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Konstruktionstypen von Holztreppen

Konstruktionstypen von Holztreppen Holz und Holzwerkstoffe sind ein perfekter Werkstoff für Treppen. Zum einen ist Holz leicht und läßt sich einfach bearbeiten, zum anderen sieht Holz sehr schön aus. Die Treppe übernimmt dadurch auch gestalterische Aufgaben. Eine große Rolle spielt dabei das verwendete Holz. Alle einheimischen Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer, Lärche oder Douglasie weisen die erforderliche Biegefestigkeit auf. Auch viele europäische Laubhölzer wie Ahorn, Esche oder Nussbaum sind für den Treppenbau besonders geeignet. Für die stark beanspruchten Trittstufen verwendet man besonders harte Hölzer wie Eiche oder Rotbuche. Neben dem verwendeten Holz spielt auch die Bauart eine Rolle. Nach Art und Lage der Stufenunterstützung unterscheidet man Wangentreppen, aufgesattelte Treppen, Einholmtreppen, abgehängte Treppen und Spindeltreppen.


Wangentreppen



Wangentreppen haben rechts und links Tragholme mit einem bohlenförmigen Querschnitt. Da die Tragholme die Treppe seitlich abschließen, nennt man sie Wangen bzw. Treppenwangen. Die Trittstufen liegen in Ausfräsungen der Wangen auf. Nach der Form der Ausfräsungen unterscheidet man eingeschnittene, eingeschobene, halbgestemmte und gestemmte Treppen.
Wangentreppen Bei der eingeschnittenen Treppe stehen die Trittstufen vorne und hinten über der Wange vor. Die Ausfräsungen, in denen die Trittstufen aufliegen, verlaufen über die ganze Wangenbreite.
Nur vorne über der Wange stehen die Stufen bei der eingeschobenen Treppe vor. Die Ausfräsung verläuft nicht über die ganze Wangenbreite und kann schwalbenschwanzförmig ausgebildet werden. Dadurch wird eine feste Verbindung von Trittstufen und Wangen ohne Treppenschrauben erreicht. Wangentreppen

WangentreppenDie am häufigsten hergestellte Wangentreppe ist die halbgestemmte Treppe. Die Form der Ausfräsung entspricht dem Querschnitt der dazugehörigen Trittstufe. Setzstufen wie bei der gestemmten Treppe sind nicht vorhanden. Die halbgestemmte Treppe eignet sich für gerade und gewendelte Treppen, während eingeschnittene und eingeschobene Treppen mit geradem Lauf ausgeführt werden können.
Gestemmte Treppen haben Tritt- und Setzstufen, die Stufen sind also geschlossen. Sowohl die Trittstufen als auch die Setzstufen sind in die Wangen eingefräst. Oben sind die Setzstufen in die Unterfläche der Trittstufen eingenutet. Unten läuft die Setzstufe meist hinter der Trittstufe vorbei und wird mit dieser durch Nägel oder Schrauben verbunden. Wangentreppen

Treppenwangen werden nach ihrer Lage unterschiedlich benannt. Liegen Wangen an Wänden, werden sie als Wandwangen bezeichnet. An der freien Treppenseite liegende Wangen heißen Freiwangen, bei viertel- oder halbgewendelten Treppen auch Licht- oder Öffnungswangen. Das bogenförmige Übergangsstück, das bei gewendelten Treppen zwei Freiwangenabschnitte verbindet, heißt Kropfstück.

Aufgesattelte Treppen



Aufgesattelte Treppen Bei aufgesattelten Treppen werden die Trittstufen rechts und links auf Tragholme aufgesetzt. Die geneigten Tragholme benötigen daher eine waagerechte Auflage. Die waagerechte Auflage kann auf unterschiedliche Weise hergestellt werden.

Die erste Möglichkeit ist, dass die Tragholme treppenartig ausgeschnitten sind. Die Maße der Wangenausschnitte entsprechen dabei den Steigungshöhen und Auftrittsbreiten der Treppe. Anstatt Tragholmen aus Holz werden auch stufenförmig verschweißte Vierkantstahlrohre als Treppenträger verwendet.


Eine weitere Möglichkeit ist, auf die Tragholme Konsolen aufzudübeln. Die Konsolen, auf denen die Trittstufen aufliegen, sind meist schmaler als die Tragholme.

Die Trittstufen können auch Stützfüße bekommen. Dann liegt die Trittstufe an der einen Seite auf den Tragholmen und an der anderen Seite auf zwei Stützfüßen. Diese sind auf der unteren Trittstufe befestigt. Die Stützfüße können aus Metall oder Holz sein.

Einholmtreppen



EinholmtreppenEinholm- bzw. Mittelholmtreppen haben nur einen Tragholm, der sich in der Mitte des Treppenlaufes befindet. Die Trittstufen müssen auf dem Holm so befestigt sein, dass sie seitlich nicht kippen können. Das wird erreicht, indem man zum Beispiel die Trittstufen gegen den Tragholm abstrebt. Bei Einholmtreppen muß der Tragholm im Gegensatz zur aufgesattelten Treppe einen größeren Querschnitt haben. Er wird zusätzlich zur Biegung noch auf Verdrehung beansprucht.
Die Tragholme bestehen häufig aus Brettschichtholz, sie können aber auch aus Stahlträgern mit kastenförmigen Querschnitt hergestellt werden. Treppen mit Tragholm aus Stahl wirken leichter, weil die Stahlträger geringere Querschnittsabmessungen als Holzträger benötigen.

Abgehängte Treppen


Bei abgehängten Treppen werden die Trittstufen durch Zugstäbe in ihrer Lage gehalten. Auf der Wandseite werden die Trittstufen häufig mit Stahlwinkeln befestigt oder von Bolzen getragen, die in Kunststoffhülsen gelagert sind. Man unterscheidet Treppen mit tragendem Geländerholm und trägerlose Treppen. Treppen mit tragendem Geländerholm haben meist einen bohlenförmigen Handlauf, an dem die Enden der Trittstufe abgehängt sind. Dazu werden Hängestäbe aus Holz, Stahlrohr oder Rundstahl zugfest mit dem Handlauf verbunden. Bei trägerlosen Treppen hängen die Trittstufen an Zugstäben, die an der Decke befestigt sind.
Abgehängte Treppen

Spindeltreppe



Spindeltreppe Bei dieser gewendelten Treppe kragen die Stufen aus einer mittigen Spindel aus. Diese Spindel kann aus Holz oder Stahl sein aus. Bei der Holzspindel werden Kragarme eingebohrt oder eingezapft und verkeilt. Auf diesen Kragarmen liegen die Trittstufen. Ist die Spindel ein Stahlrohr, wird dieses am Fußpunkt oder zwischen Fußpunkt und Podest eingespannt. Es trägt die Trittstufen sowie Differenzringe aus Holz. Differenzring und Trittstufe ergeben zusammen die Steigungshöhe. Erhöht wird die Standsicherheit der Treppe dadurch, dass alle Trittstufen und Differenzringe mit einem Spannelement zu einer Einheit verspannt werden.

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