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Holz-Biologie - Aufbau eines Baumstammes

Jeder fängt mal klein an - auch ein Baum Jeder fängt mal klein an - auch ein Baum. Der gerade gekeimte Sämling einer Eiche unterscheidet sich nicht wesentlich von einer Löwenzahnpflanze oder einer Kartoffelpflanze. Es ist die Wurzel zu erkennen, der Sproß und die ersten Blättchen. Ein Jahr später sieht alles anders aus. Die Kartoffeln wurden geerntet, der Löwenzahn wurde zur Pusteblume und vom Wind in die Welt getragen. Die Eiche steht hingegen immer noch an ihrem Platz. Sie wächst und gedeiht - und zwar nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite. Der Sproß ist ein Stämmchen und wird bald ein Stamm sein. Viele Generationen von Kartoffel- und Löwenzahnpflanzen werden noch neidvoll in die Höhe blicken. Bäume sind die größten Organismen der Erde, und sie haben die längste Lebensdauer. Das Geheimnis ihrer Kraft liegt im hölzernen Stamm, der ihnen Halt gibt und fast unbegrenzt wachsen kann. Doch warum ist das so?


Stammquerschnitt Grund für das Dickenwachstum ist ein dünner Zylinder von Zellen direkt unter der Rinde, der immer neue Zellen bindet und mit zunehmender Dicke auch selber wächst. Dieser Zylinder wird Kambium genannt. In ihm werden während der Wachstumsperiode drei Arten von Zellen gebildet: Die eine Art von Zellen dient zur eigenen Vergrößerung. Auf den Stammquerschnitt bezogen gibt es zudem noch Bastzellen an seiner Außenseite und Holzzellen an seiner Innenseite. Ein Teil der Bastzellen verholzt und wird zur Borke. Bast und Borke bilden die Rinde, wobei die Borke die Bastzone vor äußeren Einwirkungen schützt. Durch das Wachstum reißt die Borke auf, was der Rinde ihr typisches Aussehen gibt.

Neues Gewebe wird vor allem nach innen gebildet. In diesem Gewebe verlaufen Leitungsbahnen, die Gefäße. Sie dienen dazu, Wasser und Nährstoffe von den Wurzeln in die Blätter zu transportieren. Auf dem Rückweg befördern die Leitungsbahnen lebenswichtige Stoffwechselprodukte, die in den Blättern gebildet werden, zu den Wurzeln.


Stammquer- u. Längstschnitt Im Kern des Stammes verläuft ein Markzylinder, von dem aus sich die Markstrahlen bilden. In ihnen ist der Stoffwechseltransport auch in waagerechter Richtung möglich. Die Zellen wachsen nicht das ganze Jahr über gleichmäßig. Im Frühjahr werden große Zellen gebildet, die es erlauben, große Mengen an Wasser und Nährstoffen zu transportieren. Beides wird für die Blattentwicklung benötigt. Dieses Holz, das sich im Frühjahr und Sommer bildet, wird Frühholz bezeichnet. Die Zellen sind weiträumig, dünnwandig und von heller Farbe. Sind alle Blätter ausgebildet, nimmt die Wachstumsgeschwindigkeit ab. Zum Herbst hin werden dann mehr und mehr Reservestoffe eingelagert, die für den Neuaustrieb im nächsten Jahr benötigt werden. Zellen, die im Spätsommer und Herbst entstehen, werden als Spätholz bezeichnet. Sie sind engräumig, dickwandig und von dunkler Farbe - es bilden sich die sogenannten Jahresringe aus.


Baumarten Die äußeren Jahresringe, also das junge Holz, dienen der Saft- bzw. Wasserführung des Baumes. Dieser Teil des Holzes wird Splintholz genannt. Es ist je nach Baumart erkennbar an der helleren Farbe. Manche Baumarten haben nur einen schmalen Splintholzring, bei anderen geht das Splintholz vom Mark bis zum Kambium durch. Bei vielen Arten von Bäumen tritt mit zunehmenden Alter eine Verkernung des Holzes ein. Die älteren, inneren Jahresringe des Splintholzes stellen die Saft- bzw. Wasserführung ein und werden mit Holzinhalts- oder Ablagerungsstoffen wie Gerb- und Farbstoff, Harz, Wachs und Fett gefüllt. Dadurch arbeitet das Holz weniger, wird schwerer, fester und dauerhafter. Die Gerbstoffe wirken wie eine natürliche Imprägnierung, das Holz ist gegen Pilze und andere holzzerstörende Organismen geschützt. Durch die Gerbstoffe wird das Holz auch deutlich dunkler, man spricht dann von Kernholz. Holz, das verkernt ist, bei dem sich aber keine Gerbstoffe eingelagert haben, nennt man Reifholz. Das ist zwar ebenfalls härter als Splintholz, doch nicht so widerstandsfähig. Nach diesen Bezeichnungen unterscheidet man Splintholzbäume, Kernholzbäume, Reifholzbäume und Kernreifholzbäume. Bei Kernholzbäumen ist deutlich zwischen Splint- und Kernholz zu unterscheiden. Zu ihnen zählen Kiefer, Lärche, Eiche, Ulme, Akazie, Eibe, Nußbaum und alle Obstbäume mit Ausnahme von Birnbaum. Dieser zählt zur Gruppe der Reifholzbäume wie Fichte, Linde, Buche, Rotbuche, Tanne und Feldahorn. Splintholzbäume haben nur Splintholz, das durchgehend gleichmäßig hart ist. Dazu gehören Berg- und Spitzahorn, Weißbuche, Aspe, Erle und Birke. Alle drei Holzarten Kernholz, Splintholz und Reifholz findet man bei Kernreifholzbäumen wie beispielsweise der Ulme.




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