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Welche Kasteneckverbindungen gibt es ?

Will man Möbelkörper, Kästen und Kisten herstellen, müssen breite Flächen an ihren Enden miteinander verbunden werden. Die Möbel können aus Vollholz, aus Sperrholz- oder aus Spanplatten hergestellt werden. Je nach verwendetem Material, der Verwendung des Erzeugnisses oder nach Wirtschaftlichkeit des Fertigungsverfahrens kommen verschiedene Eckverbindungen zum Einsatz.

Genagelte Eckverbindungen
Gefederte Eckverbindungen
Gegratete Eckverbindungen
Gedübelte Eckverbindungen
Gezinkte Eckverbindungen

Genagelte Eckverbindungen


Ganagelte Kistenecke Stumpfe Nagelung Drahtstifte DIN 1152 Ausgefälzte Nagelung

Einfache Verbindungen werden genagelt. Da Nägel im Hirnholz nicht so gut halten wie im Langholz, wird bei der Herstellung von Transportkisten und aller Kästen, die etwas aushalten müssen, eine Eckleiste angebracht. Zur Nagelung werden Drahtstifte mit Senkkopf verwendet, siehe auch unsere Nagelkunde. Eine größere Haltbarkeit der Verbindung bekommt man, wenn die Nägel ganz durch die Eckleiste geschlagen, auf der anderen Seite mit einem Flacheisen winklig abgegröpft und in dieser Form wie ein Widerhaken umgebogen werden.

Wenn die Nägel versenkt und ausgekittet werden sollen, wählt man Drahtstifte mit Stauchkopf. Damit beim Nageln das Holz nicht gespalten wird, kann die Spitze des Drahtstiftes gestaucht werden. So werden die Holzfasern nicht auseinandergekeilt, sondern zerdrückt. Die Drahtstifte sollten schräg eingeschlagen werden, um die Haltbarkeit der Nagelung zu erhöhen. Die Nägellänge sollte etwa zweieinhalb mal so groß sein, als die Dicke des anzunagelnden Bauteils.

Mit einem Falz kann verhindert werden, daß das Bauteil beim Nageln verrutscht. Zusätzlich wird meist noch Leim beigegeben. Die ausgefälzte Nagelung eignet sich für Werkstücke, bei denen eine Unter- und Draufsicht nicht möglich ist.

Gefederte Eckverbindungen
Gefederte Außenecken Winkelfedern aus Holz eingesetzte Feder
Die Federdicke einer gefederten Eckverbindung sollte nicht mehr als 1/4 bis 1/3 der Bodendicke betragen. Die Nut sollte weniger als 0,4 der Seitendicke betragen. Bei Außenecken müssen Nut und Feder besonders genau passen, sonst wird die Verbindung bereits beim Zusammenbau gesprengt. Eine gefederte Eckverbindung eignet sich bei Erzeugnissen aus Vollholz oder Tischlerplatten. Für Spanplatten ist diese Verbindung ungeeignet. Die gefederte Eckverbindung wird grundsätzlich verleimt, in Ausnahmefällen auch genagelt. Regale oder Schubkästen werden mit dieser Art der Eckverbindung gebaut. Anstelle eingeschnittener oder angefräster Federn können auch Federn aus Furnierplatten, Holzfaserplatten oder Querholz eingenutet werden. Bei auf Gehrung geschnittenen Ecken muß die Feder möglichst dicht an die Innenkante gesetzt werden, damit diese so breit wie möglich sein kann.


Gegratete Eckverbindungen


Gegratete Kasten Eckverbindung einseitier GradDiese Holzverbindung eignet sich nur für T-förmige Plattenverbindungen aus Vollholz. Bei dieser Verbindung kommt es sehr auf die sorgfältige Ausführung von Grat und Gratnut an. Die Nut wird immer in das durchgehende Werkteil eingeschnitten oder gefräst. In das stumpf auftreffende Teil wird der Grat gearbeitet. Der Grat kann wie auf der Abbildung auf einer Seite oder auf beiden Seiten sein. Der durchgehende Teil darf durch die Gratnut nicht zu sehr geschwächt werden. Sie ist daher nur etwa ein Drittel tief in das Holz einzuschneiden. Beim Eintreiben der Grat in die Nut treten in den Wangen der Gratnut Scherkräfte auf, die vom Holz abgefangen werden müssen. Die Fläche vor dem Ende des Werkstücks muß daher möglichst groß sein. Dies wird erreicht, wenn man mindestens 30 mm Abstand läßt.


Gedübelte Eckverbindungen


Gedübelte Eckverbindung stumpfe Ecken Gedübelte Eckverbindung Ecken auf Gehrung

Gedübelte Ecken können entweder stumpf gestoßen oder auf Gehrung geschnitten werden. Das Dübeln ist eine sehr häufig verwendete, einfach zu erstellende und daher praktische Verbindungsform. Sowohl Vollholz als auch Sperrholz- und Spanplatten können mit Dübeln versehen werden. Das Holz wird durch die runde Form und durch die Abstände der Dübel beziehungsweise der Dübellöcher nur sehr wenig geschwächt. Zudem lassen sich die Möbelteile beim Bau leicht zusammenstecken. Üblicherweise wird in das Bohrloch Holzleim eingegeben.

Gezinkte Eckverbindungen


Gezinkte EckverbindungSehr dekorativ wirkt eine gezinkte Eckverbindung. Dabei werden keilförmige oder gerade Zapfen, die Zinken bzw. Schwalbenschwänze genannt werden, mehrfach verzahnt. Der Vorteil dieser Verbindungsart liegt darin, daß die so verbundenen Teile ungehindert schwinden und quellen, sich aber nicht werfen können. Gezinkte Eckverbindungen werden beispielsweise bei massiven Schubkästen und Korpussen eingesetzt. Früher wurde diese nicht nur sehr haltbare, sondern auch optisch schöne Verbindung von Hand gefertigt. Heutzutage werden die Zinken mit einer Maschine ausgefräst. Neben der einfachen Zinkung werden häufig noch die halbverdeckte Zinkung und die Zierzinkung verwendet.
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