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Ab wann ist bei einem Privatgebäude eine mechanische Sicherung, wie wir sie in unserem "baumarkt.de"-Info-Center unter der Rubrik "Einbruch verhindern durch sichere Fenster und Türen" beschrieben haben, nicht mehr ausreichend?
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Es gibt beispielsweise Häuser mit großen Glasflächen im Terrassenbereich und anderen "Unsicherheitspunkten". Hier hilft auf keinen Fall ein notdürftiges Zusatzschloß. Wenn man Werte und Personen schützen will, dann kommt hier nur eine elektronische Sicherung in Frage.
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Das bedeutet aber doch nicht, daß damit die elektronische die mechanische Sicherung ersetzen kann, oder?
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Nein! Sicherlich gibt es unterschiedliche Meinungen zur Wichtigkeit von Mechanik und Elektronik. Aber die Einbruchmeldeanlage ist kein Ersatz für eine mechanische Sicherung.
Ideal ist ein sinnvolles Zusammenspiel der beiden Bereiche: also dem Einbrecher einen hohen mechanischen Widerstand entgegenzusetzen, der, nachdem der Alarm losgegangen ist, möglichst noch standhält, bis in irgendeiner Form Hilfe kommt bzw. der Einbrecher aufgibt. Eine Kellertür zum Beispiel läßt sich ganz prima mechanisch sichern, aber der gleiche Riegel reicht an der Terrassentür eben nicht. Hier muß ganz klar ein Öffnungskontakt hin.
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Lassen sich Einbrecher denn nicht vielleicht sogar von dem Vorhandensein einer Alarmanlage abschrecken?
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Es gibt Studien, die das festgestellt haben: Aber das gilt nur für Gelegenheitseinbrecher. Man spricht da von knapp 80 Prozent, die sich abschrecken lassen. Aber es bleiben eben 20 Prozent und deshalb ist auch die Kombination mit der mechanischen Sicherung so wichtig.
Sonst wissen die Hausbewohner durch den Alarm zwar, daß jemand in ihrem Haus ist. Aber dann ist es ja schon zu spät, und der ungebetene "Gast" steht irgendwann im Schlafzimmer neben dem Bett, was ja auch für Leib und Leben gefährlich sein kann. Auch wenn etwas später dann doch noch Hilfe eintrifft.
Auf eine Abschreckung allein durch den Einbau irgendeiner vielleicht qualitativ schlechten Alarmanlage zu hoffen, wäre genauso eine unsichere Sache, wie sich auf seinen Hund zu verlassen. Sicherlich haben Studien auch festgestellt, daß sich mehr als 83 Prozent der Gelegenheitsdiebe, also Wald- und Wiesentäter, von einem solchen "Wachdienst" abschrecken lassen. Aber wenn ich mir meinen Hund ansehe: Der bellt jeden Briefträger an, aber wer ihm ein Schnitzel durch den Briefkasten schiebt, den wird er lieben.
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Sie sprachen gerade von einer "schlechten" Qualität bei "Einbruchmeldeanlagen" wann ist eine EMA denn gut?
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Es gibt Alarmanlagen in verschiedenen Klassen, unterteilt nach A, B und C. Die Klassen machen Aussagen darüber, welche Elektronik in welchen Objekten eingesetzt werden sollte. Entscheidend für den Privathaushalt ist die Klasse A. Klasse B wäre beispielsweise beim Schutz von größeren Werten interessant und C, wenn das Leben und nicht nur Sachwerte bedroht sind.
Bei den auf dem Markt befindlichen Einbruchmeldeanlagen gibt es viele, die nicht halten, was sie versprechen. Als Kriminalpolizist und Fachberater kann ich nur solche Anlagen empfehlen, die von anerkannten Prüfstellen, wie z.B. dem VdS, geprüft und zertifiziert worden sind. Solche geprüften Anlagen erfüllen Sicherheitskriterien, auf die keiner verzichten sollte. Selbstverständlich haben sie im Gegensatz zu Produkten ohne anerkannte Prüfung auch einen höheren Preis.
Darüber hinaus sollte man bei der Auftragsvergabe darauf achten, daß der Errichter, also der Anlagenbauer, nach den geltenden Richtlinien und Regeln der Technik - hier der VdE 0833 Teil 1 und 3 - plant und installiert. Es ist wichtig, das bei der Vergabe des Auftrags schriftlich festzuhalten.
(Anmerkung d. Red.: VdS steht für den Verband der Sachversicherer, der ein anerkanntes Prüflabor betreibt; VdE ist der Verband Deutscher Elektrotechniker, der Bestimmung bezüglich Projektierung und Installierung von Gefahrenmeldeanlagen, also auch EMAs erarbeitet hat.)
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Aber was soll den derjenige tun, der sich nur ein billiges Produkt leisten kann?
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Der sollte seinen Wunsch nach einer EMA unbedingt noch einmal überdenken. Denn in einem solchen Fall ist ein sinnvoll in Mechanik investierter Geldbetrag sicherlich die bessere Lösung.
Zum Beispiel besteht bei einer billigen Anlage die Gefahr, daß sie innerhalb von Sekunden kurzgeschlossen werden kann. Vielleicht ist sie aus diversen Gründen auch so empfindlich, daß diverse Fehlalarme die Nachbarn nicht nur um den Verstand bringen kann, sondern der Alarm bei einem wirklichen Einbruch von der Nachbarschaft gar nicht mehr als Ernstfall erkannt wird.
Eine gute Anlage ist nicht nur bedienungsfreundlich und betriebs- beziehungsweise funktionssicher und schlägt auch Alarm, wenn irgendeine Sabotage im Gange ist, sondern läßt sich auch nicht scharf schalten, wenn beispielsweise der Öffnungskontakt eines Fensters meldet "ich bin noch offen".
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Am "Gehirn" oder "Herz", also der Zentrale der EMA, können ganz unterschiedliche "Organe" wie Riegelkontakte und Glasbruchmelder hängen. Welche "Organe" sind vonnöten?
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Das ist ganz unterschiedlich. Grundsätzlich muß erst einmal zwischen Außenhautsicherung und Raumüberwachung unterschieden werden. Erstere überwacht Öffnen und Durchbruch aller Schwachstellen wie Fenster, Türen, Luken und ähnliches. Raumüberwachung erfolgt durch Infrarot-Bewegungsmelder. Für jeden einzelnen Haushalt muß ein ganz individuelles Paket geschnürt werden. Die Fachberater der Kriminalpolizei helfen genau dabei.
Es muß klar sein, daß ein Bewegungsmelder kein Ersatz für die Außenhautsicherung ist, sondern sie ergänzt. Denn ansonsten stehen Fenster oder Türen offen, bilden ein Sicherheitsrisiko und keiner weiß es. Außerdem ist eine Außenhautsicherung theoretisch auch sicherlich ohne Zusammenspiel mit Bewegungsmeldern denkbar. Aber besser ist es, wenn wenigstens die Alarmzentrale noch einmal extra gesichert ist. Über die genaue Kombination von beiden entscheiden Bedürfnisse, Freizeitverhalten und finanzielle Möglichkeiten des Hausbesitzers.
Überspitzt gesagt, bedeutet das unter anderem, wenn im Wohnzimmer ein Dalí hängt, dann muß gerade dieses Zimmer besonders gesichert werden. Wer aber über den Flur zur Toilette muß, möchte nachts sicherlich nicht mit einem Bewegungsmelder einen Alarm auslösen. Der Nachteil der Raumüberwachung ist nämlich, daß man bei Anwesenheit nicht geschützt ist oder beim Einschalten seiner Anlage mit viel Aufwand einzelne "Linien", also die Überwachung einzelner Räume, abschalten muß. Auch solche Aspekte müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
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Wenn es kein "Rezept" für die nötigen "Zutaten" gibt, bedeutet das doch, daß die Beträge, die Hausbesitzer investieren müssen, sehr unterschiedlich sein können?
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Ja, das stimmt. Bei unserer Beratung skizzieren wir den Idealfall für die jeweiligen Bedürfnisse. Wenn nun jemand sagt, daß er sich nur einen Teil leisten kann, helfen wir ihm beim Streichen einzelner Punkte auf der "Einkaufsliste". Aber wir weisen selbstverständlich darauf hin, daß es sich dann nur noch um einen Kompromiß handeln kann und zeigen Lücken und Risiken auf.
Und ich wiederhole noch einmal, wer sich keine anständige Anlage leisten kann oder will, steckt sein Geld besser in ordentliche mechanische Sicherungen.
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Es gibt die Möglichkeit des "stillen" und lauten Alarms, welchen würden Sie vorziehen?
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Das ist ganz schnell beantwortet. Lauter Alarm bietet sich immer da an, wo jemand auf so etwas reagiert, es also Nachbarn gibt, die alarmiert sind. Aber ich muß noch einmal auf sachkundige Installation bestehen, um die erwähnten, der Aufmerksamkeit der Nachbarn abträglichen, Fehlalarme zu verhindern.
Generell gilt für den "stillen" Alarm: Der Täter hört ihn auch nicht und bleibt im Haus, wo er bei einem lauten Alarm vielleicht längst geflohen wäre.
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Was ist mit relativ neuen Entwicklungen wie der Funk-Technik? Ihr Vorteil ist doch, daß kein Putz bröckeln und keine Tapete leiden muß?
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Funk wird eine Sicherheitstechnik der Zukunft sein, aber es gibt noch einige Aspekte, die den Einsatz zur Zeit noch einschränken. Wir sprachen ja im Zusammenhang mit den Sicherheitsstufen von Einbruchmeldeanlagen der Klassen A bis C. Ab Klasse B gibt es keine VdS-geprüfte Funkalarmanlage mehr. Daß zeigt, daß die Funktechnik noch nicht so weit ist, höhere Sicherheitsstandards zu erfüllen. Funk kann beim Senden von einem Punkt zum anderen gestört werden.
Insgesamt bedeutet das aber eben nicht, daß der Privatmann mit Klasse A, wenn er möchte, nicht durchaus Funk dem Kabel vorziehen kann. Denn, wie bereits angedeutet, der "Klasse A"-Einbrecher kommt mit der Brechstange "zu Besuch".
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Und was ist mit der Hausbus- oder Installationsbus-Technik, also dem "vernetzten Haus", bei dem über eine 230-Volt-Leitung alle möglichen Stromverbraucher im Haus gesteuert werden können, also auch ein Sicherheitssystem?
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Ich schätze, daß auch das eine zukunftsorientierte Technik ist, auch wenn es hierbei ja nicht primär um die Sicherung des Hauses geht, weil Sie vom Dimmer bis zur elektrischen Rollade alles steuern können. Wenn jemand so viel Geld investieren möchte, kann ich das durchaus empfehlen.
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