Hammer, Schraubenzieher oder Wasserpumpenzange - was gehört rein in eine Werkzeugkiste? In jedem Haushalt fallen hin und wieder
kleinere Reparaturen an, die mit dem richtigen Werkzeug problemlos selbst erledigt werden können. Mit einem wackeligen Hammer, einem krummen
Schraubendreher oder einer abgenutzten Zange kommt man jedoch nicht weit. Weniger die Quantität, mehr die Qualität der Werkzeuge sollte im Vordergrund
stehen. Wer braucht schon einen Profibohrhammer mit durchschlagender Wirkung, wenn er ein Einzimmerappartement bewohnt? Lieber für die wenigen wirklich
notwendigen Werkzeuge etwas mehr Geld investieren, als eine Batterie von Schraubendrehern, Zangen und Co. zu besitzen, die eh nur Platz wegnehmen und
nichts taugen. Denn billiges Werkzeug ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch gefährlich sein.
Will man etwas professioneller handwerken,
sollte man sich nur aus dem hochwertigeren Sortiment bedienen. Das GS-Zeichen alleine sagt allerdings noch nichts über die Funktionstauglichkeit des
Werkzeugs aus. Indizien für höherwertige Ware findet man da schon eher beim GS-Zeichen in Kombination mit Markenfirmen, die schon länger am deutschen
Markt anbieten. Auf Bezeichnungen wie "Profi" oder "Werkzeugqualität" ist weniger Verlass, da solche Begriffe jedermann ge- bzw. mißbrauchen kann. |
Ausmessen und Anzeichnen
Zum genauen Messen und Anreissen eines Werkstücks benötigt man einen Zollstock sowie einen Tischlerwinkel, der entweder aus Holz oder Aluminium gefertigt sein kann. Der normale Zollstock zeigt das metrische Maß, verfügt über eine Standardlänge von zwei Metern und gehört ebenso zur Grundausstattung wie der ovale Zimmermannsbleistift. Etwas aufzuschreiben oder anzuzeichnen gibt es immer. Damit das Küchenregal auch wirklich gerade aufgehängt wird, empfiehlt sich zudem die Anschaffung einer Wasserwaage. |
Hammer
Zur Grundausstattung eines Werkzeugkastens zählt zudem der Hammer. Am gebräuchlisten sind der einseitig abgeschrägte Schlosserhammer oder
der Tischlerhammer, der einen V-förmigen Spalt zum Nagelausziehen auf der einen Seite besitzt. Einen billigen Hammer erkennt man sofort an
der schlechten Verbindung zwischen Kopf und Stiel. Ein guter Hammer sollte immer einen solide verankerten, griffigen Stiel haben. Der Kopf darf auf
keinen Fall wackeln und sollte am besten einen sicheren Stielschutz aus Metall aufweisen. Ein Metallkeil oder Metallring sorgt für Stabilität. Ein
Stiel aus Eschen- oder bei besonders hochwertigen Ausführungen aus Hickoryholz sorgt für die richtige Mischung aus Schlagkraft und Dämpfungswirkung
zur Schonung der Handgelenke. |
Schraubendreher
Bei Schraubendrehern haben sich Ausführungen aus hochwertigem Chrom-Vanadium Stahl mit gehärteter Klinge bewährt. Diese verformen sich nicht
schon beim Festziehen der Schraube oder drehen ganz ab. Auch die Griffe sollten so ausgeführt sein, dass sie nicht schon beim ersten Hammerschlag
bersten. Schraubendreher mit einem Zweikomponentengriff bringen zudem viel mehr Kraft an die Schraube als die einfachen Griffe preiswerter Modelle.
Für Schlitzschrauben sowie die beiden Kreuzschlitzsysteme Philipps und Pozidriv sollte man jeweils drei Schraubendrehergrößen besitzen. Über die
verschiedenen Antriebsarten von Schraubendrehern können Sie sich hier informieren. Weiterhin sollte man einen
Spannungsprüfer besitzen. Dieser muss auf jeden Fall für 220 Volt ausgewiesen sein und sollte das VDS-Prüfzeichen besitzen. Spannungsprüfer
haben eine eingebaute Klimmlampe, die bei Kontakt mit einem Strom führenden Metallteil aufleuchtet (Pol einer Steckdose, Drahtende). |
Schraubenschlüssel
Im Werkzeugkasten sollten sich zudem ein Satz Sechskant-Steckschlüssel und eine Gabelschlüssel-Garnitur aus Chrom-Vanadium in den Größen
8, 10, 13, 15, 17 und 19 befinden. Verarbeitungsmängel sind schon äußerlich zu erkennen, wenn man an der Innenseite von Maul und Ring unzureichend
entgratete Nähte oder auffällig geringe Materialstärken im Bereich der Schlüsselaufnahme findet. Mehr Sicherheit und Gewähr leisten polierte glatte
Oberflächen, die das Anhaften von Schmutz und Fett verhindern, wodurch das Werkzeug wesentlich fester in der Hand liegt. |
Zangen
Zangen sind für Reparatur- und Renovierungsarbeiten im Haus unerläßlich. Mit einer Wasserpumpenzange kann man sämtliche Rohre festklemmen
sowie Maschinenschrauben und Muttern (auch sehr große, schwergängige) anziehen und lösen. Die Form und Zahnung der Backeninnenseite ermöglicht
besonders festen Halt. Die Wasserpumpenzange muss über eine Quetschsicherung verfügen. Sie verhindert, dass die Griffarme so nahe aneinandergeraten,
dass man sich die Finger quetschen kann. Auch die Kombizange darf in keinem Werkzeugkasten fehlen. Qualitätsprodukte sind leichtgängig ohne
merkbares Spiel und im geschlossenen Zustand müssen die Backen exakt parallel sein. Die gehärteten Schneiden bewältigen Stahldraht und vieles mehr.
Für Elektroarbeiten werden Kombizangen mit Schutzisolierung angeboten. Das Gleiche gilt auch für Seitenschneider, die zum Schneiden von Draht,
Bolzen oder Stahlseilen benötigt werden. |
Sägen
Um eine Säge kommt man im Werkzeugkasten kaum herum. Qualitätssägeblätter erkennt man daran, dass sie nach einer starken Biegung wieder in ihre Ausgangsform zurückkehren. Weiterhin kommt es auf die Zahngeometrie des Blattes an. Mit einer kreuz- oder schräggeschliffenen Zahnung macht man einen besseren Schnitt, als mit den einfach nur ausgestanzten Zähnen einer billigen Säge. Mindestens drei Sägen sollte jeder Heimwerker besitzen. Mit einem Fuchsschwanz lassen Holzleisten oder dünne Holzplatten durchtrennen. Arbeiten an Metallen und Rohren erledigt man am einfachsten mit einer Metallsäge. Nahezu alle Materialien auf geraden oder gebogenen Linien können mit der Stichsäge geschnitten werden. Mehr über die verschiedenen Arten von Sägen erfahren Sie hier. |
Feilen
Zur Sicherheit vor Verletzungen sollten Grate, die durch die Bearbeitung von Metallteilen entstehen, unbedingt abgeschliffen werden. Dazu sollte man sich eine Flach- und eine Dreikantfeile zulegen. Eine andere häufige Anwendung ist das Schlichten von Umleimerkanten an beschichteten oder furnierten Spanplatten. Dabei wird das überstehende Material mit der rauhen Seitenfläche der Flachfeile entfernt. Für den Heimwerker sind Flachfeilen mit unterschiedlichen Hieben (Rauheit) auf Ober- und Unterseite vorteilhaft. Mit der Dreikantfeile kann man auch an schwer zugänglichen Stellen hantieren. |
Bohrmaschine
Eine kleine elektrische Bohrmaschine oder ein guter Akkubohrschrauber (z.B. von Bosch) kann im Haushalt ebenfalls nicht schaden. Bei letzteren zählt für die Beurteilung der Qualität nicht allein die Spannung, welche die Akkus liefern, sondern vielmehr, ob es sich insgesamt um eine robuste Konstruktion handelt. Gute Modelle sind mit einem verstellbaren Metallgetriebe ausgestattet, das in Verbindung mit einem kräftigen Motor für ordentlichen Durchzug sorgt. Zu einem Qualitätsprodukt gehört auf alle Fälle ein solider Koffer aus Metall oder schlagfestem Kunststoff, in dem außer der Maschine auch eine Grundausstattung an Bohrern und Bits ihren Platz findet. Bei den Bits sollte darauf geachtet werden, dass sie aus gehärtetem Stahl hergestellt wurden, da sie sonst schon bei der ersten Schraube rundlaufen und unbrauchbar werden. |
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