an diesem Abend reichlich Bier geflossen war.

Wie das so ist - der Streit eskalierte. Sigismund stellte seinen PKW so nah an Gisberts Garage, dass sich dieser eingeengt fühlte und den PKW zerkratzt haben soll. Sigismund soll daraufhin den Briefkasten des Gisbert mit Montageschaum ausgespritzt haben. Gisbert soll diese Missetat gesühnt haben, indem er eine Flasche mit weißem Lack auf das schwarzgedeckte Dach des Nachbarn warf. Sigismund soll aufgrund dieser Attacke nachts auf das Garagentor des Nachbarn einen Totenkopf gemalt haben. Überführt wurde keiner der beiden, die natürlich jede Schuld weit von sich weisen.

Das änderte sich erst, als sich Sigismund als Holzschnitzer betätigte und in seinem Garten bunt bemalte Figuren aufstellte, von denen eine die Hose herunterließ und dem Nachbarn den nackten Hintern zukehrte. Dies sei nun eine offenkundige Beleidigung, klagte der Anwalt des Gisbert, und das Gericht möge die Aufstellung der Figur untersagen.

Das Gericht schickte einen Kunstsachverständigen auf das Grundstück, der den Skulpturen einen hohen künstlerischen Wert zusprach und Sigismund eine große Zukunft als Bildhauer verhieß. Die Presse bekam davon Wind - und Sigismund wurde über Nacht berühmt.

Sigmunds Skulpturen werden inzwischen fünfstellig gehandelt. Er steht kurz davor, in eine Villa mit Atelier umzuziehen und will die Ehefrau des Gisbert gleich mitnehmen, die dieses Ansinnen positiv aufgenommen hat. Die Reichen der Republik fragen sich mittlerweile gegenseitig: "Hast Du schon einen Spröttelhoff in Deinem Haus?", so berühmt ist Sigismund geworden.

Da sieht man, dass auch ein Nachbarschaftsstreit einen sehr positiven Verlauf nehmen kann. Man muß nur schnitzen können...

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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