Mit Holz zu heizen ist umweltfreundlich - solange geeignetes, trockenes Holz sauber verbrennen kann. Es wird im Vergleich zur Verrottung von Holz kein zusätzliches CO2 freigesetzt. Doch Sie fragen sich sicherlich auch, wieviel Holz Sie im Vergleich zu Heizöl oder Erdgas verfeuern müssen, um den gleichen Wärmeeffekt zu erzielen. Da kommt der Begriff des Heizwerts ins Spiel. Der Heizwert gibt an, welche Wärmemenge aus einem Brennstoff pro Kilogramm gewonnen werden kann. Ein Liter Heizöl besitzt beispielsweise einen Heizwert von etwa 11,4 kWh und bei einem Kubikmeter Erdgas liegt der Heizwert bei etwa 10,0 kWh. Nicht so pauschal bestimmen läßt sich der Heizwert bei Holz. Der Heizwert des Holzes ist um so größer, je mehr Harze und Lignine darin enthalten sind. Nadelholz besitzt einen höheren Anteil dieser Holzbestandteile pro Gewichtseinheit und hat daher auch einen höheren Heizwert als Laubholz. Da die Laubhölzer jedoch eine höhere Dichte besitzen, ist deren Heizwert je Volumeneinheit deutlich höher. Außerdem ist Nadelholz als Brennstoff verpönt, weil es wegen des Harzgehalts zu Funkenflug zu Funkenflug beiträgt und der Rauch die Nachbarn verärgert.
Der Einfluß von Wasser auf den Heizwert Noch entscheidenderen Anteil am Heizwert des Holzes hat jedoch der Wassergehalt des Holzes. Frisch geschlagenes Holz enthält bis zu 50 Prozent seines Gewichtes an Wasser und hat einen Heizwert, der sehr gering ist. Zudem droht bei zu feuchtem Holz die Versottung des Kamins. Was darunter zu verstehen ist, können Sie hier nachlesen. Nach ein bis zwei Jahren Lagerung hat das Holz nur noch 15 bis 20 Prozent Wassergehalt und kann als Brennholz überhaupt erst verwendet werden. Die Heizwerte verschiedener Holzarten mit etwa 15 Prozent Wassergehalt finden Sie in der nachfolgenden Tabelle. Mit diesen Werten kann ein Laie nicht so viel anfangen. Ihn interessiert vielmehr, wieviel Liter Heizöl oder welcher Menge Erdgas dieser Heizwert entspricht. Diesen Wert finden Sie daher ebenfalls in der Tabelle.
Was ist ein Raummeter? In der Tabelle wird die Abkürzung "rm" verwendet. Der Begriff Raummeter (rm) bezeichnet das Handelsmaß für herkömmliches Brennholz. Wenn Sie einen Meter lange, runde Holzknüppel in einer Breite und Höhe von einem Meter aufstapeln, wird dies als ein Raummeter bezeichnet. Im Gegensatz dazu wird ein massiver Holzwürfel von einem Meter Kantenlänge als Festmeter (fm) bezeichnet (1 rm = 0,7 fm).
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| Baumart |
Heizwert von1 rm Holz [(kW*h)/rm] |
Heizöl[l/rm] |
Erdgas[m³/rm] |
| Laubholz: |
Ahorn |
1.675 |
147 |
168 |
Birke |
1.810 |
159 |
181 |
Buche |
1.850 |
162 |
185 |
Eiche |
1.890 |
166 |
189 |
Erle |
1.400 |
123 |
140 |
Esche |
1.870 |
164 |
197 |
Pappel |
1.110 |
97 |
111 |
Robinie |
2.040 |
179 |
204 |
Weide |
1.440 |
126 |
144 | |
Einige Rechenbeispiele
Mit den Werten aus der Tabelle können Sie berechnen, wieviel Raummeter Holz Sie anstatt der bisher verwendeten Brennstoffe Heizöl oder Erdgas im Jahr benötigen. Haben Sie bisher pro Jahr 2.500 Liter Heizöl verbraucht, können Sie die gleiche Heizwirkung durch 15,1 Raummeter Eichenholz erzielen (2.500 l / (166 l/rm)). Heizen Sie mit Erdgas und brauchen 3.000 m³ pro Jahr, erreichen Sie die gleiche Heizwirkung durch 16,6 Raummeter Birkenholz (3.000 m³/ 181 (m³/rm)).
Was kosten die verschiedenen Brennstoffe? Die Preise von Heizöl, Erdgas und Holz sind natürlich jahreszeitlichen und räumlichen Schwankungen unterworfen. Wir haben daher Preise angenommen, wie sie Ende 2009 in Deutschland durchschnittlich anzutreffen waren. Heizöl kostete 61 Cent pro Liter, Erdgas kostete etwa 60 Cent pro Kubikmeter und für einen Raummeter Buchenholz mussten Sie etwa 65 Euro bezahlen. Nehmen wir an, Sie verbrauchen 3.000 Liter Heizöl im Jahr. Das entspricht einer Heizleistung von 34.200 kWh im Jahr (3.000l * 11,4 kWh/l). Die gleiche Heizleistung erreichen Sie mit 3.420 m³ Erdgas (34.200 kWh/(10 kWh*m³)) oder mit 18,6 Raummeter Buchenholz (34.200 kWh/(1.850 kWh/m³). Für eine jährliche Heizleistung von 34.200 kWh kommen Sie somit zu folgenden Kosten:
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| Heizöl: |
3.000 Liter * 0,61 Euro |
= 1830 Euro |
| Erdgas: |
3.420 m³ * 0,60 Euro |
= 2052 Euro |
| Buchenholz: |
18,6 rm * 65 Euro |
= 1209 Euro | |
Das Heizen mit Holz ist somit wesentlich günstiger, als das Heizen mit Erdgas oder Öl. Leider hat nicht jeder Hausbesitzer den nötigen Lagerraum für das Brennholz zur Verfügung. 3.000 Liter Heizöl nehmen 3 m³ Raum ein. Wollen Sie die ganze Jahresmenge Brennholz lagern, benötigen Sie einen Raum, der etwa sechsmal so groß ist, oder Sie bauen in Ihrem Garten ein regensicheres und gut belüftetes Holzregal (siehe unsere Anleitung). Haben Sie nicht so viel Platz und wollen dennoch umweltfreundlich heizen, empfiehlt sich daher die Verwendung von Holzpellets.
Heizen mit Holzpellets Was unter Holzpellets zu verstehen ist, können Sie in einem eigenen Artikel nachlesen. Was das Heizen mit Holzpellets kostet, verraten wir Ihnen hier. Holzpellets haben nur noch einen sehr geringen Wassergehalt. Der Heizwert liegt mit 5 kWh/Kg daher höher als der Brennwert von Brennholz (4 bis 4,5 kWh/Kg). Für eine Tonne Holzpellets sind etwa 200 Euro zu bezahlen. Nimmt man wieder 3.000 Liter Heizölverbrauch pro Jahr zum Maßstab, kostet der Jahresbedarf an Holzpellets 1.368 Euro.
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