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Isolierschornstein mit einem Bausatz montieren

Aufbau nach dem Sockel:

Vorbemerkung Schornstein Bausatz


Schornstein-Bausatz Wer ein Haus baut, überlegt sich, wie er durch Eigenleistung Kosten sparen kann. Die Heimwerker und Bauherren sind nicht nur immer mutiger geworden, vielmehr hat sich die Industrie auch darauf eingestellt, Systembausätze zu liefern, die dem Selbermacher die Arbeit erleichtern. Marktführer SCHIEDEL hat den Schornstein-Bausatz "SIH-Standard" gut im Markt eingeführt. Kernelement sind die seit Generationen bewährten Schamotterohre, die sich ebenso wie die Mantelsteine vom Heimwerker mit dem Winkelschleifer bearbeiten lassen. Das Schamotterohr ist maßgenau, säurebeständig und ausbrennsicher. Damit wird der Einsatz für verschiedene Brennstoffe erst möglich. Um das Rohr wird eine geschlitzte Mineralfasermatte gelegt. Durch sie wird eine optimale Wärmedämmung erzielt und der notwendige Zug gewährleistet. Der Mantelstein ist mit Hinterlüftungskanälen ausgestattet. Das ist die Lösung, um den Schornstein trocken zu halten. Beim Schiedel-Isolierschornstein mit Hinterlüftung strömt Luft über Kanäle von der Sohle bis über`s Dach, um die anfallende Feuchtigkeit sicher abzutransportieren. Aufgrund seines bauphysikalischen Aufbaus als feuchtigkeitsunempfindliches Schornsteinsystem ist der Schiedel-Isolierschornstein baurechtlich zugelassen. Form und Anordnung der Kanäle nutzen die geometrischen Verhältnisse, die sich aus dem runden Innenrohr und der quadratischen Form des Mantelsteins ergeben, besonders zweckmäßig aus. Die in den Kanälen von unten nach oben strömende Luft nimmt vom Innenrohr abgegebene Feuchtigkeit auf und transportiert sie über die Mündung ins Freie. Die Abführung von Wasserdampf durch die Hinterlüftung des Schornsteines ist auch in den Stillstandszeiten der Heizung wirksam. Sie verhindert, daß sich Feuchtigkeit in der Schornsteinkonstruktion ansammelt. Sie sichert damit dauerhaft die Wirkung der Dämmschicht und schützt den Außenmantel vor Feuchtigkeitsschäden. Der Versottung (siehe unser Beitrag über Versottungsgefahren) wird bei fachgerechtem Einbau und richtiger Dimensionierung somit keine Chance gegeben.

Den Isolierschornstein SIH-Standard von Schiedel gibt es in ein- oder zweizügiger Ausführung, mit oder ohne Lüftung. Auf die Versetzungsanleitung hat dies jedoch keinen Einfluß.

Schornstein ein- oder zweizügig

Ob der Schornstein ein- oder zweizügig ist, hängt von der Anzahl der Feuerstätten ab. Für einen kleinen Heizkessel genügt ein einzügiger Schornstein. Ein offener Kamin braucht ein eigenes Abgasrohr. Ein separater Heizraum-Entlüftungsstrang zusätzlich zu den Abgasleitungen ist beim Einfamilienhaus nur selten notwendig. Die Maße des Schlots werden vom Heizungshersteller oder vom zuständigen Schornsteinfeger berechnet.

Einige Dinge muß der Bauherr zusätzlich beachten, bevor er mit dem Schornsteinbau loslegen kann. Beispielsweise muß vor Versetzbeginn die Anordnung der Putztür und die Achshöhe des Rauchrohranschlusses bekannt sein. Mit dem Schornsteinfeger muß die Lage der Reinigungsöffnung abgestimmt werden. Falls beim Mantelstein der Lüftungsschacht benutzt wird, ist eine Abluftöffnung im Aufstellraum der Feuerstätte und bei Bedarf oben im Dachraum eine Revisionstür vorzusehen. Damit der freistehende Teil des Schornstein unter/ über dem Dach auch sicher steht, muß eventuell eine biegesteife Verbindung mit eingebaut werden, die von Schiedel mitgeliefert werden kann. Ob Sie eine solche Anbindung benötigen, darüber geben Ihnen Ihre Baupläne oder der Statiker Auskunft.

Verwenden Sie für das Verlegen der Mantelsteine Kalkzementmörtel der Gruppe II (MG II). Achten Sie beim Kauf des Mörtels, den sie in jedem Baumarkt oder Baustoffhandel bekommen, auf den Aufdruck MG II. Wärmedämmung und Eckkanäle müssen unbedingt frei von Mörtel bleiben. Benutzen Sie deshalb zum Auftragen des Mörtels unbedingt die mitgelieferte Versetzschablone. Die Schamotterohre werden in Fugenkitt versetzt. Dabei muß die Mischanleitung genau eingehalten werden (7 Teile Fugenkitt mit 1 Teil Wasser ansetzen). Der Kitt trocknet sehr schnell und sollte deshalb immer nur in Teilmengen gemischt werden. Die Rohraufstandsflächen müssen schmutz- und staubfrei sein.

Der Schornstein braucht einen Sockel. Alternativ kann der Aufbau des ersten Schornsteinmeters in Montagebauweise oder mit einem Fertigfuß erfolgen. Beide Varianten werden erläutert. Beachten Sie allerdings: Beim Fertigfuß erspart man sich den etwas mühevollen Einbau von Putztür und Lüftungsgitter. Allerdings wiegt ein einzügiger Fuß schon mehr als 100 Kilogramm. Bei einem zweizügigen Fuß, der weit über 200 Kilogramm wiegt, brauchen Sie schon einige kräftige Personen, um das Teil an die richtige Stelle zu hieven.



Sockel erstellen in Montagebauweise

  1. 1.
    Schnellbau-Fundamentstein
  2. 2.
    Hinterlüftung der Schornsteindämmung
  3. 3.
    Schamotte-Sockelstein
  1. Zuerst bereitet man ein Mörtelbett vor, legt ein Feuchtesperre ein und trägt Mörtel auf. Für den Sockel verwendet man einen gewöhnlichen Mantelstein, in den man einen Schnellbau-Fundamentstein setzt.
  2. Zur Hinterlüftung der Schornsteindämmung wird in den zweiten Mantelstein eine Öffnung geschnitten. Eine mitgelieferte Schablone gibt die genaue Größe der Lüftungsöffnungen an. Diese Arbeit sollten Sie möglichst im Freien und mit Schutzmaske durchführen.
  3. Mörtel mit der Mörtelschablone auftragen, den zugeschnittenen Mantelstein auf den Sockel setzen und mit der Wasserwaage ausrichten. Anschließend wird der Schamotte-Sockelstein auf einem Mörtelbatzen ausgerichtet. Wichtig: Der Schornstein darf keine feste Verbindung zur Wand haben (etwa zwei Zentimeter Abstand halten).
  1. 4.
    Dämmplatte
  2. 5.
    Öffnung für die Reinigungstür
  3. 6.
    Schamotte-Formteil
  1. Die erste Dämmplatte im notwendigen Radius biegen und den Schornsteinmantel von innen auskleiden. Herausstehendes Dämmstück wird mit einem Sägeblatt auf Mantelsteinhöhe abgeschnitten. Die Stoßfuge darf nicht im Bereich der Hinterlüftung sein.
  2. In den nächsten Mantelstein schneiden Sie die Öffnung für die Reinigungstür. Achten Sie darauf, daß die Tür frei zugänglich ist. Der Heizkessel oder die Rohrleitungen dürfen den Zugang nicht versperren.
  3. Sobald der Stein mit der Öffnung sitzt, werden die Dämmung und das Schamotte-Formteil für die Reinigungsöffnung eingebaut. Die Verbindung der Schamotte-Rohre erfolgt mit Fugenkitt. Das neu einzubauende Rohr wird auf den Kopf gestellt und der Kitt aufgetragen. Anschließend wird das Rohr vorsichtig durch die ausgekleidete Öffnung geschoben.

7.
Mantelstein Damit später keine Feuchtigkeit in die Schornsteinkonstruktion fließt, muß der äußere, umlaufend hochstehende Rand der Schamotterohr-Verfalzung nach oben zeigen. Vorsicht:

Zuerst müssen Sie den Mörtel für den nächsten Mantelstein auftragen und erst danach können Sie das Reinigungstür-Formteil setzen.Versetzen Sie anschließend einen vorgedämmten Mantelstein.




Sockel als Fertigfuß versetzen


Fertigfuß Wie bei der Montagebauweise wird ein Mörtelbett vorbereitet, eine Feuchtesperre eingelegt und Mörtel aufgetragen. Anschließend wird der Fertigfuß in Mörtel versetzt und lotrecht ausgerichtet.


Aufbau nach dem Sockel



Rauchrohranschluß

  1. 1.
    Winkelschleifer
  2. 2.
    Rauchrohranschluss

  3. 1. Mantelstein mit der Anreißschablone anzeichnen und mit dem Winkelschleifer Öffnung erstellen.

    Auf Mittigkeit achten! Den Öffnungsstein in Mörtel versetzen, Dämmplatten biegen und einsetzen. Vordere Hinterlüftungszellen freilassen, dazu Matten kürzen.

  1. In welcher Höhe genau der Rauchrohranschluß sitzen muß, sagt Ihnen der Schornsteinfeger. Ist ein offener Kamin (zum Beispiel im Erdgeschoß) vorgesehen, muß das dazugehörige Schornsteinrohr bis zum Kamin hochgeführt werden, ehe dort der Abgasanschluß eingebaut wird. Vor dem Setzen des Rauchrohranschlusses muß bereits wieder der Mörtel des nächsten Mantelsteins aufgetragen sein. Anschließend wird der nächste Mantelstein inklusive Dämmung versetzt



Standard-Versetzvorgang

Auf diesen Bildern sehen Sie, wie der Standard-Versetzvorgang bis zur Mündung erfolgt:

  1. 1.
    Mantelstein in Mörtel versetzen
  2. 2.
    Dämmplatten gemeinsam nach unten schieben
  3. 3.
    Fugenkitt auf Rohrunterseite auftragen
  1. Mantelstein in Mörtel versetzen (Schablone zum Mörtelauftrag verwenden)
  2. Dämmplatten gemeinsam nach unten schieben
  3. Fugenkitt auf Rohrunterseite auftragen
  1. 4.
    Schamotterohr versetzen
  2. 5.
    Fugenkittreste abstreifen

  3. 4. Schamotterohr versetzen

    5. Fugenkittreste abstreifen




Der Schornsteinkopf

Wenn Sie oben an der Mündung angekommen sind, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie der Schornsteinkopf ausgebildet werden kann. Schiedel bietet für die Abdeckung ein Fertigteil, den sogenannten Stülpkopf an. Selbstbauer ohne Kran haben jedoch ein Problem, das Teil überhaupt aufs Dach zu wuchten. Wir haben uns daher für die Ausführungsvariante mit Abdeckplatte entschieden.

  1. 1.
    Abdeckplatte
  2. 2.
    Abströmkonus
  3. 3.
    Abströmkonus überschieben
  1. Die Dämmplatten enden 8 cm unter dem obersten Mantelstein. Die mitgelieferten Dübel in den obersten Mantelstein einsetzen und Mörtelbett auftragen. Zum Abschluß wird die Abdeckplatte aufgelegt und verschraubt.
  2. Den Abschluß bildet der Abströmkonus. Messen Sie zunächst die fehlende Rohrlänge aus. Schneiden Sie nun mit dem Winkelschneider das Schamotterohr auf die richtige Länge zu und tragen den Fugenkitt auf.
  3. Säubern Sie die Rohraufstandsfläche und setzen Sie das Schamotterohr ein. Schieben Sie den Abströmkonus über, bis er auf der Abdeckplatte aufsitzt.

Diese Anleitung entstand unter Mithilfe von Arbeitsmaterialien der Schiedel GmbH



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