Weitere Beiträge finden Sie in folgenden Rubriken: 
Holz für Innenausbau, Fassadenbekleidung und Garten | Allgemeine Haushaltstipps | Garten / Zimmerpflanzen | 

Bekämpfung von holzzerstörenden Insekten

Bevor man mit roher Gewalt (manchmal hilft nur der Ausbau oder das Bebeilen der betroffenen Teile) oder Giften an die Ausrottung der Insekten geht, sollte man genau überprüfen, ob dies überhaupt notwendig ist. Wie in unserem Beitrag über die verschiedenen Arten von holzzerstörenden Insekten beschrieben, haben manche Insekten nach dem Schlüpfen überhaupt nicht mehr das Bedürfnis, in das Holz zurückzukehren, da es mittlerweile zu trocken geworden ist. Dazu reicht es häufig bereits aus, die Heizung etwas höher zu drehen. In anderen Fällen ist die Population so gering, dass die minimalen Schädigungen in Kauf genommen werden können - der Aufwand wäre größer als der Ertrag. Dies zu beurteilen sollten sie jedoch einem Fachmann überlassen, der Sie auch berät, wie man weiter vorgeht.

Biologische Bekämpfung


Schlupfwespen fressen die Larven von Nagekäfern. Da ist es schön, wenn man welche im Dachgebälk hat. Denn gezielt welche aussetzen wird wohl niemand. Daher kann man kaum von einer biologischen Bekämpfung sprechen, es ist vielmehr eine natürliche Auslese. Schlupfwespen sind auch nicht überall erwünscht. In einer Scheune oder einem nicht ausgebauten Dachstuhl mögen die Schlupfwespen noch ihren Lebensraum finden. Da sie jedoch auch Löcher in das Holz fressen, hört spätestens bei Kulturgütern der Spaß auf. In diesem Fall müssen andere Methoden für das Ende der Insektenplage sorgen.

Bekämpfung mit Schutzmitteln


Die Bekämpfung mit chemischen Schutzmitteln ist gefährlich, nicht nur für die Insekten, sondern auch für die Menschen. Deshalb gehören die Schutzmittel nur in die Hände von qualifizierten Sachverständigen. In bewohnten Räumen sollten chemische Bekämpfungsmaßnahmen unterbleiben. Die in den Schutzmitteln enthaltenen chemischen Wirkstoffe gasen in die Raumluft ab und werden auf diesem Wege vom menschlichen Organismus aufgenommen und gespeichert. Zur Behandlung eines aktiven Insektenbefalls stehen zwei verschiedene Schutzmitteltypen zur Verfügung. Der eine Typ ist auf Lösemittelbasis und wirkt schnell, das heißt innerhalb von 3 bis 12 Monaten. Er sollte bei intensivem Befall, welcher in kurzer Zeit zu statischen Problemen führen kann, verwendet werden. Der zweite Typ ist auf Wasserbasis und wirkt langfristig zwischen einem und drei Jahren. Er verhindert das Schlüpfen einer neuen Generation und sollte bei schwachem Befall verwendet werden, besonders bei der Sanierung von mehr als 60 Jahre alten Holzbaukonstruktionen.

Bekämpfung mit Hitze


Das Heißluftverfahren beruht auf der Erkenntnis, dass Eier, Larven, Puppen oder Käfer bei einer Temperatur oberhalb von 48°C absterben. Bei dieser Temperatur gerinnt das Körpereiweiß. Laut DIN 68800 beträgt die Abtötungstemperatur 55°C bei einer Abtötungszeit von einer Stunde. Befallene Bauteile müssen daher mit Heizluft solange behandelt werden, bis im ganzen Querschnitt die geforderte Temperatur über eine Stunde anhält. Die Einblastemperatur sollte aus Gründen der Feuersicherheit 120 Grad nicht überschreiten. Zudem müssen die Austrittsöffnungen der Heißluftzuleitungsrohre mindestens einen Meter von leicht entflammbaren Stoffen der Baustoffklasse B3 (Papier, Pappe und ähnliches) entfernt bleiben. Hitzeempfindliche Bauteile wie Unterspannbahnen, Teerdächer, Antennen oder Kabeldosen müssen einer niedrigerer Temperatur bei längerer Heizzeit ausgesetzt werden. Durch das Heißluftverfahren können Anstriche Blasen werfen, insbesondere in der Nähe der Ausblasöffnungen. Zudem tritt durch die Austrocknung eine geringe Rißbildung oder Rißerweiterung bei Holz ein. Dies ist bei Bauholz unter dem Dach jedoch unbedenklich, zumal es möglich ist, der heißen Luft Wasser beizufügen und somit die Rißgefahr zu mindern.

Bekämpfung mit Gasen


Gase werden im Holzschutz fast ausschließlich zur Behandlung von kulturhistorischen Gegenständen, Möbeln, Skulpturen, Kassettendecken, Inneneinrichtungen von Kirchen und von Museen mit vielen Holzgegenständen eingesetzt. Soweit befallene Gegenstände sich transportieren lassen, sollten sie einem dafür geeigneten Raum begast werden. Die Begasung von Wohnhäusern bzw. -räumen stellt eine Ausnahme dar und muß in jedem Einzelfall durch ein unabhängiges Gutachten stichhaltig begründet werden. Es werden zwei Gruppen von Gasen verwendet. Die eine Gruppe ist sehr giftig und erfordert den Nachweis einer besonderen Befähigung des Anwenders. Die zur Bekämpfung holzzerstörender Insekten verwendeten toxischen Gase sind Methylbromid, Blausäure, Phosphorwasserstoff und Sulfuryldifluorid. Je nach Art des Gases sowie der räumlichen und klimatischen Verhältnisse dauert die Begasung 3 bis 5 Tage und die anschließende Belüftung 1 bis 5 Tage. Die zweite Gruppe bekämpft die Holzschädlinge durch Erstickung. Stickstoff, Kohlendioxid oder Argon wirken 3 bis 6 Wochen auf das befallene Holz ein. Da die Eier dadurch nur unzureichend abgetötet werden, muß nach zwei bis vier Monaten der Vorgang wiederholt werden. Dieses Verfahren funktioniert nur bei gasdicht abgeschlossenen Räumen oder gasdicht verpackten Gegenständen.
Diesen Artikel...
bewerten:
(bisher 370 Bewertungen)
 für mich uninteressant (56)
 brauchbar (27)
 informativ (63)
 sehr informativ (139)
 ganz ausgezeichnet (85)
Ergebnis:
Sterne

Social BookmarkMr. WongYiggOneviewFolkdDel.icio.usDigg
 © pw-Internet Solutions GmbH, Mönchengladbach, E-Mail:info@pw-internet.de
Weitere Beiträge finden Sie in folgenden Rubriken: 
Holz für Innenausbau, Fassadenbekleidung und Garten | Allgemeine Haushaltstipps | Garten / Zimmerpflanzen | 
  Suchen:

Sie benötigen einen Abfallcontainer?

Bestellen Sie
einfach online, deutschlandweit!



Containerbestellung24

Wenn Sie mit dem Gedanken liebäugeln, ein Fertighaus oder Holzhaus zu kaufen oder an einem Grund-
stück interessiert sind, sollten Sie das Portal www.fertighaus.de besuchen mit über 2.000 Häusern von rund 90 Fertighaus-Anbietern.